System Informer 4.0 ist da: Prozessmonitor, Hybrid Analysis und viele Verbesserungen
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Mit System Informer 4.0 ist eine neue Hauptversion des bekannten Windows-Systemtools erschienen. Die Software, die früher unter dem Namen Process Hacker bekannt war, richtet sich vor allem an Nutzer, Administratoren und Entwickler, die genauer wissen möchten, was auf einem Windows-System im Hintergrund passiert.
Die neue Version 4.0.26241.138 ist dabei weit mehr als ein kleines Update. Laut den Entwicklern wurden unter anderem die Kommunikation zwischen Kernel-Treiber und Anwendung erneuert, ein neuer Process Monitor integriert, Hybrid Analysis eingebaut, der Installer neu geschrieben und zahlreiche Fehler aus dem vergangenen Jahr behoben.
Mehr als nur ein Ersatz für den Task-Manager
System Informer zeigt wesentlich mehr Informationen als der klassische Windows-Task-Manager. Neben laufenden Prozessen lassen sich unter anderem Threads, Dienste, geladene Module, Handles, Speicherinformationen, Netzwerkaktivitäten und verschiedene Systemressourcen untersuchen.
Mit Version 4.0 kommen außerdem zusätzliche Spalten und Informationen hinzu. Dazu gehören beispielsweise die GPU- und NPU-Speichernutzung, Thread-RPC-Nutzung, Kernel-Stacks von Threads sowie erweiterte Informationen zu Handles.
Neuer Process Monitor für Live-Systemereignisse
Das wahrscheinlich wichtigste neue Feature ist der Process Monitor, der über das Menü Tools erreichbar ist.
Dabei handelt es sich um ein treibergestütztes Live-Protokoll, das verschiedene Ereignisse unter Windows beobachten kann, darunter:
Prozesse
Threads
geladene Images
Registry-Zugriffe
Dateiaktivitäten
Handles
Silos beziehungsweise Container
Die Ereignisse können gefiltert werden. Zusätzlich unterstützt der Monitor die Dekodierung von Zugriffsmasken sowie einen konfigurierbaren Rückblick auf bereits erfasste Ereignisse.
Damit entwickelt sich System Informer zunehmend auch zu einem Werkzeug für detaillierte Fehleranalyse und Troubleshooting.
Neue Kommunikation mit dem Kernel-Treiber
Unter der Haube wurde ebenfalls einiges verändert.
System Informer 4.0 verwendet nun einen neuen Ring-Buffer-Transport zwischen Anwendung und Kernel-Treiber. Statt für jedes einzelne Ereignis eine separate Kommunikation durchführen zu müssen, werden größere gemeinsame Speicherbereiche verwendet.
Das soll insbesondere bei vielen gleichzeitig auftretenden Systemereignissen effizienter arbeiten. Zusätzlich gibt es unter anderem Rate-Limiting und Statistiken pro Client.
Für normale Nutzer bleibt diese Änderung weitgehend unsichtbar, sie bildet aber eine wichtige technische Grundlage für den neuen Process Monitor.
Hybrid Analysis direkt in System Informer
Eine weitere interessante Neuerung ist die Integration von Hybrid Analysis.
System Informer kann laufende Prozesse und geladene Module automatisch auf ihre Reputation überprüfen. Die Ergebnisse werden direkt über eine zusätzliche Spalte in der Prozess- beziehungsweise Modulliste angezeigt.
Unbekannte Dateien können optional zur Sandbox-Analyse übermittelt werden. Die Funktion ist freiwillig und lässt sich mit eigenen API-Schlüsseln und Ausschlussregeln konfigurieren. Ergebnisse werden lokal zwischengespeichert, damit Dateien nicht unnötig mehrfach geprüft werden.
Gerade bei unbekannten oder verdächtigen Prozessen kann das eine praktische Ergänzung sein.
Verbesserte Suche im Arbeitsspeicher
Auch die Suche nach Zeichenketten innerhalb des Speichers wurde überarbeitet.
System Informer 4.0 unterstützt nun unter anderem:
parallele Suche
Bulk-Scanning
UTF-8
Fortschrittsanzeige
sortierbare Ergebnisse
Damit lässt sich beispielsweise gezielter untersuchen, welche Daten ein bestimmter Prozess aktuell im Arbeitsspeicher hält.
Neuer Installer mit Rollback
Der Installer von System Informer wurde vollständig überarbeitet.
Der neue Assistent bietet unter anderem:
Dunkelmodus
DPI-Skalierung
eigenes Deinstallationsprogramm
Verwaltung von Verknüpfungen
stufenweises Entpacken
Rollback bei fehlgeschlagenen Installationen
Gerade der letzte Punkt ist sinnvoll: Schlägt ein Update fehl, soll künftig kein halb aktualisiertes Programmverzeichnis zurückbleiben.
Auch der Updater wurde modernisiert
System Informer 4.0 verwendet nun einen neuen Update-Ablauf mit Windows-Toast-Benachrichtigungen, Fortschrittsanzeigen und direkten Aktionen.
