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Windows 11: Universal Print seit Monaten fehlerhaft

KI-Generiertes Foto

Windows 11 und Drucker bleiben auch im Herbst 2026 eine etwas schwierige Kombination.

Microsoft bestätigt einen bereits seit Monaten bestehenden Fehler bei Universal Print. Betroffen sind Drucker, die ursprünglich unter Windows 10 systemweit installiert wurden und anschließend unter Windows 11 weiterverwendet werden.

Das Problem steckt bereits in KB5083769 vom April 2026 und lässt sich derzeit nicht einfach durch die Installation einer neueren Windows-Version beseitigen.

Parallel gibt es seit dem Oktober-Update KB5127648 ein weiteres Druckerproblem, über das ich bereits berichtet habe.

Wichtig ist allerdings:

Nach aktuellem Stand handelt es sich um zwei unterschiedliche Fehler.

Was ist Universal Print?

Universal Print ist Microsofts cloudbasierte Drucklösung für Unternehmen.

Statt einen klassischen lokalen Printserver zu betreiben, können Organisationen Drucker über Microsofts Cloud-Infrastruktur bereitstellen und verwalten.

Administratoren verteilen die Drucker zentral, während Anwender sie auf ihren Windows-Geräten verwenden können.

Die Idee dahinter ist eigentlich ziemlich angenehm:

Weniger lokale Printserver, weniger Treiberverwaltung und eine zentralisierte Administration.

Nur hilft die schönste Cloud wenig, wenn Windows die vorhandene Druckerinstallation plötzlich nicht mehr mag.

Fehler besteht bereits seit April 2026

Microsoft beschreibt eine Regression in Windows 11 KB5083769 und allen späteren Updates.

Betroffen sind Universal-Print-Drucker, die ursprünglich unter Windows 10 installiert wurden und später auf einem Windows-11-System weiterverwendet werden.

Beim Auswählen eines betroffenen Druckers kann folgende Meldung erscheinen:

Your printer has experienced an unexpected configuration problem.
0x80004005

Die Schaltfläche zum Drucken bleibt anschließend deaktiviert.

Damit ist der Drucker praktisch nicht mehr nutzbar.

Auch eine Testseite kann scheitern

Wer über die Druckereigenschaften eine Testseite starten möchte, kann zusätzlich auf folgende Fehlermeldung stoßen:

The I/O operation has been aborted because of either
a thread exit or an application request.

Dabei kann Windows außerdem den Fehlercode:

0x000003e3

anzeigen.

Es handelt sich also nicht nur um ein kosmetisches Problem im Druckdialog.

Die vorhandene Universal-Print-Installation funktioniert tatsächlich nicht mehr richtig.

Ein Upgrade auf Windows 11 26H2 hilft nicht automatisch

Besonders unangenehm ist die lange Lebensdauer dieses Fehlers.

Microsoft beschreibt ausdrücklich KB5083769 und spätere Windows-11-Versionen als betroffen.

Damit verschwindet das Problem nicht zwangsläufig, wenn anschließend weitere kumulative Updates oder sogar ein neues Feature-Update installiert werden.

Auch ein Wechsel auf Windows 11 26H2 ist daher keine automatische Lösung.

Wer eine betroffene Druckerinstallation besitzt, muss diese derzeit gezielt reparieren.

Die Ursache liegt bei alten systemweiten Installationen

Entscheidend ist dabei die Art der Druckerinstallation.

Betroffen sind Universal-Print-Drucker, die ursprünglich systemweit eingerichtet wurden.

Microsofts derzeitige Lösung besteht darin, diese Drucker auf eine Installation pro Benutzer umzustellen.

Damit lässt sich die fehlerhafte Konfiguration umgehen.

Microsoft stellt ein Prüfskript bereit

Administratoren können kontrollieren, ob entsprechende Universal-Print-Drucker vorhanden sind.

Microsoft stellt dafür das PowerShell-Skript:

Convert-UpPrinterToPerUser.ps1

bereit.

Für die reine Erkennung kann es beispielsweise mit:

.\Convert-UpPrinterToPerUser.ps1 -Detect

gestartet werden.

Microsoft weist darauf hin, die Erkennung nicht mit administrativen Rechten auszuführen.

