Windows 11

Windows 11 bekommt zahlreiche Verbesserungen für den Alltag

KI-Generiertes Foto

Microsoft hat einen größeren Ausblick auf kommende und bereits anlaufende Verbesserungen für Windows 11 veröffentlicht. Dabei geht es diesmal nicht um eine einzelne spektakuläre Funktion, sondern um viele kleinere Änderungen, die Windows im Alltag schneller, zuverlässiger und angenehmer machen sollen.

Dazu gehören eine überarbeitete Windows-Suche, eine engere Verbindung zwischen Smartphone und PC, Verbesserungen bei Fotos, Gaming und Barrierefreiheit sowie Optimierungen bei Speicherverbrauch und Reaktionsgeschwindigkeit.

Gerade Letzteres finde ich interessant. Denn ein neues Menü ist schnell eingebaut – ein Betriebssystem spürbar flüssiger zu machen, ist meist die wesentlich schwierigere Aufgabe.

Windows 11 soll bis zu 20 Prozent schneller reagieren

Microsoft hat in den vergangenen Monaten offenbar einiges unter der Oberfläche verändert.

Nach eigenen Messungen soll Windows 11 bei verschiedenen alltäglichen Aktionen bis zu 20 Prozent reaktionsschneller geworden sein.

Untersucht wurden unter anderem:

  • Startmenü
  • Windows-Suche
  • Datei-Explorer
  • Kontextmenüs
  • Einstellungen
  • Snipping Tool

Auch Microsoft 365 und Edge sollen von verschiedenen Optimierungen profitieren.

Wichtig ist dabei allerdings das kleine Wort „bis zu“.

Microsoft hat die Werte auf bestimmten Windows-Builds gemessen. Wie groß der Unterschied auf dem eigenen PC tatsächlich ausfällt, hängt natürlich von Hardware, Konfiguration und Nutzung ab.

Trotzdem gefällt mir die Richtung. Windows muss nicht bei jedem Update zehn neue Funktionen bekommen. Manchmal reicht es schon, wenn die vorhandenen einfach schneller reagieren.

Besonders Rechner mit 8 GB RAM sollen profitieren

Ein Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Speicherverwaltung.

Auf Rechnern mit 8 GB Arbeitsspeicher soll Windows nun bis zu 2 GB mehr aktive Daten direkt im RAM behalten können, anstatt diese früher auf langsameren Massenspeicher auszulagern.

Gleichzeitig reduziert Microsoft den Speicherbedarf verschiedener Hintergrundkomponenten.

Ein Beispiel sind die Widgets.

Auf Geräten mit maximal 8 GB RAM sollen sie künftig erst vollständig geladen werden, wenn sie tatsächlich geöffnet werden.

Allein dadurch sollen mehr als 200 MB Arbeitsspeicher für andere Anwendungen frei bleiben.

Das klingt zunächst nicht nach einer riesigen Zahl. Aber gerade bei 8-GB-Systemen summieren sich solche kleinen Einsparungen schnell.

Windows Update soll weniger stören

Auch Windows Update wird weiter angepasst.

Microsoft möchte Aktualisierungen besser koordinieren, damit Neustarts seltener im ungünstigsten Moment stattfinden.

Zusätzlich sollen Updates schneller installiert werden.

Das ist einer dieser Bereiche, bei denen ich persönlich weniger neue Funktionen und dafür lieber mehr Zuverlässigkeit sehe.

Wenn Windows Update einfach seinen Job erledigt und danach wieder Ruhe gibt, ist eigentlich schon viel gewonnen.

Neue Windows-Suche kann direkt Aktionen ausführen

Deutlich sichtbarer wird die neue Windows Search.

Microsoft möchte die Suche nicht länger nur als Werkzeug zum Finden von Dateien, Anwendungen oder Einstellungen betrachten.

Künftig sollen bestimmte Aktionen direkt aus den Suchergebnissen heraus ausgeführt werden können.

Sucht man beispielsweise nach:

Dark Mode

oder

Night Light

kann die entsprechende Einstellung direkt über die Suche geändert werden.

Der Umweg über die Einstellungen entfällt.

Auch Fenster sollen sich über die Suche minimieren oder anordnen lassen.

Später ist außerdem eine stärkere Integration mit verbundenen Smartphones vorgesehen.

Die neue Suche steht zunächst Windows Insidern zur Verfügung und soll später breiter verteilt werden.

Smartphone und PC wachsen weiter zusammen

Microsoft baut außerdem die Verbindung zwischen Windows 11 und Smartphones weiter aus.

Nachrichten und Benachrichtigungen eines verbundenen Android-Smartphones oder iPhones können direkt über Windows angezeigt werden.

Bei Nachrichten lässt sich eine Unterhaltung in einem eigenen Fenster öffnen und beantworten.