Als Download-Techniken werden unter anderem BITS, Windows Delivery Optimization und der Microsoft Store unterstützt.
Zusätzlich wurde die Sicherheit des Updaters verbessert. Heruntergeladene Installationsdateien werden vor der Ausführung erneut geprüft und gegen nachträgliche Änderungen geschützt.
Experimenteller Low-Latency-Modus für Windows 11
Unter Windows 11 gibt es außerdem einen neuen experimentellen Low-Latency-Modus.
Dieser verwendet hochauflösende Timer für die internen Datenanbieter und soll Aktualisierungen mit geringerer Verzögerung ermöglichen.
Da die Entwickler die Funktion ausdrücklich als experimentell kennzeichnen, dürfte sie vor allem für fortgeschrittene Nutzer interessant sein.
Prozessbaum und Threads erweitert
Auch bei der eigentlichen Prozessanalyse gibt es zahlreiche Verbesserungen.
Der Prozessbaum unterstützt jetzt unter anderem:
getrennte Sortierung von Haupt- und Unterprozessen
„Alle einklappen“ und „Alle ausklappen“
verbesserte aggregierte Sortierung
Threads können außerdem eingefroren und wieder freigegeben werden. Angehaltene Threads und bestimmte Wartezustände lassen sich nun besser erkennen.
Dienste komfortabler verwalten
Auch die Verwaltung von Windows-Diensten wurde verbessert.
Mehrere Dienste können nun gleichzeitig ausgewählt und gestartet beziehungsweise pausiert werden. Dabei zeigt System Informer den Fortschritt an und kann fehlgeschlagene Aktionen erneut versuchen.
Beim Starten von Prozessen über „Run As“ lassen sich zudem Berechtigungen für jeden Startvorgang auswählen. Auch das Starten innerhalb eines AppContainers wird unterstützt.
Verbesserungen bei Plugins
Auch die mitgelieferten Plugins haben einiges dazubekommen.
Beispiele sind:
ExtendedTools: ACPI-Tabellen, TPM-Boot-Log, GPU-Informationen und bessere Firewall-Überwachung
WindowExplorer: neue Fensteranalyse, UI-Automation und Hervorhebungen
HardwareDevices: Suche und Sortierung im Gerätebaum
NetworkTools: kontinuierlicher Ping und Traceroute
DotNetTools: neue Leistungszähler und aktualisierte CLR-Unterstützung
Zusätzlich sollen die Plugins insgesamt weniger Arbeitsspeicher verbrauchen und verständlichere Fehlermeldungen anzeigen.
Dunkelmodus und DPI-Unterstützung verbessert
System Informer unterstützt den Dark Mode und unterschiedliche DPI-Einstellungen jetzt konsistenter über die gesamte Anwendung hinweg.
Das betrifft auch Plugins, Eigenschaftsfenster und die Fensterrahmen unter Windows 11. Gleichzeitig soll beim Vergrößern und Verkleinern der Fenster deutlich weniger Flackern auftreten.
Das dürfte besonders auf hochauflösenden Monitoren und Multi-Monitor-Systemen auffallen.
Mehr Sicherheit im Kernel und in der Anwendung
Version 4.0 enthält außerdem zahlreiche Änderungen zur Absicherung des Programms.
Der Kernel-Treiber wurde unter anderem bei der Validierung von Nachrichten und Datenstrukturen gehärtet. Auch verschiedene Speicher-, Handle- und Race-Condition-Probleme wurden korrigiert.
Auf Anwendungsebene wurden ebenfalls zusätzliche Prüfungen für Sicherheitsdeskriptoren, Speichergrößen und Umgebungsadressen eingebaut.
Klassischen Task-Manager weiterhin öffnen
Wer System Informer als Ersatz für den Windows-Task-Manager eingerichtet hat, kann trotzdem schnell das Original öffnen.
Dazu beim Start von System Informer einfach die Umschalttaste gedrückt halten. Dann wird stattdessen der originale Windows-Task-Manager gestartet.
Für wen lohnt sich System Informer?
System Informer richtet sich weniger an Nutzer, die lediglich ihre CPU- oder RAM-Auslastung überprüfen möchten. Dafür reicht der Windows-Task-Manager normalerweise völlig aus.
Interessant wird das Programm insbesondere für:
Administratoren
Entwickler
technisch interessierte Windows-Nutzer
Fehlersuche bei Programmen und Diensten
Prozess- und Speicheranalyse
Untersuchung unbekannter Anwendungen
Analyse von Datei- und Registry-Zugriffen
Überwachung von Netzwerk- und Systemaktivitäten
Gerade mit dem neuen Process Monitor entwickelt sich System Informer 4.0 zu einem noch umfassenderen Analysewerkzeug für Windows.
System Informer 4.0 herunterladen
System Informer ist kostenlos erhältlich:
Mit Version 4.0 haben die Entwickler praktisch jeden Bereich des Programms angefasst. Der neue Process Monitor, Hybrid Analysis, Verbesserungen am Kernel-Treiber und zahlreiche neue Analysefunktionen machen das Update deutlich umfangreicher, als es der reine Versionssprung zunächst vermuten lässt.