Findet das Skript noch systemweit installierte Universal-Print-Drucker, kann genau diese bekannte Regression vorliegen.

Alternativ über die Registry prüfen

Eine manuelle Kontrolle ist ebenfalls möglich.

Dazu kann folgender Befehl verwendet werden:

reg query "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Print\Printers"

Anschließend lässt sich kontrollieren, wie der betreffende Drucker registriert ist.

Bei einer systemweiten Installation befindet sich der Drucker direkt unter diesem Registry-Zweig.

Benutzerbezogene Installationen unterscheiden sich entsprechend durch ihre Zuordnung zum jeweiligen Benutzer.

Einfachste Lösung: Drucker entfernen und erneut hinzufügen

Bei einzelnen Clients ist Microsofts Workaround relativ unkompliziert.

Der betroffene Universal-Print-Drucker wird zunächst entfernt.

Danach wird er über:

Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker & Scanner

erneut hinzugefügt.

Dadurch wird er für den jeweiligen Benutzer neu eingerichtet und nicht mehr in der problematischen alten systemweiten Form verwendet.

Bei ein paar Rechnern ist das machbar.

Bei mehreren hundert Geräten wird daraus natürlich wieder die typische Administratoren-Beschäftigungstherapie.

Für größere Umgebungen gibt es eine Massenmigration

Für Unternehmensumgebungen kann das Microsoft-Skript auch zur automatisierten Umstellung eingesetzt werden.

Eine Verteilung ist beispielsweise über Managementlösungen wie Microsoft Intune möglich.

Microsoft empfiehlt allerdings ausdrücklich, die Reparatur zunächst auf einzelnen Testsystemen zu prüfen.

Das halte ich bei Druckerkonfigurationen ebenfalls für eine ziemlich gute Idee.

Ein automatisiertes Skript auf hunderte Rechner zu schicken und erst danach zu schauen, was es eigentlich gemacht hat, sorgt selten für einen entspannten Nachmittag.

Hat das etwas mit KB5127648 zu tun?

An dieser Stelle wird es interessant, denn ich hatte bereits über ein weiteres aktuelles Windows-11-Druckerproblem berichtet.

Nach der Installation von KB5127648 vom 13. Oktober 2026 lassen sich in bestimmten Umgebungen freigegebene Netzwerkdrucker nicht mehr wie gewohnt über:

Drucker & Scanner → Gerät hinzufügen

einrichten.

Dabei handelt es sich vor allem um Drucker, die beispielsweise über einen Windows Server freigegeben werden.

Die manuelle Installation über den Freigabepfad beziehungsweise die erweiterten Optionen funktioniert dagegen weiterhin.

Die beiden Fehler sehen ähnlich aus, sind aber unterschiedlich

Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass beide Probleme miteinander zusammenhängen.

Immerhin geht es jeweils um:

  • Windows 11

  • Drucker

  • Installationsprobleme

  • manuelle Workarounds

Technisch sprechen die bekannten Informationen aber gegen eine direkte Verbindung.

Universal-Print-Problem

Das hier beschriebene Problem:

  • existiert bereits seit KB5083769 vom April 2026

  • betrifft Microsoft Universal Print

  • betrifft ursprünglich unter Windows 10 systemweit installierte Drucker

  • führt unter anderem zu 0x80004005

  • wird durch eine Umstellung auf eine benutzerbezogene Installation umgangen

KB5127648-Druckerproblem

Das von mir bereits beschriebene Oktober-Problem:

  • tritt nach KB5127648 auf

  • betrifft klassische freigegebene Netzwerkdrucker

  • zeigt sich beim automatischen „Gerät hinzufügen“

  • lässt sich durch manuelles Hinzufügen umgehen

  • fällt zeitlich mit einer Verschärfung der NTLMv1-SSO-Behandlung zusammen

Das sind also zwei unterschiedliche Baustellen.

KB5127648 hat die NTLMv1-Sicherheit verschärft

Mit KB5127648 hat Microsoft das interne Standardverhalten rund um:

BlockNtlmv1SSO

verändert.

