Android

WhatsApp bekommt endlich geplante Nachrichten – zunächst in der Android-Beta

KI-Generiertes Foto

Darauf dürften viele WhatsApp-Nutzer schon lange gewartet haben: Nachrichten lassen sich künftig vorplanen und automatisch zu einem bestimmten Zeitpunkt verschicken.

Die Funktion wird aktuell mit der WhatsApp Beta für Android 2.26.40.7 an erste Tester verteilt. Unterstützt werden nicht nur normale Textnachrichten, sondern auch Links, Fotos und Videos.

Und das Beste daran: Die Nachricht soll auch dann verschickt werden, wenn WhatsApp geschlossen oder das Gerät gerade offline ist.

Das ist tatsächlich eine dieser Funktionen, bei denen man sich eher fragt, warum sie erst jetzt kommt.

So lassen sich Nachrichten planen

Die Bedienung ist angenehm einfach gehalten.

Wer eine Nachricht vorbereitet hat, hält den Senden-Button länger gedrückt. Daraufhin erscheint eine Auswahl, mit der sich Datum und Uhrzeit für den Versand festlegen lassen.

Die Nachricht wird dann nicht sofort verschickt, sondern bis zum gewünschten Zeitpunkt zurückgehalten.

Das funktioniert auch mit Links.

Praktisch für Geburtstagsgrüße, Erinnerungen, morgendliche Nachrichten oder alles andere, was man nicht unbedingt genau in dem Moment selbst abschicken möchte.

Fotos und Videos lassen sich ebenfalls planen

WhatsApp beschränkt die Funktion nicht nur auf Text.

Auch Fotos und Videos können für einen späteren Versand vorbereitet werden.

Dafür wählt man das gewünschte Medium aus und hält anschließend ebenfalls den Senden-Button gedrückt.

Allerdings gibt es aktuell eine Einschränkung:

Es lässt sich nur ein Foto oder Video pro geplanter Nachricht verschicken.

Mehrere Medien gleichzeitig als geplantes Paket funktionieren derzeit also noch nicht.

Auch bearbeitete Bilder mit Beschriftung oder Zeichnungen lassen sich entsprechend vorbereiten.

Zwischen zehn Minuten und zwei Wochen

Beim Zeitfenster setzt WhatsApp klare Grenzen.

Eine Nachricht kann frühestens zehn Minuten in der Zukunft eingeplant werden.

Maximal sind zwei Wochen im Voraus möglich.

Für die meisten typischen Anwendungsfälle dürfte das völlig ausreichen.

Ein Geburtstagsgruß für nächste Woche? Kein Problem.

Eine Erinnerung für heute Abend? Ebenfalls.

Die Weihnachtsgrüße für 2031 müssen allerdings noch warten.

Geplante Nachrichten lassen sich später verwalten

WhatsApp legt für geplante Nachrichten einen eigenen Bereich innerhalb der Chat-Informationen an.

Dort lassen sich die vorbereiteten Nachrichten:

  • ansehen
  • verwalten
  • löschen

Wenn eine geplante Nachricht vor dem Versand gelöscht wird, bekommt der Empfänger davon nichts mit.

Er sieht also weder, dass eine Nachricht geplant war, noch dass sie später wieder entfernt wurde.

Das Ganze bleibt vollständig auf Seiten des Absenders.

Auch Gruppen werden unterstützt

Die neue Funktion funktioniert ebenfalls in Gruppenchats.

Dabei gibt es allerdings eine interessante Besonderheit.

Eine geplante Nachricht wird nur an die Mitglieder ausgeliefert, die zum Zeitpunkt der Planung bereits Teil der Gruppe waren.

Tritt später jemand neu bei, bekommt diese Person die bereits vorher geplante Nachricht nicht mehr zugestellt.

Das ist eigentlich ziemlich logisch.

So wird verhindert, dass Informationen automatisch an Personen gehen, die zum Zeitpunkt der Planung noch gar nicht Teil der Gruppe waren.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt erhalten

Laut WABetaInfo funktioniert das geplante Versenden weiterhin mit der bestehenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Das ist wichtig, weil bei einer serverseitig verzögerten Zustellung natürlich sofort die Frage aufkommt, wie WhatsApp die Nachricht zwischenspeichert und ausliefert.

Für den Nutzer soll sich beim Datenschutzmodell jedenfalls nichts grundlegend ändern.

Noch nicht für alle verfügbar

Die Funktion wird derzeit nur an einige Beta-Tester verteilt.

Selbst mit WhatsApp Beta für Android 2.26.40.7 muss die Funktion also nicht sofort erscheinen.

WhatsApp schaltet neue Funktionen bekanntlich gerne serverseitig und schrittweise frei.

Wer die Option noch nicht sieht, muss deshalb wahrscheinlich einfach etwas warten.

Der Rollout soll in den kommenden Wochen auf weitere Tester ausgeweitet werden.

Empfänger brauchen die Funktion nicht

Interessant ist auch:

Der Empfänger muss die neue Funktion selbst nicht besitzen.

Eine geplante Nachricht kann also auch an Nutzer zugestellt werden, die noch gar keine Möglichkeit haben, selbst Nachrichten zu planen.

Die Neuerung betrifft damit zunächst nur die Seite des Absenders.

Mein Eindruck

Die Funktion gefällt mir.

Nicht, weil sie besonders spektakulär wäre, sondern weil sie im Alltag wirklich nützlich sein kann.

Viele andere Messenger und Kommunikationsdienste bieten geplante Nachrichten schon länger an. Bei WhatsApp musste man bisher entweder selbst daran denken oder mit Umwegen arbeiten.

Gerade bei Geburtstagen, Erinnerungen oder Nachrichten, die bewusst zu einer bestimmten Uhrzeit verschickt werden sollen, ist das eine angenehme Ergänzung.

Und vor allem wirkt die Umsetzung nicht unnötig kompliziert.

Nachricht schreiben, Senden-Button gedrückt halten, Uhrzeit auswählen – fertig.

Genau so sollte es sein.

Fazit

WhatsApp führt in der Android-Beta endlich geplante Nachrichten ein.

Unterstützt werden:

  • Text
  • Links
  • Fotos
  • Videos
  • Einzelchats
  • Gruppenchats

Die Nachricht kann frühestens zehn Minuten später und maximal zwei Wochen im Voraus verschickt werden.

Aktuell steht die Funktion nur einem Teil der Beta-Tester zur Verfügung, soll aber in den kommenden Wochen weiter ausgerollt werden.

Für mich ist das eine dieser kleinen Funktionen, die WhatsApp eigentlich schon lange hätte haben können.

Nicht revolutionär – aber sehr wahrscheinlich eine Funktion, die man schnell nicht mehr missen möchte.