Windows 11

Windows 11 Build 29695.1001 verbessert die Bildschirmlupe

KI-Generiertes Foto

Microsoft hat mit Windows 11 Insider Experimental Future Platforms Preview Build 29695.1001 eine neue Testversion veröffentlicht.

Diesmal geht es weniger um große neue Funktionen und mehr um gezielte Verbesserungen und Fehlerbehebungen.

Besonders auffällig ist eine neue Option für die Bildschirmlupe. Dazu kommen Korrekturen für Netzwerkprobleme, Hyper-V und VMware.

Für eine experimentelle Build ist das insgesamt ein eher ruhiges Update – aber gerade die behobenen Fehler dürften für betroffene Insider ziemlich willkommen sein.

Neue Kontrastfunktion für die Bildschirmlupe

Die Bildschirmlupe bekommt einen neuen Schalter für Kontrastdesigns.

Der Gedanke dahinter ist simpel:

Wer helle Oberflächen als unangenehm empfindet, nutzt häufig die Farbumkehr.

Das Problem dabei: Eine klassische Invertierung verändert wirklich alles.

Also auch:

  • Fotos

  • Videos

  • Diagramme

  • andere farbige Inhalte

Mit der neuen Kontrastoption soll genau das vermieden werden.

Dunklere Oberfläche ohne verfälschte Bilder

Der neue Schalter verändert die Oberfläche, lässt Bilder, Videos und Diagramme aber in ihren normalen Farben.

Das ist aus meiner Sicht deutlich angenehmer.

Gerade bei längerer Nutzung ist eine dunklere Oberfläche oft hilfreich, ohne dass man gleich jedes Foto wie ein Negativfilm betrachten möchte.

Standardmäßig soll dabei ein dunkles Kontrastdesign verwendet werden.

Welches Design tatsächlich genutzt wird, lässt sich unter:

Einstellungen → Barrierefreiheit → Bildschirmlupe

festlegen.

Farbumkehr bleibt weiterhin erhalten

Wichtig:

Microsoft ersetzt die bestehende Farbumkehr nicht.

Wer sie bereits verwendet, kann das auch weiterhin tun.

Die neue Kontrastfunktion kommt zusätzlich dazu.

Das ist sinnvoll, weil beide Funktionen unterschiedliche Zwecke erfüllen.

Die klassische Invertierung bleibt für Nutzer interessant, die bewusst sämtliche Farben umkehren möchten.

Das neue Kontrastdesign ist eher für eine angenehmere, dunklere Bedienoberfläche gedacht.

Family Safety bekommt verständlichere Hinweise

Auch bei Family Safety bessert Microsoft nach.

Wenn Anwendungen aufgrund von Altersbeschränkungen blockiert werden, sollen die Hinweise künftig verständlicher ausfallen.

Das klingt unspektakulär, ist im Alltag aber durchaus wichtig.

Gerade bei Kindersicherung und Altersfreigaben ist eine klare Meldung besser als irgendein kryptischer Hinweis, bei dem niemand so recht weiß, warum eine App plötzlich nicht mehr startet.

Verbesserungen während der Windows-Einrichtung

Auch während des Setups von Windows will Microsoft stärker auf Jugendschutz und Familienfunktionen hinweisen.

Die Informationen zu verfügbaren Schutzmaßnahmen sollen verständlicher und früher sichtbar sein.

Damit möchte Microsoft Familien offenbar besser erklären, welche Einstellungen bereits während der Einrichtung verfügbar sind.

Für mich ist das eine typische Komfortverbesserung:

Nicht spektakulär, aber sinnvoll, wenn man Windows tatsächlich für mehrere Familienmitglieder einrichtet.

Internetprobleme nach den letzten Builds behoben

Einer der wichtigeren Fixes betrifft das Netzwerk.

Nach den letzten beiden Experimental-Builds hatten einige Insider Probleme damit, dass der Internetzugang plötzlich nicht mehr funktionierte.

Build 29695.1001 behebt genau dieses Problem.

Wenn man bedenkt, dass praktisch jede Testversion heute eine Internetverbindung für Updates, Synchronisation und Cloud-Dienste voraussetzt, war das natürlich kein kleiner Schönheitsfehler.

Ein experimenteller Kanal darf experimentell sein.

Komplett ohne Internet wird es dann aber irgendwann doch etwas mühsam.

Hyper-V und Linux-Freigaben funktionieren wieder besser

Auch Hyper-V bekommt eine Korrektur.

Betroffen waren Anwendungen, die HCS-verwaltete virtuelle Maschinen verwenden.

Beim Teilen von Ordnern zwischen Windows-Host und Linux-Gast über Plan9 konnte es passieren, dass die freigegebenen Ordner im Gastsystem nicht erschienen oder nicht erreichbar waren.