Über die Schnelleinstellungen stehen zudem bestimmte Telefonfunktionen direkt auf dem PC zur Verfügung.

Android-Apps in eigenen Fenstern

Mit kompatiblen Android-Geräten geht Microsoft noch weiter.

Smartphone-Apps lassen sich in separaten und frei skalierbaren Fenstern auf dem Windows-Desktop öffnen.

Damit können beispielsweise Messenger oder andere mobile Anwendungen neben normalen Windows-Programmen verwendet werden.

Auch Dateien des Smartphones sollen direkt im Datei-Explorer erreichbar sein.

Wer ein Foto mit dem Handy aufnimmt, kann zudem eine Benachrichtigung auf dem PC erhalten und das Bild anschließend direkt öffnen.

Das klingt für mich deutlich sinnvoller als irgendwelche künstlichen Grenzen zwischen PC und Smartphone.

Wenn beide Geräte ohnehin ständig nebeneinander liegen, dürfen sie ruhig vernünftig miteinander arbeiten.

Resume soll Arbeiten zwischen Geräten fortsetzen

Microsoft erweitert außerdem die Funktion Resume.

Dabei soll Windows erkennen können, wenn eine unterstützte Tätigkeit auf einem anderen Gerät begonnen wurde.

Anschließend lässt sie sich am PC an der entsprechenden Stelle fortsetzen.

Die Idee erinnert natürlich an ähnliche Funktionen anderer Plattformen.

Am Ende ist mir allerdings ziemlich egal, wer die Idee zuerst hatte.

Wenn ich etwas am Smartphone beginne und am PC unkompliziert weitermachen kann, ist das schlicht praktisch.

Microsoft Fotos bekommt eine größere Überarbeitung

Auch die Fotos-App wird modernisiert.

Die neue Galerie soll mehr Bilder gleichzeitig zeigen und verschiedene lokale beziehungsweise verbundene Bibliotheken zusammenführen.

Interessant ist außerdem die Suche.

Fotos sollen sich über natürliche Beschreibungen finden lassen.

Statt Dateinamen oder Ordner zu kennen, könnte man also einfach beschreiben, was auf einem gesuchten Bild zu sehen ist.

Neuer Editor und schnellerer Start

Microsoft überarbeitet gleichzeitig den Bildeditor.

Neben klassischen Funktionen wie Zuschneiden und Farbkorrekturen kommen Werkzeuge hinzu, mit denen beispielsweise störende Objekte entfernt oder die Beleuchtung eines Bildes verändert werden kann.

Auch die Geschwindigkeit wurde optimiert.

Die Fotos-App soll laut Microsoft bis zu 20 Prozent schneller starten.

Der neue Viewer zeigt zudem weniger Bedienelemente und lässt dadurch mehr Platz für das eigentliche Bild.

Für eine Foto-App eigentlich eine bemerkenswert vernünftige Idee.

Spiele sollen schneller starten

Auch Spieler bekommen einige Neuerungen.

Mit Advanced Shader Delivery, kurz ASD, möchte Microsoft die anfänglichen Ladezeiten unterstützter Spiele reduzieren.

Dabei werden bereits vorbereitete Shader ausgeliefert.

Normalerweise müssen Spiele Shader teilweise beim ersten Start selbst erstellen beziehungsweise kompilieren. Das kann je nach Titel einige Zeit dauern und gelegentlich auch für Ruckler sorgen.

Mit vorbereiteten Shadern soll dieser Schritt bei unterstützten Spielen deutlich schneller ablaufen.

Als Beispiele nennt Microsoft unter anderem Forza Horizon 6 und Gears of War: E-Day.

Ink Canvas verbindet Stift, Touch und Copilot

Eine weitere Neuerung ist Microsoft Ink Canvas.

Dabei handelt es sich um eine flexible Arbeitsfläche für Stift- und Touch-Eingaben.

Nutzer können darauf zeichnen, Notizen erstellen und verschiedene Inhalte miteinander kombinieren.

Copilot kann anschließend dabei helfen, daraus beispielsweise strukturierten Text oder andere Inhalte zu erstellen.

Auf bestimmten Surface-Geräten ist Ink Canvas bereits vorinstalliert. Für weitere kompatible Geräte steht die Anwendung über den Microsoft Store zur Verfügung.

Für die KI-Funktionen ist allerdings ein entsprechendes Microsoft-365-Abonnement erforderlich.

Windows bekommt mehr haptisches Feedback

Microsoft arbeitet außerdem an Advanced Haptics.

Unterstützte Eingabegeräte können dabei über feine Vibrationen Rückmeldung geben.

Das kann beispielsweise passieren, wenn:

  • ein Fenster einrastet
  • ein Objekt in PowerPoint ausgerichtet wird
  • ein Clip in einer Videoschnitt-Timeline einrastet

Unterstützt werden unter anderem bestimmte aktuelle Mäuse wie die Surface Mouse und Logitech MX Master 4.

