Tiny11 soll für Windows 11 26H2 neu gedacht werden – schlankes Windows für fast jeden PC

Wer sich schon länger mit abgespeckten Windows-Installationen beschäftigt, dürfte Tiny11 kennen. Das Projekt hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen damit gemacht, Windows 11 deutlich zu verschlanken und auf Rechnern lauffähig zu machen, die mit einer normalen Installation schneller an ihre Grenzen kommen.
Nach längerer Ruhe meldet sich Entwickler NTDEV nun wieder zurück – und deutet eine größere Überarbeitung an.
Geplant ist offenbar ein „Tiny11, reimagined from the ground up“, also eine Neuauflage, die von Grund auf überarbeitet werden soll.
Besonders interessant: Das neue Tiny11 soll auch mit Windows 11 26H2 funktionieren.
Tiny11 bekommt offenbar einen Neustart
Tiny11 gibt es bereits seit 2023. Die Idee dahinter war von Anfang an ziemlich einfach:
Windows 11 soll möglichst viel unnötigen Ballast verlieren und dadurch schlanker, schneller und weniger anspruchsvoll werden.
Dazu gehören unter anderem vorinstallierte Apps und Komponenten, die viele Nutzer ohnehin nicht benötigen.
Die letzte größere Aktualisierung der klassischen Tiny11-Variante liegt inzwischen allerdings eine Weile zurück. Umso interessanter ist die Ankündigung, dass NTDEV jetzt an einer komplett überarbeiteten Version arbeitet.
Viele Details gibt es bisher noch nicht.
Zu sehen war bislang lediglich ein Bild der neuen Tiny11-Builder-Oberfläche.
Trotzdem deutet die Ankündigung darauf hin, dass das Projekt noch lange nicht erledigt ist.
Unterstützung von Windows 11 22H2 bis 26H2
Nach aktuellem Stand soll die neue Tiny11-Generation offenbar verschiedene Windows-11-Versionen unterstützen.
Genannt werden Versionen von:
Windows 11 22H2 bis Windows 11 26H2
Damit wäre Tiny11 auch für die aktuelle Windows-Generation interessant.
Ob dabei zusätzliche Optionen für das Entfernen bestimmter Komponenten oder weitere Performance-Optimierungen hinzukommen, ist derzeit noch nicht bekannt.
Genau das dürfte aber einer der spannendsten Punkte werden.
Tiny11 ist inzwischen mehr als nur eine abgespeckte ISO
Rund um das ursprüngliche Tiny11 sind inzwischen mehrere Werkzeuge und Varianten entstanden.
Dazu gehört beispielsweise Tiny11 Builder.
Damit lässt sich die Erstellung einer abgespeckten Windows-11-Installation automatisieren, statt einfach nur ein fertig angepasstes ISO zu verwenden.
Daneben gibt es:
- Tiny11 Core
- Tiny10
- Nano11
Die verschiedenen Projekte verfolgen jeweils einen etwas anderen Ansatz.
Während Tiny11 und Tiny11 Builder vor allem auf normale Windows-Installationen zielen, geht Tiny11 Core deutlich weiter und wurde sogar für ungewöhnliche Geräteklassen verwendet.
Nano11 wiederum konzentriert sich auf besonders kleine Windows-Installationen.
Man merkt also recht schnell:
Aus Tiny11 ist längst ein kleines Ökosystem geworden.
Gerade bei Windows 11 26H2 könnte das interessant werden
Windows 11 wird nicht unbedingt kleiner.
Mit jeder neuen Version kommen neue Apps, Dienste und Funktionen hinzu.
Gleichzeitig versucht Microsoft zwar, den Speicherverbrauch und die Performance weiter zu optimieren, die offiziellen Systemanforderungen bleiben aber bestehen.
Genau deshalb sind Projekte wie Tiny11 für viele Nutzer interessant.