Wenn der Registry-Wert nicht explizit gesetzt ist und Credential Guard deaktiviert ist, verwendet Windows nun standardmäßig:

1 = Enforce

anstatt:

0 = Audit

Damit werden bestimmte aus NTLMv1 abgeleitete Anmeldeinformationen für Single Sign-On nicht mehr erzeugt.

In den gemeldeten Druckerfällen half es, diese Blockierung testweise wieder zurückzunehmen.

Dafür wurde beispielsweise:

reg add "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Lsa" /v BlockNtlmv1SSO /t REG_DWORD /d 0 /f

verwendet.

Wichtig bleibt jedoch:

Microsoft dokumentiert die Änderung an BlockNtlmv1SSO offiziell, hat die Probleme mit freigegebenen Druckern bislang aber nicht ausdrücklich als Folge dieser Änderung bestätigt.

Deshalb sollte man hier nicht mehr Sicherheit vortäuschen, als tatsächlich vorhanden ist.

Den NTLMv1-Workaround nicht mit Universal Print vermischen

Für den Universal-Print-Fehler ist diese Registry-Änderung nicht der vorgesehene Workaround.

Dort geht es nicht um die Rücknahme der NTLMv1-Sicherheitsverschärfung.

Microsoft empfiehlt stattdessen die Umstellung von:

systemweiter Druckerinstallation

auf:

benutzerbezogene Druckerinstallation.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Wer auf einem betroffenen Rechner einfach irgendwelche Drucker-Workarounds aus verschiedenen Artikeln ausprobiert, kann sich sonst schnell eine unnötig komplizierte Konfiguration bauen.

Beide Probleme können theoretisch gleichzeitig auftreten

In einer größeren Unternehmensumgebung können trotzdem beide Probleme parallel existieren.

Ein Unternehmen könnte beispielsweise:

  • Universal Print verwenden

  • zusätzlich klassische Windows-Druckerfreigaben betreiben

  • Rechner besitzen, die von Windows 10 auf Windows 11 aktualisiert wurden

  • gleichzeitig KB5127648 installiert haben

Dann kann ein Administrator tatsächlich mit mehreren unterschiedlichen Druckerfehlern auf demselben Windows-11-Bestand kämpfen.

Das macht die Fehlersuche natürlich nicht gerade einfacher.

Ein schneller Vergleich

ProblemUniversal PrintKB5127648 / Netzwerkdrucker
Beginnseit KB5083769, April 2026seit KB5127648, Oktober 2026
DruckertypUniversal Printklassische Freigabe
Typischer Fallvon Windows 10 übernommene InstallationDrucker auf Windows Server
Fehleru. a. 0x80004005u. a. Fehler beim „Gerät hinzufügen“
Manuelles HinzufügenNeuinstallation erforderlichfunktioniert laut Berichten
Vermutete/Bestätigte Ursachesystemweite Universal-Print-InstallationZusammenhang mit NTLMv1-Verschärfung plausibel, aber nicht offiziell als Druckerbug bestätigt
Workaroundpro Benutzer neu installierenmanuell hinzufügen, NTLMv1-Rücknahme nur gezielt erwägen

Damit lassen sich die beiden Fälle relativ gut auseinanderhalten.

Zusätzlich Probleme mit Konica Minolta

Und weil zwei Druckerprobleme offenbar noch nicht reichen, dokumentiert Microsoft außerdem Schwierigkeiten mit bestimmten Konica-Minolta-Modellen bei Universal Print.

Hier liegt die Ursache wiederum an einer ganz anderen Stelle.

Die betroffenen Drucker können zeitweise die Kommunikation mit Universal Print einstellen.

Druckaufträge bleiben auf „Pending“

Wenn ein betroffener Drucker keine Aufträge mehr aus Microsofts Cloud abholt, bleiben diese auf:

Pending

stehen.

Wird ein Auftrag innerhalb von drei Tagen nicht verarbeitet, setzt Universal Print ihn schließlich auf:

Aborted

Damit liegt hier weder der Windows-10-Migrationsfehler noch das KB5127648-Problem vor.

Es handelt sich um ein separates Kommunikationsproblem zwischen bestimmten Geräten und Universal Print.

