Windows 11

Windows 11 26H2: Microsoft will das System spürbar schneller machen

KI-Generiertes Foto

Microsoft arbeitet bei Windows 11 26H2 offenbar nicht nur an neuen Funktionen. Ein Teil der Entwicklung beschäftigt sich ganz bewusst mit etwas, das viele Nutzer vermutlich deutlich mehr interessiert: weniger Ressourcenverbrauch und eine bessere Reaktionsgeschwindigkeit.

Nach Angaben von Microsoft soll Windows 11 inzwischen in bestimmten Situationen bis zu 20 Prozent reaktionsschneller arbeiten. Besonders interessant sind dabei Änderungen an der Speicherverwaltung.

Davon sollen vor allem Rechner mit 8 GB Arbeitsspeicher profitieren – und überraschenderweise sogar Systeme, die noch mit einer klassischen Festplatte unterwegs sind.

Windows 11 soll bis zu 20 Prozent schneller reagieren

Microsoft hat nach eigenen Angaben an mehreren Stellen von Windows 11 gearbeitet, um die gefühlte Geschwindigkeit des Systems zu verbessern.

Dazu gehören unter anderem:

  • Startmenü
  • Datei-Explorer
  • Windows-Suche
  • Snipping Tool
  • Microsoft 365
  • Microsoft Edge

Dabei geht es nicht zwingend darum, dass Programme plötzlich 20 Prozent schneller rechnen.

Vielmehr soll Windows schneller auf Eingaben reagieren und weniger lange warten müssen, wenn mehrere Anwendungen gleichzeitig geöffnet sind.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Ein schnelleres Windows fühlt sich schließlich nicht nur über Benchmark-Werte schnell an, sondern vor allem dann, wenn Explorer, Startmenü und Programme ohne größere Verzögerungen reagieren.

Bis zu 2 GB mehr aktive Daten im RAM

Eine der interessantesten Änderungen betrifft die Speicherverwaltung.

Microsoft zufolge kann Windows auf entsprechenden Systemen bis zu 2 GB mehr aktive Daten im Arbeitsspeicher behalten, anstatt sie früher auf langsameren Massenspeicher auszulagern.

Das klingt zunächst etwas widersprüchlich.

Schließlich arbeitet Microsoft gleichzeitig daran, den Speicherverbrauch von Windows zu reduzieren.

Genau darin liegt aber der eigentliche Trick.

Windows soll weniger RAM für unnötige Hintergrundprozesse verbrauchen und den dadurch frei gewordenen Speicher stärker für tatsächlich aktive Anwendungen nutzen.

Das ist deutlich sinnvoller, als freien Arbeitsspeicher einfach nur leer herumliegen zu lassen.

Besonders interessant für Rechner mit Festplatte

Am stärksten könnte diese Änderung bei PCs mit einer klassischen HDD auffallen.

Sobald Windows Daten aus dem Arbeitsspeicher auf den Massenspeicher verschieben und später wieder zurückholen muss, spielt dessen Geschwindigkeit eine große Rolle.

Bei einer SSD passiert das vergleichsweise schnell.

Eine mechanische Festplatte ist dagegen wesentlich langsamer, insbesondere bei vielen kleinen Zugriffen.

Wenn Windows mehr aktive Daten direkt im RAM halten kann, muss das Betriebssystem seltener auf die Festplatte zurückgreifen.

Und genau dort kann der Unterschied deutlich spürbar werden.

Dass Microsoft 2026 überhaupt noch Optimierungen speziell für HDD-Systeme hervorhebt, ist zwar ein wenig überraschend – aber irgendwo laufen sie eben immer noch.

Auch SSD-Systeme profitieren

Die Verbesserungen beschränken sich allerdings nicht auf Rechner mit Festplatte.

Auch bei SSDs kann eine effizientere Speicherverwaltung Vorteile bringen.

Eine SSD ist zwar schnell, aber Arbeitsspeicher ist weiterhin wesentlich schneller.

Je weniger Windows aktive Daten zwischen RAM und Massenspeicher verschieben muss, desto geringer sind die Wartezeiten.

Besonders bei Systemen mit relativ wenig Arbeitsspeicher kann sich das bemerkbar machen.

Microsoft konzentriert sich deshalb offenbar vor allem auf Rechner mit 8 GB RAM.

Widgets werden erst geladen, wenn man sie braucht

Ein gutes Beispiel für die neue Strategie sind die Windows-Widgets.

Auf Rechnern mit 8 GB RAM oder weniger sollen diese künftig nicht mehr permanent im Hintergrund vollständig geladen werden.

Stattdessen werden sie erst aktiv, wenn der Nutzer sie tatsächlich öffnet.

Nach Angaben von Microsoft können dadurch mehr als 200 MB Arbeitsspeicher für andere Anwendungen frei werden.

200 MB wirken heutzutage zunächst nicht besonders spektakulär.

Auf einem Rechner mit 8 GB RAM summieren sich solche Optimierungen aber schnell.

