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Microsoft Edge bekommt Global Privacy Control für mehr Datenschutz

KI-Generiertes Foto

Microsoft erweitert Edge um eine neue Datenschutzfunktion: Global Privacy Control, kurz GPC.

Damit können Nutzer dem Browser mitteilen, dass ihre Daten nicht für bestimmte Werbezwecke verkauft oder weitergegeben werden sollen. Edge übermittelt diese Präferenz anschließend automatisch an die besuchten Webseiten.

Das klingt zunächst angenehm eindeutig.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht, denn Microsoft weist selbst darauf hin, dass Webseiten das Signal zwar erhalten, aber nicht zwangsläufig darauf reagieren müssen.

Was ist Global Privacy Control?

Global Privacy Control ist ein standardisiertes Datenschutzsignal.

Ist die Funktion aktiviert, sendet Microsoft Edge bei Webseitenaufrufen die Information mit, dass der Nutzer nicht möchte, dass seine Daten verkauft oder für zielgerichtete Werbung weitergegeben werden.

Der Vorteil liegt auf der Hand:

Man muss diese Präferenz nicht auf jeder Webseite einzeln neu einstellen.

Stattdessen teilt der Browser sie automatisch mit.

Edge sendet das Signal an alle besuchten Webseiten

Microsoft beschreibt die Funktion recht eindeutig.

Sobald GPC in Edge eingeschaltet wurde, erhalten alle besuchten Webseiten das entsprechende Signal.

Man muss also nicht für jede Seite separat festlegen, ob die Präferenz übertragen werden soll.

Das übernimmt der Browser automatisch.

Webseiten müssen das Signal nicht zwingend beachten

Der wichtigste Punkt kommt allerdings direkt danach.

Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass Webseiten das GPC-Signal möglicherweise beachten – oder eben auch nicht.

Das Signal ist deshalb keine technische Sperre.

Edge verhindert dadurch nicht automatisch, dass Daten verarbeitet oder für Werbung verwendet werden.

Der Browser übermittelt zunächst lediglich die Datenschutzpräferenz des Nutzers.

Was eine Webseite anschließend damit macht, hängt von deren Umsetzung und den jeweils geltenden Vorgaben ab.

Kein universeller Werbeblocker

Damit sollte man GPC auch nicht mit einem Werbeblocker verwechseln.

Die Funktion entfernt keine Anzeigen und blockiert nicht automatisch Tracking-Techniken.

Sie übermittelt stattdessen eine klare Präferenz:

Meine Daten sollen nicht verkauft oder für zielgerichtete Werbung weitergegeben werden.

Ob und wie eine Webseite darauf reagiert, liegt anschließend beim jeweiligen Anbieter.

So wird Global Privacy Control in Edge aktiviert

Microsoft hat die Einstellung direkt in die Datenschutzoptionen von Edge integriert.

Der Weg führt über:

Einstellungen und mehr (…) → Einstellungen → Datenschutz, Suche und Dienste → Datenschutz → Global Privacy Control

Dort lässt sich GPC aktivieren.

Nach dem Einschalten wird die entsprechende Präferenz bei Webseitenaufrufen mitgesendet.

Aktuell nur in den USA verfügbar

Eine wichtige Einschränkung gibt es derzeit noch.

Microsoft schreibt ausdrücklich, dass die GPC-Einstellung momentan nur in den USA verfügbar ist.

Wer Edge in Deutschland verwendet und die Option nicht findet, hat deshalb vermutlich nichts übersehen.

Die Funktion ist derzeit regional begrenzt.

Ob und wann Microsoft GPC auch in weiteren Ländern freischaltet, geht aus den bereitgestellten Informationen nicht hervor.

Warum ich die Funktion trotzdem interessant finde

Ich mag den grundsätzlichen Ansatz.

Datenschutzoptionen sind oft über Webseiten, Cookie-Banner und Kontoeinstellungen verteilt.

Eine zentrale Browser-Einstellung ist deutlich angenehmer.

Statt dieselbe Entscheidung immer wieder neu zu treffen, kann der Browser die eigene Präferenz direkt übermitteln.

