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KB5127648: Freigegebene Drucker lassen sich teils nicht mehr normal hinzufügen

KI-Generiertes Foto

Mit dem kumulativen Windows-11-Update KB5127648 vom Oktober 2026 gibt es offenbar ein weiteres Problem – diesmal betrifft es die Einrichtung freigegebener Netzwerkdrucker.

Mehrere Nutzer berichten, dass sich Drucker, die über einen Windows-Server bereitgestellt werden, nach dem Update nicht mehr wie gewohnt über „Gerät hinzufügen“ einrichten lassen.

Interessant ist dabei: Die manuelle Installation funktioniert weiterhin.

Das spricht dafür, dass nicht der Drucker selbst kaputt ist, sondern der automatische Einrichtungsweg durch eine Sicherheitsänderung ins Stolpern gerät.

Betroffen sind Windows 11 24H2 bis 26H2

KB5127648 wurde am 13. Oktober 2026 für Windows 11 24H2 bis 26H2 veröffentlicht.

Eigentlich enthält das Update unter anderem auch Korrekturen im Druckerbereich.

Umso unschöner ist es, dass nun ausgerechnet beim Hinzufügen freigegebener Drucker neue Probleme auftauchen.

Mehrere Anwender berichten unabhängig voneinander von demselben Verhalten.

„Gerät hinzufügen“ funktioniert nicht mehr wie gewohnt

Das Problem zeigt sich offenbar vor allem in Active-Directory-Umgebungen mit über Windows Server freigegebenen Druckern.

Der übliche Weg lautet:

Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker und Scanner → Gerät hinzufügen

Nach KB5127648 kann dieser Vorgang fehlschlagen.

In einem dokumentierten Fall erscheint dabei der Fehler:

Fehler 87

Der Drucker wird also erkannt beziehungsweise gesucht, lässt sich aber über den normalen automatischen Weg nicht sauber einrichten.

Manuelle Einrichtung funktioniert weiterhin

Das Interessante:

Scrollt man in den Windows-Einstellungen weiter nach unten und verwendet die Option:

„Fügen Sie ein neues Gerät manuell hinzu“

funktioniert die Installation offenbar weiterhin.

Dabei spielt es laut den Berichten keine große Rolle, ob der Drucker über die Verzeichnissuche oder direkt über den Freigabepfad eingebunden wird.

Das ist für Administratoren zumindest ein brauchbarer Übergangsweg.

Nicht schön, aber besser als gar kein Drucker.

Deinstallation von KB5127648 behebt das Problem

Mehrere Betroffene haben testweise das kumulative Update KB5127648 wieder entfernt.

Danach funktionierte die normale Druckerinstallation über „Gerät hinzufügen“ wieder.

Damit verdichtet sich der Verdacht ziemlich deutlich, dass die Änderung tatsächlich mit dem Oktober-Update zusammenhängt.

Ich würde das Update trotzdem nicht einfach pauschal deinstallieren.

KB5127648 enthält schließlich Sicherheitskorrekturen.

Wenn es einen funktionierenden Workaround gibt, ist der normalerweise die bessere erste Option.

Ursache scheint die strengere NTLMv1-Blockierung zu sein

Als Ursache wird inzwischen eine Sicherheitsänderung rund um NTLMv1 genannt.

Microsoft hat NTLMv1 in aktuellen Windows-Versionen ohnehin weitgehend entfernt.

Trotzdem gibt es noch bestimmte Szenarien, in denen ältere NTLMv1-bezogene Kryptografie eine Rolle spielt.

Mit KB5127648 wurde die Voreinstellung für:

BlockNtlmv1SSO

geändert.

Vorher lief die Einstellung im Wesentlichen im Überwachungsmodus.

Mit dem Oktober-Update wird die Blockierung nun standardmäßig erzwungen.

Genau das scheint bestimmte automatische Druckerinstallationen in Domänenumgebungen zu treffen.

Aus Audit wird Enforce

Technisch bedeutet die Änderung:

Der bisherige Standardwert wurde von:

0

auf:

1

umgestellt.

Damit wird die NTLMv1-SSO-Nutzung nicht nur protokolliert, sondern tatsächlich blockiert.

Aus Sicherheitssicht ist das grundsätzlich sinnvoll.

NTLMv1 ist alt und sollte möglichst nicht mehr verwendet werden.

Das Problem ist nur:

Wenn irgendwo im Netzwerk doch noch ein älterer Authentifizierungsweg erwartet wird, fällt die Sache plötzlich auseinander.

Und offenbar kann genau das beim automatischen Hinzufügen bestimmter freigegebener Drucker passieren.