Nicht unbedingt, weil jeder Windows bis auf das absolute Minimum reduzieren möchte.
Sondern weil viele einfach ein Windows wollen, bei dem weniger Zeug automatisch mitinstalliert oder im Hintergrund gestartet wird.
Gerade auf älteren oder schwächeren Rechnern kann das einen spürbaren Unterschied machen.
Auch für nicht unterstützte Rechner interessant
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung älterer Hardware.
Tiny11 wurde schon bisher häufig auf Rechnern eingesetzt, die Windows 11 offiziell nicht oder nur eingeschränkt unterstützen.
Die neue Version soll nach aktuellem Stand ebenfalls auf sehr vielen älteren PCs funktionieren.
Ganz ohne Grenzen geht es aber auch hier nicht.
Bestimmte Prozessorbefehle müssen weiterhin vorhanden sein.
Fehlen diese CPU-Instruktionen, hilft auch ein abgespecktes Windows nicht automatisch weiter.
Im Zusammenhang mit solchen Einschränkungen wird inzwischen allerdings auch ein Werkzeug namens POP4.2 genannt, das bestimmte CPU-Anforderungen umgehen kann.
Wie praktikabel das in der neuen Tiny11-Version tatsächlich wird, muss sich aber erst noch zeigen.
Rufus zeigt bereits, wie viel sich sparen lässt
Spannend ist das Thema auch deshalb, weil zuletzt bereits Rufus gezeigt hat, wie deutlich sich Windows 11 verschlanken lässt.
Mit den neueren Quality-of-Life-Optionen können bestimmte Microsoft-Apps und Hintergrundkomponenten direkt während der Installation deaktiviert oder entfernt werden.
In einem aktuellen Test kam eine Windows-11-26H2-Installation dadurch im Leerlauf auf überraschend niedrige RAM-Werte.
Tiny11 geht im Grunde in eine ähnliche Richtung – nur deutlich konsequenter.
Und genau deshalb dürfte die neue Version für Nutzer interessant sein, die bewusst ein möglichst schlankes System aufsetzen möchten.
Mein Eindruck
Ich finde es gut, dass Tiny11 nicht einfach verschwindet.
Gerade Windows 11 ist in den vergangenen Jahren immer umfangreicher geworden.
Vieles davon ist sinnvoll.
Manches braucht man vielleicht.
Und einiges läuft einfach mit, obwohl man es nie angefasst hat.
Genau da haben Projekte wie Tiny11 ihren Reiz.
Nicht jeder möchte Windows komplett auseinandernehmen.
Aber die Möglichkeit, bewusster zu entscheiden, was überhaupt installiert werden soll, ist durchaus interessant.
Vor allem auf älteren Rechnern.
Noch ist Geduld gefragt
Wichtig ist allerdings:
Die neue Tiny11-Version ist bisher nur angekündigt.
Es gibt noch keinen finalen Release und auch noch keine vollständige Liste der neuen Funktionen.
NTDEV hat bislang lediglich angekündigt, Tiny11 von Grund auf neu zu gestalten.
Bis zur Veröffentlichung kann sich also noch einiges ändern.
Wer jetzt bereits Tiny11 auf Windows 11 26H2 einsetzen möchte, sollte nicht davon ausgehen, dass die angekündigte neue Version schon verfügbar ist.
Fazit
Tiny11 steht offenbar vor einem größeren Neustart.
Die kommende Version soll von Grund auf überarbeitet werden und Windows 11 bis hin zu 26H2 unterstützen.
Damit könnte das Projekt gerade für ältere oder offiziell nicht unterstützte Rechner wieder interessant werden.
Wie stark Windows tatsächlich verschlankt wird und welche neuen Optionen der Tiny11 Builder bekommt, ist derzeit noch offen.
Aber die Richtung ist klar:
Weniger Ballast, mehr Kontrolle und Windows 11 auch dort, wo Microsoft offiziell längst abgewunken hat.