Ob man das unbedingt braucht, ist wahrscheinlich Geschmackssache.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass sich solche kleinen Rückmeldungen nach kurzer Eingewöhnung erstaunlich natürlich anfühlen.

Windows Hello und Bluetooth werden zuverlässiger

Auch bei alltäglichen Dingen hat Microsoft nachgebessert.

Windows Hello soll sowohl bei Gesichtserkennung als auch beim Fingerabdruck schneller und zuverlässiger funktionieren.

Bluetooth-Verbindungen wurden ebenfalls optimiert.

Kopfhörer sollen sich zuverlässiger verbinden und nach Verbindungsabbrüchen besser wieder koppeln.

Für AirPods nennt Microsoft beispielsweise eine um bis zu 15 Sekunden schnellere Kopplung.

Das klingt nicht weltbewegend.

Wer allerdings schon einmal minutenlang ein Bluetooth-Gerät neu verbunden hat, weiß, dass solche Kleinigkeiten durchaus Nerven sparen können.

Mehr Verbesserungen bei der Barrierefreiheit

Microsoft erweitert außerdem die Bedienungshilfen von Windows 11.

Neu ist unter anderem Screen Tint.

Damit lässt sich eine farbliche Überlagerung für den Bildschirm einstellen und in ihrer Stärke anpassen.

Auch die Bildschirmlupe wird verbessert.

Bei mehreren Monitoren kann künftig jeder Bildschirm seine eigene Vergrößerungsstufe behalten.

Das ist besonders hilfreich, wenn auf einem Monitor vergrößerte Referenzinformationen angezeigt werden sollen, während auf einem anderen normal gearbeitet wird.

Narrator wird ebenfalls erweitert

Der Windows Narrator kann mathematische Ausdrücke künftig besser strukturiert vorlesen.

Auch verschiedene Office-Anwendungen werden stärker unterstützt.

In Outlook können beispielsweise bestimmte Informationen gezielter angesprungen werden, während Excel Zeilen- und Spaltenüberschriften besser vorliest.

Interessant ist außerdem die Unterstützung von Braille-Displays über den HID-Standard.

Kompatible Geräte können direkt über USB oder Bluetooth verwendet werden, ohne zunächst spezielle Treiber installieren zu müssen.

Das funktioniert bereits während der Windows-Einrichtung.

Viele kleine Änderungen statt einer großen Revolution

Was mir an dieser Windows-Ankündigung gefällt, ist eigentlich gerade das Fehlen der einen riesigen Funktion.

Microsoft arbeitet an vielen Stellen gleichzeitig.

Windows soll schneller reagieren, weniger RAM verschwenden, Smartphones besser integrieren, Bluetooth zuverlässiger machen, die Suche praktischer gestalten und verschiedene Anwendungen beschleunigen.

Nicht jede Änderung wird jeden interessieren.

Aber genau das ist bei einem Betriebssystem eigentlich normal.

Mein Eindruck

Ich finde diese Richtung wesentlich interessanter als noch mehr Funktionen, die irgendwo zusätzlich ins System geschraubt werden.

Besonders die Verbesserungen bei Performance, Arbeitsspeicher und Windows Search gefallen mir.

Dass Windows auf 8-GB-Systemen Ressourcen sparsamer einsetzen soll, war längst überfällig.

Und die neue Suche könnte tatsächlich praktisch werden, wenn Microsoft sie nicht mit unnötigem Ballast überlädt.

Eine Systemeinstellung suchen und direkt ändern – so sollte eine moderne Suche eigentlich funktionieren.

Fazit

Microsoft verteilt und testet derzeit eine ganze Reihe neuer Verbesserungen für Windows 11.

Das Betriebssystem soll bis zu 20 Prozent schneller reagieren, Arbeitsspeicher effizienter nutzen und verschiedene Hintergrundkomponenten sparsamer laden.

Hinzu kommen eine neue Windows-Suche mit direkten Aktionen, eine engere Smartphone-Integration, eine überarbeitete Fotos-App, Verbesserungen für Spieler sowie neue Funktionen für Barrierefreiheit und Eingabegeräte.

Nicht alles davon ist bereits für jeden Nutzer verfügbar. Einige Funktionen befinden sich zunächst im Windows-Insider-Programm und werden erst später breiter ausgerollt.

Für mich ist trotzdem eine klare Richtung erkennbar:

Windows 11 braucht nicht ständig mehr Funktionen – manchmal muss das Vorhandene einfach besser funktionieren.

Quelle

Microsoft Windows Blog:
What’s new in Windows 11: Everyday experiences, reimagined Eingefügter Text
https://blogs.windows.com/windowsexperience/2026/10/15/whats-new-in-windows-11-everyday-experiences-reimagined/