Windows 11 Beta: Neues Kontextmenü, schnellere Einstellungen und Recall-Problem

Microsoft verteilt neue Windows-11-Insider-Builds im Beta-Kanal.
Dabei laufen aktuell zwei unterschiedliche Entwicklungszweige parallel:
Windows 11 25H2 mit Build 26220.9757
Windows 11 26H1 mit Build 28020.3292
Die Änderungen fallen je nach Zweig unterschiedlich aus.
Während die 25H2-Build vor allem am Datei-Explorer und an der Einstellungen-App arbeitet, bringt die 26H1-Build Verbesserungen für Unicode. Gleichzeitig bestätigt Microsoft dort ein bekanntes Problem mit Recall auf einigen Copilot+ PCs.
Build 26220.9757 überarbeitet das Kontextmenü
Die sichtbarste Änderung in Windows 11 Build 26220.9757 betrifft den Datei-Explorer.
Microsoft führt ein neues, überarbeitetes Kontextmenü ein.
Das Ziel dabei ist ziemlich klar:
Das Rechtsklick-Menü soll übersichtlicher wirken und weniger mit Einträgen überladen sein.
Häufig verwendete Aktionen bleiben direkt erreichbar, während andere Optionen besser organisiert werden sollen.
Gerade beim Kontextmenü hat Microsoft in Windows 11 schon mehrfach nachgebessert.
Das Thema begleitet das System eigentlich seit dem Start.
Weniger Ballast beim Rechtsklick
Das neue Design soll laut Microsoft die oberste Ebene des Menüs aufräumen.
Das dürfte vielen Nutzern entgegenkommen.
Ein Kontextmenü ist schließlich dann praktisch, wenn man schnell findet, was man braucht.
Wenn sich dort zu viele Einträge stapeln, wird aus dem schnellen Rechtsklick irgendwann eher eine kleine Suchaufgabe.
Microsoft möchte das Menü deshalb nicht nur optisch überarbeiten, sondern auch stärker anpassbar machen.
Neue Einstellungen für das Kontextmenü
Interessant ist vor allem die angekündigte neue Settings-Erfahrung für das Kontextmenü.
Darüber sollen Nutzer mehr Einfluss darauf bekommen, welche Optionen angezeigt werden.
Das geht über eine reine optische Änderung hinaus.
Wenn Microsoft das sauber umsetzt, könnte man das Rechtsklick-Menü künftig stärker an die eigene Nutzung anpassen.
Das finde ich deutlich spannender als nur neue Abstände und rundere Ecken.
Microsoft erklärt die neue Funktion direkt
Zusätzlich führt Microsoft einen sogenannten Teaching Tip ein.
Dabei handelt es sich um einen kurzen Hinweis, der Nutzer beim ersten Auftauchen des neuen Kontextmenüs auf die Anpassungsmöglichkeiten aufmerksam machen soll.
Das ist vermutlich sinnvoll.
Neue Funktionen helfen wenig, wenn niemand weiß, dass sie existieren.
Gerade Einstellungen, die irgendwo tief in Windows versteckt sind, werden sonst schnell übersehen.
Die Einstellungen-App soll schneller laden
Build 26220.9757 bringt außerdem Verbesserungen für die Einstellungen-App.
Microsoft arbeitet an der Performance der Startseite.
In bestimmten Situationen soll sie dadurch schneller geladen werden.
Das klingt zunächst nach einer kleinen Änderung.
Im Alltag finde ich solche Optimierungen aber durchaus wichtig.
Die Einstellungen-App ist inzwischen einer der zentralen Orte in Windows 11.
Wenn sie jedes Mal erst überlegen muss, ob sie heute Lust hat zu laden, fällt das schneller auf als irgendein neues Symbol.
Kein großer Umbau, sondern Feinarbeit
Bei der Einstellungen-App geht es diesmal nicht um ein neues Design oder zusätzliche Kategorien.
Microsoft spricht konkret von kürzeren Ladezeiten in bestimmten Szenarien.
Das ist also eher klassische Feinarbeit.
Und genau davon kann Windows meiner Meinung nach ruhig mehr bekommen.
Nicht jede Insider-Build muss zehn neue Funktionen enthalten.
Manchmal reicht es auch, wenn vorhandene Dinge einfach schneller und zuverlässiger werden.
Build 28020.3292 bringt Unicode 17.0
Die zweite neue Beta-Build läuft unter Windows 11 26H1.
Hier steht vor allem Unicode 17.0 im Mittelpunkt.
Microsoft erweitert die Textdarstellung von Windows, damit neue Zeichen und Schriftsysteme korrekt dargestellt werden können.
Unicode 17.0 bringt insgesamt 4.803 neue Zeichen mit.
Vier neue Schriftsysteme werden unterstützt
Unter anderem kommen vier neu kodierte Schriftsysteme hinzu:
Beria Erfe
Sidetic
Tai Yo
Tolong Siki
Windows erhält mit der neuen Build die notwendige Unterstützung für das sogenannte Text Shaping dieser Zeichen.
Dabei geht es nicht nur darum, irgendein Zeichen auf dem Bildschirm darzustellen.
Bei vielen Schriftsystemen müssen Zeichen abhängig von ihrer Position oder Kombination korrekt zusammengesetzt und geformt werden.
Genau dafür ist die Text-Shaping-Unterstützung wichtig.
Unicode-Updates sind unscheinbar, aber wichtig
Solche Änderungen gehen im normalen Windows-Alltag leicht unter.
Für viele Nutzer wird Build 28020.3292 vermutlich keinerlei sichtbaren Unterschied machen.
