Microsoft

Microsoft beendet Support für ältere Exchange- und Skype-Server

KI-Generiertes Foto

Für einige ältere Microsoft-Serverprodukte ist nun endgültig Schluss. Exchange Server 2016 und 2019 sowie Skype for Business Server 2015 und 2019 haben das Ende ihres erweiterten Supports erreicht.

Damit endet auch die Phase der kostenpflichtigen Sicherheitsupdates, die Microsoft nach dem regulären Supportende noch angeboten hatte.

Wer eines dieser Systeme weiterhin produktiv betreibt, sollte das Thema jetzt nicht mehr auf die lange Bank schieben. Denn künftig gibt es für diese Versionen keine regulären Sicherheitsupdates mehr.

Exchange Server 2016 und 2019 sind endgültig raus

Exchange Server 2016 und 2019 hatten ihren regulären Support bereits zuvor verloren. Microsoft bot Unternehmen danach noch eine kostenpflichtige Verlängerung an.

Diese wurde in zwei Abschnitte aufgeteilt:

  • Period 1
  • Period 2

Beide Zeiträume umfassten jeweils sechs Monate.

Period 2 startete im April 2026 und ist nun ebenfalls ausgelaufen.

Damit endet die Update-Versorgung für Exchange Server 2016 und 2019 endgültig.

Oktober-Updates waren die letzten

Kunden mit gebuchtem erweiterten Support erhielten im Oktober 2026 noch einmal Sicherheitsupdates.

Diese wurden allerdings nicht öffentlich für alle Nutzer veröffentlicht, sondern direkt an die Kunden verteilt, die den entsprechenden Supportvertrag abgeschlossen hatten.

Mit dem Ende von Period 2 ist nun auch damit Schluss.

Ab jetzt bleibt im klassischen On-Premises-Bereich nur noch Exchange Server Subscription Edition im regulären Support.

Keine neuen Einträge mehr im MSRC

Ein wichtiger Punkt ist, wie Microsoft künftig mit Sicherheitslücken umgeht.

Neue Schwachstellen werden für Exchange Server 2016 und 2019 künftig nicht mehr regulär im Microsoft Security Response Center als betroffene Produkte aufgeführt.

Das sollte man allerdings nicht falsch verstehen.

Es bedeutet nicht, dass die alten Versionen plötzlich sicher wären.

Microsoft testet sie schlicht nicht mehr im Rahmen des regulären Supports und dokumentiert neue Schwachstellen für diese Produkte nicht mehr.

Das ist ein deutlicher Unterschied.

Skype for Business Server trifft dasselbe Schicksal

Auch bei Skype for Business Server 2015 und 2019 endet die Unterstützung.

Die beiden Versionen hatten ebenfalls bereits ihren regulären Support verloren und wurden anschließend noch über kostenpflichtige Extended Security Updates versorgt.

Auch hier war Period 2 die letzte Verlängerung.

Die im Oktober 2026 bereitgestellten Sicherheitsupdates waren damit ebenfalls die letzten offiziellen Aktualisierungen für diese Versionen.

Künftig bleibt nur noch Skype for Business Server Subscription Edition im Support.

Warum das für Unternehmen wichtig ist

Bei einem normalen Desktop-Programm kann man das Supportende theoretisch noch eine Weile ignorieren.

Bei einem Mailserver oder Kommunikationsserver sieht die Sache deutlich unangenehmer aus.

Exchange Server und Skype for Business Server sitzen in vielen Unternehmen an zentraler Stelle.

Wenn dort neue Sicherheitslücken entdeckt werden, kann das schnell ernst werden.

Ohne Hersteller-Support bedeutet das:

  • keine regulären Sicherheitsupdates
  • keine neuen Fehlerkorrekturen
  • keine offizielle Bewertung neuer Schwachstellen
  • kein regulärer technischer Support

Und genau deshalb sollte man alte Systeme nicht einfach weiterlaufen lassen, nur weil sie heute noch funktionieren.