Wenn mehrere Hintergrundkomponenten jeweils ein paar hundert Megabyte weniger benötigen, bleibt am Ende deutlich mehr Speicher für Programme übrig, die man tatsächlich benutzt.

Das passt erstaunlich gut zu meinem Rufus-Test

Interessant finde ich die Entwicklung auch im Zusammenhang mit meinem kürzlich veröffentlichten Test von Windows 11 26H2.

Dort hatte ich ein mit Rufus angepasstes Windows 11 auf einem älteren Rechner ausprobiert. Das System kam dabei nach dem Start auf ungefähr 2,5 GB aktiv belegten Arbeitsspeicher, zusätzlich waren rund 2,1 GB als Cache genutzt.

Wer den Test noch nicht gesehen hat, findet ihn hier:

Windows 11 26H2 mit nur 2,5 GB RAM-Auslastung – Rufus zeigt, wie schlank es gehen kann

Natürlich war das ein konkretes Testsystem und kein Beweis dafür, dass Windows 11 grundsätzlich nur 2,5 GB RAM benötigt.

Trotzdem passt das Ergebnis ziemlich gut zu dem, was Microsoft nun selbst beschreibt.

Windows 11 scheint momentan tatsächlich an mehreren Stellen auf einen sparsameren Umgang mit Ressourcen getrimmt zu werden.

Weniger Hintergrundverbrauch statt einfach weniger RAM

Das finde ich grundsätzlich den interessanteren Ansatz.

Ein modernes Betriebssystem muss nicht möglichst wenig Arbeitsspeicher verwenden.

RAM ist schließlich dazu da, benutzt zu werden.

Die entscheidende Frage ist vielmehr:

Wofür wird der Speicher verwendet?

Wenn Windows mehrere Gigabyte mit Hintergrunddiensten und Komponenten belegt, die gerade niemand benötigt, ist das wenig hilfreich.

Wenn derselbe Speicher dagegen dazu verwendet wird, aktive Anwendungen und Daten im RAM zu halten, kann das System wesentlich schneller reagieren.

Genau in diese Richtung scheinen die aktuellen Optimierungen zu gehen.

Gerade ältere PCs könnten profitieren

Besonders interessant sind diese Änderungen für ältere Rechner.

Ein PC mit 8 GB RAM und einer HDD ist heutzutage natürlich nicht mehr unbedingt die ideale Windows-11-Maschine.

Aber solche Systeme existieren weiterhin.

Gerade dort können kleine Optimierungen einen größeren Unterschied machen als auf einem aktuellen Rechner mit 32 GB RAM und einer schnellen NVMe-SSD.

Auf einem modernen High-End-PC wird man 200 MB weniger Hintergrundverbrauch vermutlich kaum bemerken.

Auf einem älteren Notebook mit 8 GB RAM kann das schon anders aussehen.

Microsoft scheint das Ressourcenproblem ernst zu nehmen

Windows 11 wurde in den vergangenen Jahren häufig dafür kritisiert, relativ viele Ressourcen zu benötigen.

Deshalb finde ich es interessant, dass Microsoft inzwischen nicht nur neue Funktionen hinzufügt, sondern offenbar gezielt versucht, bestehende Komponenten effizienter zu machen.

Das ist aus meiner Sicht auch notwendig.

Denn immer neue Funktionen helfen wenig, wenn das Betriebssystem im Gegenzug immer schwerfälliger wird.

Gerade bei Windows 11 26H2 scheint Microsoft zumindest an einigen Stellen verstanden zu haben, dass weniger Hintergrundlast manchmal mehr bringt als die nächste zusätzliche Funktion.

Fazit

Windows 11 26H2 soll durch verschiedene Optimierungen spürbar reaktionsfreudiger werden.

Microsoft spricht von Verbesserungen von bis zu 20 Prozent und einer effizienteren Speicherverwaltung.

Auf Systemen mit 8 GB RAM können laut Microsoft bis zu 2 GB mehr aktive Daten im Arbeitsspeicher verbleiben, während gleichzeitig Hintergrundkomponenten weniger Speicher verbrauchen.

Allein die verzögerte Initialisierung der Widgets soll mehr als 200 MB freigeben.

Besonders interessant könnten die Änderungen für ältere Rechner mit wenig RAM und klassischer Festplatte sein.

Für mich ist das jedenfalls die richtige Richtung.

Windows muss nicht unbedingt weniger RAM benutzen – es sollte ihn nur für die richtigen Dinge benutzen.

Quellen

Neowin:
Microsoft's special Windows 11 26H2 tweak makes PCs faster especially on hard disks
https://www.neowin.net/news/microsofts-special-windows-11-26h2-tweak-makes-pcs-faster-especially-on-hard-disks/

Microsoft Windows Blog:
What's new in Windows 11: Everyday experiences reimagined
https://blogs.windows.com/windowsexperience/2026/10/15/whats-new-in-windows-11-everyday-experiences-reimagined/