Das spart zumindest einen Teil des üblichen Datenschutz-Klickmarathons.

Trotzdem keine Garantie

Man sollte die Wirkung allerdings realistisch einschätzen.

Microsoft formuliert selbst vorsichtig und weist darauf hin, dass Webseiten das GPC-Signal nicht zwingend umsetzen.

Deshalb würde ich die Funktion eher als zusätzliche Datenschutzeinstellung betrachten und nicht als Garantie dafür, dass anschließend keine Daten mehr für Werbezwecke verarbeitet werden.

Gerade dieser Unterschied ist wichtig.

Edge übernimmt damit mehr Datenschutz direkt im Browser

Interessant finde ich außerdem, dass Microsoft die Einstellung direkt in den Browser integriert.

Datenschutz wird dadurch weniger zu einer Angelegenheit einzelner Webseiten und stärker zu einer allgemeinen Browsereinstellung.

Das ist aus meiner Sicht der sinnvollere Ort dafür.

Wer sich einmal entschieden hat, möchte schließlich nicht bei jeder Webseite dieselbe Entscheidung erneut treffen.

GPC ist ein offener Standard

Microsoft verweist für die technische Grundlage auf das Global-Privacy-Control-Projekt.

Die Idee ist also nicht auf Edge beschränkt.

GPC soll als einheitliches Signal funktionieren, das Browser beziehungsweise andere Anwendungen an Webseiten übermitteln können.

Damit entsteht im besten Fall eine gemeinsame Sprache zwischen Browser und Webseite.

Der Nutzer äußert einmal seine Präferenz, und die Webseite kann diese entsprechend auswerten.

Die praktische Wirkung hängt von der Webseite ab

Genau hier liegt momentan aber auch die Grenze.

Microsoft kann das Signal versenden.

Was danach passiert, liegt außerhalb des Browsers.

Deshalb empfiehlt Microsoft Nutzern auch, sich bei den jeweiligen Webseiten darüber zu informieren, wie diese GPC behandeln.

Das ist zwar etwas weniger komfortabel als ein universeller Datenschutzschalter, aber zumindest transparenter als zu suggerieren, Edge könne die Entscheidung überall erzwingen.

Mein Eindruck

Ich halte Global Privacy Control für eine sinnvolle Ergänzung.

Nicht, weil die Funktion auf einen Schlag sämtliche Datenschutzprobleme im Internet löst.

Das tut sie nicht.

Aber sie schafft eine zentrale Möglichkeit, die eigene Präferenz automatisch mitzuteilen.

Gerade solche kleinen Standards können auf Dauer nützlicher sein als noch ein zusätzlicher Cookie-Schalter irgendwo tief in einer Webseite.

Schade ist momentan vor allem die regionale Beschränkung.

Für Nutzer in Deutschland bleibt die Funktion nach Microsofts aktuellem Stand zunächst außen vor.

Fazit

Microsoft Edge erhält mit Global Privacy Control eine neue Datenschutzoption.

Wird GPC aktiviert, sendet Edge bei Webseitenaufrufen automatisch die Präferenz, dass persönliche Daten nicht verkauft oder für zielgerichtete Werbung weitergegeben werden sollen.

Dabei gilt allerdings:

  • Edge übermittelt das Signal

  • Webseiten erhalten es

  • Webseiten müssen es nicht zwangsläufig beachten

  • die Funktion blockiert Werbung oder Tracking nicht automatisch

  • aktuell ist die Einstellung nur in den USA verfügbar

Für mich ist GPC damit kein großer Datenschutz-Zauberschalter.

Aber es ist eine sinnvolle Möglichkeit, die eigene Entscheidung zentral im Browser festzulegen, statt sie immer wieder neu erklären zu müssen.

Quellen

Microsoft Support:
Global Privacy Control in Microsoft Edge
https://support.microsoft.com/

Global Privacy Control:
https://globalprivacycontrol.org/

Chrome Status:
Feature: Global Privacy Control
https://chromestatus.com/feature/5137324344213504