Microsoft bietet für kurze Zeit noch Period 2 an

Interessant ist, dass Microsoft Period 2 offenbar für kurze Zeit weiterhin verkauft.

Wer den erweiterten Support bisher nicht gebucht hatte, kann damit noch an die im Oktober veröffentlichten Updates kommen.

Praktisch ist der Nutzen allerdings begrenzt.

Weitere Updates wird es in den folgenden Monaten nicht mehr geben.

Aus meiner Sicht ist das deshalb eher eine Möglichkeit, einen letzten Sicherheitsstand nachzuziehen, bevor man die Migration abschließt.

Als dauerhafte Lösung taugt das natürlich nicht.

Migration auf die Subscription Edition

Microsoft empfiehlt Unternehmen, auf eine weiterhin unterstützte Konfiguration umzusteigen.

Bei Exchange bedeutet das künftig die Exchange Server Subscription Edition.

Bei Skype for Business ist es entsprechend die Skype for Business Server Subscription Edition.

Das Abo-Modell ist für manche Administratoren sicher gewöhnungsbedürftig.

Aber Microsoft macht ziemlich klar, wohin die Reise geht.

Neue dauerhafte Versionen mit jahrelangem klassischen Support sind bei diesen Produkten nicht mehr der Standard.

Drittanbieter-Patches sind möglich – aber nicht ohne Risiko

Es gibt Unternehmen wie 0patch, die für manche ältere Microsoft-Produkte zusätzliche Sicherheitskorrekturen anbieten.

Das kann technisch interessant sein, ersetzt aber nicht automatisch den offiziellen Herstellersupport.

Gerade in Unternehmensumgebungen können solche Lösungen zusätzliche Fragen aufwerfen:

  • Compliance
  • Supportverträge
  • Zertifizierungen
  • Haftung
  • interne Sicherheitsrichtlinien

Deshalb würde ich solche Lösungen eher als Ausnahme betrachten und nicht als bequemen Ersatz für eine Migration.

Mein Eindruck

Mich überrascht das Supportende nicht.

Exchange Server 2016 und Skype for Business Server 2015 gehören inzwischen einfach zu einer älteren Generation.

Interessanter finde ich, dass Microsoft mit der Subscription Edition nun endgültig ein anderes Modell verfolgt.

Für Unternehmen heißt das vor allem: länger aussitzen funktioniert immer schlechter.

Wer solche Systeme noch betreibt, sollte nicht nur fragen, ob sie aktuell noch funktionieren, sondern ob man sie auch in sechs oder zwölf Monaten noch guten Gewissens ans Netz hängen möchte.

Fazit

Microsoft hat den erweiterten Support für Exchange Server 2016 und 2019 sowie Skype for Business Server 2015 und 2019 beendet.

Die im Oktober 2026 verteilten Sicherheitsupdates waren damit die letzten offiziellen Aktualisierungen für diese Versionen.

Künftig werden nur noch die jeweiligen Subscription Editions regulär unterstützt.

Auch neue Sicherheitslücken werden für die alten Versionen nicht mehr wie gewohnt im Microsoft Security Response Center dokumentiert.

Wer diese Systeme noch produktiv betreibt, sollte deshalb jetzt ernsthaft über die Migration auf eine unterstützte Plattform nachdenken.

Denn ein Server ohne Updates läuft zwar weiter – aber eben zunehmend auf eigenes Risiko.

Quellen

Neowin:
Microsoft has ended extended support for some legacy Exchange Server and Skype products
https://www.neowin.net/news/microsoft-has-ended-extended-support-for-some-legacy-exchange-server-and-skype-products/

Microsoft Tech Community:
Released: October 2026 Exchange Server Security Updates
https://techcommunity.microsoft.com/blog/exchange/released-october-2026-exchange-server-security-updates/4563014