Mit Build 29695.1001 soll dieser Fehler behoben sein.

Für Nutzer, die regelmäßig Linux-VMs mit gemeinsam genutzten Verzeichnissen einsetzen, dürfte das deutlich relevanter sein als manch sichtbare UI-Neuerung.

VMware-Green-Screens mit PFN_SHARE_COUNT behoben

Auch VMware-Nutzer bekommen einen wichtigen Fix.

Ein Fehler in den letzten Builds führte bei manchen Insidern zu häufigen Green-Screen-Abstürzen.

Dabei wurde der Fehler:

PFN_SHARE_COUNT

angezeigt.

Mit der neuen Build will Microsoft die zugrunde liegende Ursache behoben haben.

Gerade bei experimentellen Windows-Versionen und Virtualisierung ist so ein Fix natürlich willkommen.

Wer Testsysteme in VMs betreibt, möchte schließlich ungern gleichzeitig Windows und die Virtualisierungsschicht debuggen.

Weniger ESENT-Einträge im Ereignisprotokoll

Ein weiterer Fehler führte bei manchen Insidern zu ungewöhnlich vielen ESENT-Ereignissen im Ereignisprotokoll.

Auch dieses Verhalten wurde korrigiert.

Das dürfte vor allem Administratoren und technisch interessierte Nutzer freuen, die regelmäßig in die Ereignisanzeige schauen.

Ein Log voller unnötiger Meldungen hilft schließlich niemandem.

Recall bleibt bei Clean Install problematisch

Ganz fehlerfrei ist Build 29695.1001 allerdings nicht.

Microsoft nennt weiterhin ein bekanntes Problem mit Recall auf einigen Copilot+ PCs.

Nach einer sauberen Neuinstallation dieser Build kann Recall fehlen oder sich nicht starten lassen.

Microsoft arbeitet an einer Lösung.

Wer Recall aktiv verwendet und einen Clean Install plant, sollte das im Hinterkopf behalten.

Future Platforms bleibt klar experimentell

Der Name des Kanals sagt es eigentlich schon:

Experimental Future Platforms

Diese Builds sind nicht dafür gedacht, einfach möglichst früh neue Funktionen auf einem produktiven Hauptsystem zu bekommen.

Microsoft testet hier Plattformänderungen und Funktionen, die noch nicht unbedingt für eine bestimmte reguläre Windows-Version vorgesehen sind.

Deshalb gehören Probleme wie Netzwerkfehler oder Green Screens leider auch ein Stück weit zum Risiko dieses Kanals.

Wer absolute Stabilität braucht, sollte hier definitiv nicht mit dem Arbeitsrechner experimentieren.

Mein Eindruck

Build 29695.1001 ist kein spektakuläres Feature-Feuerwerk.

Und ehrlich gesagt finde ich das gar nicht schlecht.

Gerade bei experimentellen Builds sind solide Fehlerkorrekturen oft wichtiger als die nächste halbfertige Schaltfläche.

Die neue Kontrastoption für die Bildschirmlupe ist außerdem eine praktische Ergänzung, weil sie einen echten Nachteil der klassischen Farbumkehr umgeht.

Dazu kommen sinnvolle Fixes für Internetzugang, Hyper-V und VMware.

Unterm Strich wirkt die Build damit vor allem wie ein Stabilitätsupdate mit einem kleinen Accessibility-Bonus.

Fazit

Windows 11 Insider Experimental Future Platforms Build 29695.1001 bringt eine neue Kontrastoption für die Bildschirmlupe und mehrere wichtige Fehlerbehebungen.

Unter anderem wurden Probleme mit:

  • Internetzugang

  • Hyper-V

  • Plan9-Freigaben

  • VMware

  • ESENT-Ereignissen

behoben.

Die Bildschirmlupe kann künftig ein Kontrastdesign anwenden, ohne Fotos, Videos und Diagramme farblich zu verfälschen.

Ein bekanntes Problem bleibt allerdings bestehen:

Auf einigen Copilot+ PCs kann Recall nach einer sauberen Neuinstallation fehlen oder nicht starten.

Für Nutzer des Experimental-Kanals ist die Build insgesamt vor allem eines:

weniger spektakulär, aber wahrscheinlich deutlich angenehmer im Alltag.

Quelle

Neowin:
Windows 11 Future Platforms build 29695.1001 improves Magnifier and fixes multiple issues
https://www.neowin.net/news/windows-11-future-platforms-build-296951001-improves-magnifier-and-fixes-multiple-issues/

Microsoft – Windows Insider Release Notes:
https://learn.microsoft.com/en-us/windows-insider/release-notes/experimental-future-platforms/preview-build-29695-1001