WhatsApp testet adaptive Navigationsleiste auf Android

WhatsApp arbeitet weiter an der unteren Navigationsleiste seiner Android-App.
Diesmal geht es nicht nur um neue Symbole oder ein anderes Design, sondern um das Verhalten beim Scrollen.
Künftig soll sich die Leiste automatisch verkleinern, wenn man nach unten scrollt, und wieder auf ihre normale Größe zurückkehren, sobald man nach oben wischt.
Das Ziel ist ziemlich klar: mehr Platz für Inhalte und weniger Oberfläche, die ständig im Weg steht.
Die Navigationsleiste wird beim Scrollen kleiner
Im normalen Zustand nimmt die untere Navigationsleiste weiterhin fast die komplette Breite des Displays ein.
Sobald man beispielsweise durch die Chatliste nach unten scrollt, beginnt sie sich aber zu verändern.
WhatsApp reduziert dann:
die Breite
die Höhe
den Platzbedarf insgesamt
Am Ende bleibt eine kompakte, schwebende Leiste in Pillenform übrig.
Die Symbole verschwinden dabei nicht.
Man kann also weiterhin zwischen den einzelnen Bereichen wechseln.
Beim Hochscrollen wird sie wieder groß
Scrollt man anschließend wieder nach oben, kehrt die Navigationsleiste automatisch zu ihrer normalen Größe zurück.
Damit reagiert die Oberfläche direkt auf die aktuelle Nutzung.
Wenn ich gerade durch viele Chats scrolle, brauche ich die Navigation schließlich nicht permanent in voller Größe.
Wenn ich wieder nach oben gehe und vermutlich einen anderen Bereich öffnen möchte, wird sie wieder deutlicher sichtbar.
Das ist eigentlich ein ziemlich nachvollziehbares Verhalten.
Instagram macht es bereits ähnlich
Ganz neu ist die Idee innerhalb des Meta-Konzerns nicht.
Instagram verwendet bereits eine vergleichbare dynamische Navigationsleiste.
Auch dort wird die Leiste beim Scrollen kompakter und vergrößert sich wieder, sobald man sich in die andere Richtung bewegt.
WhatsApp übernimmt damit offenbar ein Bedienkonzept, das Meta an anderer Stelle bereits getestet hat.
Aus Sicht eines einheitlichen App-Designs ergibt das durchaus Sinn.
Die Navigationsleiste wurde schon mehrfach verändert
Die neue Scroll-Funktion ist nicht die erste Anpassung.
WhatsApp arbeitet seit einiger Zeit intensiv an diesem Bereich.
Zu den bisherigen Änderungen gehören unter anderem:
überarbeitetes Layout
Entfernung der Beschriftungen unter den Symbolen
neuer Tab-Indikator
schwebendes Design
kompaktere Darstellung
Mit der adaptiven Größe kommt nun ein weiterer Baustein hinzu.
Das zeigt gleichzeitig:
Das endgültige Design steht offenbar noch nicht fest.
WhatsApp experimentiert weiterhin.
Die Funktion ist noch nicht überall verfügbar
Wichtig ist die Einordnung:
Die adaptive Navigationsleiste befindet sich weiterhin in der Entwicklung beziehungsweise im Test.
Nicht jeder Beta-Nutzer bekommt die Funktion automatisch.
Einige Änderungen werden von WhatsApp serverseitig freigeschaltet und nur für bestimmte Accounts aktiviert.
Wer die aktuelle Beta installiert und die neue Leiste trotzdem nicht sieht, hat deshalb nichts falsch gemacht.
Dann heißt es schlicht warten.
Für kleine Displays durchaus sinnvoll
Ich finde die Idee grundsätzlich vernünftig.
Gerade auf Smartphones ist jeder zusätzliche Platz hilfreich.
Eine große Navigationsleiste ist praktisch, wenn man sie braucht.
Während man aber durch zwanzig oder dreißig Chats scrollt, darf sie sich ruhig etwas zurücknehmen.
Das ist genau die Art von Änderung, die im Alltag wahrscheinlich kaum bewusst auffällt, aber die Oberfläche angenehmer wirken lassen kann.
WhatsApp plant gleichzeitig noch deutlich mehr
Die neue Navigationsleiste ist nur eine von mehreren Änderungen, an denen WhatsApp derzeit arbeitet.
In der aktuellen Beta-Woche wurden gleich mehrere Funktionen bekannt oder weiter verteilt.
Dazu gehören unter anderem:
geplante Nachrichten
ein Browser direkt in WhatsApp
ein Reels-Shortcut
Anruffilterung
ein Filter für Erwähnungen und Antworten
WhatsApp entwickelt die App momentan also an ziemlich vielen Stellen gleichzeitig weiter.
Geplante Nachrichten erreichen iOS
Auf iOS wird inzwischen die Möglichkeit verteilt, Nachrichten für einen späteren Zeitpunkt zu planen.
Dafür hält man den Senden-Button gedrückt und legt anschließend Datum und Uhrzeit fest.
WhatsApp erlaubt dabei einen Zeitraum von mindestens zehn Minuten bis maximal zwei Wochen im Voraus.