Für Menschen, die mit den neu unterstützten Schriftsystemen arbeiten, sieht das natürlich ganz anders aus.
Ich finde solche Updates deshalb interessant, weil sie zeigen, dass Windows nicht nur aus Startmenü, Explorer und Taskleiste besteht.
Auch die Unterstützung von Sprachen und Schriftsystemen gehört zu einer modernen Betriebssystemplattform.
Recall kann nach Clean Install fehlen
Ganz ohne Problem kommt die neue 26H1-Build allerdings nicht.
Microsoft bestätigt einen bekannten Fehler mit Recall.
Auf einigen Copilot+ PCs kann die Funktion nach einer sauberen Neuinstallation dieser Build fehlen oder sich nicht starten lassen.
Microsoft arbeitet bereits an einer Lösung.
Das Problem betrifft Clean Installs
Wichtig ist die Einschränkung:
Microsoft nennt ausdrücklich eine saubere Neuinstallation als betroffenen Fall.
Das bedeutet nicht automatisch, dass Recall auf jedem Copilot+ PC mit Build 28020.3292 verschwindet.
Der Fehler betrifft offenbar bestimmte Systeme nach einem Clean Install.
Mehr Details nennt Microsoft im aktuellen Changelog nicht.
Recall bleibt damit weiter etwas empfindlich
Recall gehört seit seiner Einführung ohnehin zu den Funktionen, bei denen Microsoft regelmäßig nachbessern musste.
Diesmal handelt es sich aber nicht um eine neue funktionale Änderung, sondern schlicht um einen bekannten Fehler in der Insider-Build.
Wer Recall aktiv nutzt und gerade eine Neuinstallation plant, sollte das im Hinterkopf behalten.
Wer Recall ohnehin nicht verwendet, dürfte diesem Problem vermutlich etwas gelassener begegnen.
Zwei Builds, zwei unterschiedliche Entwicklungsrichtungen
Interessant ist auch die parallele Entwicklung.
Build 26220.9757 gehört zu Windows 11 25H2.
Build 28020.3292 läuft dagegen unter 26H1.
Dadurch unterscheiden sich die Änderungen auch deutlich.
Die 25H2-Build bringt eher sichtbare Verbesserungen für die Bedienung.
Die 26H1-Build arbeitet stärker an der Plattform selbst.
Das zeigt ganz gut, wie Microsoft derzeit mehrere Entwicklungsstränge gleichzeitig pflegt.
Das neue Kontextmenü dürfte mehr Nutzer interessieren
Wenn ich mir beide Builds anschaue, dürfte das neue Explorer-Kontextmenü für die meisten Anwender die sichtbarste Neuerung sein.
Der Rechtsklick gehört zu den Dingen, die man ständig benutzt.
Eine bessere Organisation und mehr Kontrolle über die Einträge können deshalb tatsächlich einen Unterschied machen.
Vorausgesetzt natürlich, Microsoft übertreibt es nicht wieder mit Untermenüs.
Ein Kontextmenü sollte schließlich schnell sein.
Nicht erst eine kleine Schnitzeljagd starten.
Schnellere Einstellungen sind ebenfalls willkommen
Auch die Performance-Verbesserungen für die Einstellungen-App gefallen mir.
Windows 11 hat inzwischen sehr viele Bereiche aus der klassischen Systemsteuerung übernommen.
Damit steigt automatisch die Bedeutung der Einstellungen-App.
Je schneller und flüssiger diese reagiert, desto besser.
Das ist vielleicht keine Funktion, mit der man auf einer Bühne besonders viel Applaus bekommt.
Im Alltag merkt man sie aber deutlich häufiger als manches große Feature.
Mein Eindruck
Die beiden neuen Beta-Builds wirken insgesamt eher wie solide Weiterentwicklung als wie große Feature-Pakete.
Und das ist völlig in Ordnung.
Das überarbeitete Kontextmenü könnte tatsächlich einen praktischen Mehrwert bieten, besonders wenn die angekündigte Anpassbarkeit vernünftig umgesetzt wird.
Die schnellere Einstellungen-App ist ebenfalls willkommen.
Unicode 17.0 ist weniger spektakulär, aber technisch wichtig.
Und beim Recall-Problem gilt wie so oft im Insider-Programm:
Wer experimentelle Builds installiert, bekommt eben manchmal auch experimentelle Probleme dazu.
Fazit
Microsoft verteilt mit Windows 11 Build 26220.9757 und Build 28020.3292 zwei neue Insider-Versionen im Beta-Kanal.
Build 26220.9757 für Windows 11 25H2 bringt:
ein überarbeitetes Datei-Explorer-Kontextmenü
neue Anpassungsmöglichkeiten
einen Hinweis auf die neue Kontextmenü-Konfiguration
Performance-Verbesserungen für die Einstellungen-App
Build 28020.3292 für Windows 11 26H1 erweitert dagegen die Unterstützung für Unicode 17.0 mit 4.803 neuen Zeichen und vier zusätzlichen Schriftsystemen.
Gleichzeitig bestätigt Microsoft dort ein bekanntes Problem:
Recall kann auf einigen Copilot+ PCs nach einer sauberen Neuinstallation fehlen oder nicht starten.
Für mich ist vor allem die 25H2-Build interessant.
Ein aufgeräumteres Rechtsklick-Menü und eine schnellere Einstellungen-App sind vielleicht keine spektakulären Neuerungen – aber genau solche Verbesserungen machen Windows im Alltag angenehmer.
Quelle
Neowin:
Microsoft confirms missing Recall and faster Settings with new Windows 11 Insider builds
https://www.neowin.net/news/microsoft-confirms-missing-recall-and-faster-settings-with-new-windows-11-insider-builds/