Temporärer Workaround über die Registry

Ein betroffener Administrator konnte das Problem beheben, indem er die Blockierung wieder zurücknahm.

Dafür wird folgender Registry-Wert verwendet:

HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Lsa

mit:

BlockNtlmv1SSO = 0

Über eine administrative Eingabeaufforderung lässt sich das mit folgendem Befehl setzen:

reg add "HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Lsa" /v BlockNtlmv1SSO /t REG_DWORD /d 0 /f

Danach wird die strengere NTLMv1-Blockierung wieder aufgehoben.

Den Registry-Workaround würde ich nur vorsichtig einsetzen

Wichtig ist aber:

Dieser Workaround schwächt bewusst eine Sicherheitsverschärfung wieder ab.

Deshalb würde ich ihn nicht als erste Standardlösung empfehlen.

Wenn die manuelle Druckerinstallation funktioniert, ist das aus meiner Sicht zunächst der sauberere Weg.

Die Registry-Änderung ist eher etwas für Administratoren, die genau wissen, warum sie sie setzen, und die anschließend prüfen können, welche Altlast im Netzwerk noch auf NTLMv1-bezogene Mechanismen angewiesen ist.

Ein dauerhafter Rückfall auf schwächere Authentifizierung ist schließlich keine besonders elegante Lösung.

Besser: Ursache im Netzwerk suchen

Langfristig sollte geprüft werden, warum der betroffene Drucker beziehungsweise die zugrunde liegende Freigabe offenbar auf einen alten Authentifizierungsweg angewiesen ist.

Mögliche Ansatzpunkte sind:

  • Druckserver-Konfiguration

  • Domänenrichtlinien

  • alte Printserver

  • ältere NAS-Systeme

  • veraltete Druckertreiber

  • Legacy-Anwendungen

  • alte Authentifizierungsmechanismen

Das eigentliche Ziel sollte sein, die Umgebung so zu modernisieren, dass die strengere NTLMv1-Blockierung aktiviert bleiben kann.

Warum das Problem gerade jetzt sichtbar wird

Solche Fehler sind typisch für Sicherheitsverschärfungen.

Solange Windows alte Verfahren noch stillschweigend toleriert, merkt niemand, dass irgendwo im Hintergrund noch veraltete Authentifizierung verwendet wird.

Erst wenn Microsoft die Schraube anzieht, fällt plötzlich etwas aus.

Das ist ärgerlich, aber gleichzeitig auch aufschlussreich.

Denn genau dann sieht man, welche Altlasten im Netzwerk noch existieren.

Mein Eindruck

Ich halte die Änderung von Microsoft grundsätzlich für richtig.

NTLMv1 gehört aus modernen Windows-Umgebungen raus.

Problematisch ist eher, dass solche Verschärfungen häufig erst dann auffallen, wenn irgendein Alltagsprozess plötzlich nicht mehr funktioniert.

Und Drucker sind dafür natürlich ein perfekter Kandidat.

Die schaffen es erstaunlich zuverlässig, selbst moderne IT-Infrastrukturen auf den Stand von 2008 zurückzuversetzen.

Dass die manuelle Installation weiterhin funktioniert, ist immerhin ein brauchbarer Übergangsweg.

Die Registry wieder auf den alten Zustand zu setzen, würde ich dagegen nur bewusst und möglichst temporär machen.

Fazit

Nach dem Windows-11-Update KB5127648 kann das automatische Hinzufügen freigegebener Drucker über „Gerät hinzufügen“ fehlschlagen.

Betroffen sind offenbar vor allem Umgebungen mit Windows Server und Active Directory.

Die manuelle Druckerinstallation funktioniert weiterhin.

Als wahrscheinliche Ursache gilt eine Änderung an der NTLMv1-Blockierung.

Microsoft hat mit dem Oktober-Update den Standardwert von BlockNtlmv1SSO auf Enforce gesetzt.

Ein Registry-Workaround kann das alte Verhalten wiederherstellen, schwächt aber gleichzeitig die Sicherheitsverschärfung.

Meine Empfehlung wäre deshalb:

Erst die manuelle Druckerinstallation verwenden und parallel prüfen, warum die Umgebung noch auf den alten Authentifizierungsweg angewiesen ist.

Den Registry-Workaround würde ich nur gezielt und möglichst vorübergehend einsetzen.

Quelle

BornCity:
Windows 11 Update KB5127648: „Gerät hinzufügen“ bei Druckern kaputt?
https://borncity.com/blog/2026/10/24/windows-11-update-kb5127648-geraet-hinzufuegen-bei-druckern-kaputt/

Microsoft – KB5127648:
https://support.microsoft.com/help/5127648