Windows stärkt den Schutz: Speicherintegrität wird ab Oktober 2026 auf mehr Geräten aktiviert

Microsoft will den Schutz von Windows-Systemen weiter verschärfen. Ab Oktober 2026 soll die sogenannte Speicherintegrität auf deutlich mehr geeigneten Geräten automatisch aktiviert werden.
Die Funktion gehört zu den Sicherheitsmechanismen von Windows, die direkt auf Kernel-Ebene arbeiten. Ziel ist es, Angriffe schwieriger zu machen, bei denen Schadsoftware versucht, sich tief im System festzusetzen oder manipulierten Code mit besonders hohen Rechten auszuführen.
Für die meisten Nutzer soll die Umstellung automatisch erfolgen. Zusätzliche Einrichtungsschritte sind laut Microsoft in der Regel nicht notwendig.
Was ist die Speicherintegrität überhaupt?
Die Speicherintegrität gehört zur Virtualization-based Security, kurz VBS.
Dabei nutzt Windows die Virtualisierungsfunktionen moderner Prozessoren, um besonders sensible Bereiche des Systems stärker voneinander zu trennen. Vereinfacht gesagt entsteht ein zusätzlicher geschützter Bereich, in dem Windows sicherheitskritische Vorgänge überprüfen kann.
Die Speicherintegrität sorgt unter anderem dafür, dass im Kernel-Modus nur vertrauenswürdiger Code und entsprechend geprüfte Treiber ausgeführt werden.
Gerade der Windows-Kernel ist ein besonders attraktives Ziel für Angreifer. Wer dort Schadcode unterbringen kann, erhält weitreichenden Zugriff auf das gesamte System.
Aktivierung kommt über Windows Update
Ab Oktober 2026 sollen reguläre Windows-Updates damit beginnen, die Speicherintegrität auf geeigneten Geräten automatisch einzuschalten.
Falls VBS noch nicht aktiv ist, kann Windows auch diese Funktion im Rahmen der Umstellung aktivieren.
Microsoft macht das allerdings nicht blind auf jedem Rechner.
Vor der Aktivierung soll Windows prüfen, ob das jeweilige Gerät dafür geeignet ist. Dabei spielen unter anderem folgende Punkte eine Rolle:
- vorhandene Hardware-Funktionen
- Treiberkompatibilität
- allgemeine Systemkompatibilität
- mögliche Auswirkungen auf die Leistung
Damit möchte Microsoft verhindern, dass die zusätzliche Absicherung auf ungeeigneten Systemen plötzlich zu Problemen führt.
Nicht jeder Rechner wird automatisch umgestellt
Wichtig ist: Bereits getroffene Einstellungen sollen respektiert werden.
Wer die Speicherintegrität bewusst deaktiviert hat, soll sie durch diese Umstellung nicht einfach wieder eingeschaltet bekommen.
Das Gleiche gilt für Unternehmen, die entsprechende Einstellungen über Gruppenrichtlinien oder andere Verwaltungssysteme festgelegt haben.
Microsoft versucht also, einen stärkeren Standard für normale Windows-Systeme einzuführen, ohne bestehende Administratorentscheidungen zu überschreiben.
Wo kann man die Speicherintegrität prüfen?
Ob die Funktion auf dem eigenen Rechner aktiv ist, lässt sich direkt in Windows kontrollieren.
Dazu öffnet man:
Windows-Sicherheit → Gerätesicherheit → Kernisolierung → Speicherintegrität
Dort kann man sehen, ob die Funktion eingeschaltet ist.
Falls sie deaktiviert ist, lässt sie sich auf kompatiblen Geräten auch manuell aktivieren.
Alte oder inkompatible Treiber können zum Problem werden
Ein häufiger Grund dafür, dass sich die Speicherintegrität nicht aktivieren lässt, sind ältere Treiber.
Bestimmte Treiber erfüllen die Sicherheitsanforderungen von Windows nicht und können deshalb mit der Funktion kollidieren.
In solchen Fällen sollte man zunächst prüfen, ob der Gerätehersteller einen aktuelleren Treiber anbietet.
Gerade bei älteren Druckern, Spezialhardware oder schon länger nicht mehr gepflegten Geräten kann es vorkommen, dass kein passendes Update mehr verfügbar ist.
Dann muss man abwägen, ob die betroffene Hardware weiterhin benötigt wird oder ob die Speicherintegrität vorerst deaktiviert bleibt.
Mehr Sicherheit ohne zusätzliche Einrichtung
Die Richtung von Microsoft ist ziemlich klar: Sicherheitsfunktionen sollen künftig möglichst standardmäßig aktiv sein und nicht erst vom Nutzer eingeschaltet werden müssen.
Das ist grundsätzlich sinnvoll. Viele Anwender beschäftigen sich nie mit Einstellungen wie VBS, Kernisolierung oder Speicherintegrität. Wenn solche Schutzmechanismen automatisch funktionieren, steigt das Sicherheitsniveau, ohne dass man sich selbst darum kümmern muss.
Microsoft sieht die Speicherintegrität außerdem als wichtige Grundlage für weitere Sicherheitsfunktionen in Windows.
Dazu gehören auch modernere Mechanismen wie Hotpatch-Updates, bei denen bestimmte Sicherheitsupdates ohne klassischen Neustart eingespielt werden können.
Kann das Leistung kosten?
VBS und Speicherintegrität können auf bestimmten Systemen etwas zusätzliche Leistung benötigen.
Auf moderner Hardware fällt das im normalen Alltag meist kaum auf. Auf älteren oder leistungsschwächeren Rechnern können die Auswirkungen allerdings stärker spürbar sein.
Genau deshalb prüft Windows vor der automatischen Aktivierung auch Leistungs- und Kompatibilitätsfaktoren.
Wer nach der Umstellung ungewöhnliche Probleme feststellt, sollte deshalb zunächst prüfen, ob die Speicherintegrität kürzlich aktiviert wurde.
Fazit
Ab Oktober 2026 wird die Speicherintegrität auf mehr kompatiblen Windows-Geräten automatisch aktiviert.
Für die meisten Nutzer dürfte davon kaum etwas zu merken sein. Im Hintergrund wird Windows jedoch besser gegen Angriffe geschützt, die versuchen, Schadcode oder manipulierte Treiber direkt im Kernel auszuführen.
Wer die Funktion bereits bewusst deaktiviert hat, soll weiterhin selbst entscheiden können.
Für alle anderen gilt: Wenn die Hardware geeignet ist und keine inkompatiblen Treiber im Weg stehen, übernimmt Windows die zusätzliche Absicherung künftig weitgehend automatisch.