Geplante Nachrichten lassen sich vor dem Versand weiterhin verwalten oder löschen.
Gerade für Geburtstagsgrüße oder Erinnerungen dürfte das ziemlich praktisch sein.
Interner Browser für WhatsApp auf iOS
Parallel arbeitet WhatsApp auf iOS an einem eigenen Browser innerhalb der App.
Links könnten dann direkt aus einem Chat heraus geöffnet werden, ohne WhatsApp vollständig verlassen zu müssen.
Die Funktion soll optional bleiben.
Wer lieber Safari oder einen anderen Standardbrowser verwendet, kann Links weiterhin extern öffnen.
WhatsApp will Browserdaten wie Cookies und Cache lokal auf dem Gerät speichern.
Außerdem sollen Nutzer diese Daten selbst löschen können.
Reels direkt aus dem Chat teilen
Auf Android gibt es außerdem einen neuen Shortcut für Instagram Reels.
Wer WhatsApp mit dem Meta Accounts Center verbunden hat, kann dadurch schneller auf:
zuletzt angesehene Reels
gespeicherte Reels
gelikte Reels
zugreifen.
Die Inhalte lassen sich anschließend direkt aus dem WhatsApp-Chat heraus teilen.
Auch hier gilt:
Die Verbindung zum Accounts Center bleibt freiwillig.
Wer WhatsApp nicht mit Instagram verknüpfen möchte, muss das auch nicht tun.
WhatsApp arbeitet an intelligenter Anruffilterung
Interessant ist außerdem die geplante Filterfunktion für unbekannte Anrufer.
Dabei soll es mehrere Stufen geben.
Man kann unbekannte Anrufe weiterhin normal durchlassen.
Alternativ lassen sie sich automatisch stummschalten.
Noch spannender ist eine dritte Variante:
WhatsApp soll den Anrufer zunächst fragen können, warum er anruft.
Die Antwort wird anschließend lokal auf dem Gerät transkribiert.
Der Nutzer kann dann lesen, worum es geht, bevor er entscheidet, ob er den Anruf annimmt.
Das erinnert ziemlich stark an moderne Call-Screening-Funktionen anderer Plattformen.
Neuer Filter für Erwähnungen und Antworten
Auch die Chatliste bekommt weitere Änderungen.
WhatsApp führt einen zusätzlichen Filter ein, der Gespräche anzeigt, in denen man:
erwähnt wurde
eine Antwort auf eine eigene Nachricht erhalten hat
Das dürfte besonders in größeren Gruppen und Communities hilfreich sein.
Wer viele Chats hat, kennt das Problem:
Die wirklich relevanten Nachrichten verschwinden schnell irgendwo zwischen Gruppen, Kanälen und privaten Unterhaltungen.
Ein eigener Filter kann da tatsächlich Zeit sparen.
WhatsApp wird immer dynamischer
Wenn man sich die aktuellen Änderungen zusammen anschaut, fällt etwas auf.
WhatsApp bewegt sich immer weiter weg von der einfachen Messenger-Oberfläche.
Die App reagiert stärker auf den Nutzer.
Elemente verändern sich beim Scrollen.
Nachrichten lassen sich planen.
Anrufe können vorab gefiltert werden.
Instagram-Inhalte wandern direkt in den Chat.
Und selbst Webseiten sollen künftig teilweise innerhalb von WhatsApp geöffnet werden.
Das macht die App mächtiger.
Aber natürlich auch komplexer.
Mein Eindruck
Bei der adaptiven Navigationsleiste sehe ich wenig Grund zur Kritik.
Die Änderung ist dezent und greift nicht tief in die Bedienung ein.
Man muss nichts neu lernen.
Die Leiste wird einfach kleiner, wenn sie gerade weniger wichtig ist.
Genau solche UI-Änderungen finde ich angenehmer als Funktionen, die plötzlich mitten in den Workflow gesetzt werden und erst einmal erklärt werden müssen.
Ob WhatsApp das aktuelle Design am Ende genauso veröffentlicht, ist allerdings noch offen.
Die vielen Änderungen der letzten Wochen zeigen ziemlich deutlich, dass Meta hier weiter experimentiert.
Fazit
WhatsApp arbeitet auf Android an einer adaptiven unteren Navigationsleiste.
Beim Scrollen nach unten verkleinert sich die Leiste zu einer kompakten, schwebenden Pillenform.
Scrollt man wieder nach oben, wird sie automatisch auf ihre normale Größe erweitert.
Die Funktion befindet sich weiterhin im Test und ist noch nicht für alle Nutzer verfügbar.
Parallel arbeitet WhatsApp an zahlreichen weiteren Funktionen wie geplanten Nachrichten, Anruffilterung, Reels-Sharing und neuen Chatfiltern.
Für mich gehört die adaptive Navigation dabei eher zu den unauffälligen, aber sinnvollen Änderungen.
Sie verändert nicht, wie WhatsApp funktioniert.
Sie sorgt nur dafür, dass die Oberfläche ein bisschen weniger im Weg steht.
Quelle
WABetaInfo:
WhatsApp is working on an adaptive bottom navigation bar
https://wabetainfo.com/whatsapp-is-working-on-an-adaptive-bottom-navigation-bar/