„Last Seen“ kann bei der Diagnose helfen

Administratoren können im Universal-Print- beziehungsweise Azure-Umfeld unter anderem den Zeitpunkt kontrollieren, zu dem der Drucker zuletzt Kontakt mit dem Dienst hatte.

Bleibt der Wert Last Seen stehen und aktualisiert sich nicht mehr, kann das auf den Kommunikationsfehler hindeuten.

Microsoft arbeitet nach den aktuellen Angaben gemeinsam mit Konica Minolta an einer Lösung.

Welche Situation deutet auf welchen Fehler hin?

Wenn ein Drucker nach einem Upgrade von Windows 10 unter Windows 11 plötzlich:

0x80004005

meldet und bereits vor dem Upgrade über Universal Print installiert war, würde ich zuerst die bekannte Regression seit KB5083769 prüfen.

Scheitert dagegen seit dem Oktober-Patchday das automatische Hinzufügen eines klassisch freigegebenen Netzwerkdruckers, während die manuelle Installation funktioniert, passt das eher zum KB5127648-Fall.

Bleiben hingegen die Aufträge eines Konica-Minolta-Geräts in Universal Print dauerhaft auf Pending, liegt wahrscheinlich die dritte Baustelle vor.

Alle drei Situationen haben dasselbe Endergebnis:

Der Drucker druckt nicht.

Die Lösung ist aber jeweils eine andere.

Mein Eindruck

Das Ganze zeigt ziemlich gut, warum Druckerprobleme in Windows so unangenehm zu diagnostizieren sind.

Aus Sicht des Anwenders lautet die Fehlermeldung praktisch immer:

„Der Drucker geht nicht.“

Dahinter können momentan aber völlig unterschiedliche Dinge stecken.

Beim einen Rechner ist eine alte Universal-Print-Installation das Problem.

Beim nächsten Gerät greift eine neue Windows-Sicherheitsvorgabe.

Und irgendwo daneben hat ein Cloud-Drucker einfach aufgehört, mit Universal Print zu sprechen.

Da hilft nur systematische Fehlersuche.

Und möglichst wenig Registry-Roulette.

Fazit

Microsoft bestätigt einen seit KB5083769 vom April 2026 bestehenden Fehler bei Universal Print.

Betroffen sind Drucker, die ursprünglich unter Windows 10 systemweit installiert wurden und anschließend unter Windows 11 weiterverwendet werden.

Typische Fehlercodes sind:

0x80004005

und:

0x000003e3

Microsoft empfiehlt derzeit, betroffene Universal-Print-Drucker zu entfernen und anschließend pro Benutzer neu zu installieren.

Dieser Fehler ist nach aktuellem Stand nicht identisch mit dem von mir bereits beschriebenen Druckerproblem nach KB5127648.

Dort geht es um klassische, beispielsweise über Windows Server freigegebene Drucker und eine mögliche Wechselwirkung mit der verschärften NTLMv1-SSO-Behandlung.

Dazu kommen separate Kommunikationsprobleme mit bestimmten Konica-Minolta-Geräten bei Universal Print.

Kurz gesagt:

Windows 11 hat derzeit nicht das eine Druckerproblem. Es hat gleich mehrere – und leider sehen sie für den Anwender ziemlich ähnlich aus.

Quellen

Neowin:
Microsoft confirms Windows 11 Universal Print broken for months, requires manual fix
https://www.neowin.net/news/microsoft-confirms-windows-11-universal-print-broken-for-months-requires-manual-fix/

Microsoft – Universal Print Known Issues:
https://learn.microsoft.com/en-us/universal-print/fundamentals/universal-print-known-issues

Microsoft – Universal Print kompatible Drucker:
https://learn.microsoft.com/en-us/universal-print/fundamentals/universal-print-printer-list

Microsoft – KB5127648:
https://support.microsoft.com/de-de/servicing/os/windows-11/2026/10/kb5127648-windows-11-24h2-25h2-26h2-security-update

Mein vorheriger Beitrag zu KB5127648:
KB5127648: Freigegebene Drucker lassen sich teils nicht mehr normal hinzufügen
https://seiboldsoft.com/kb5127648-freigegebene-drucker-lassen-sich-teils-nicht-mehr-normal-hinzufuegen/