Microsoft verschärft die Regeln: Alte Exchange-Server dürfen bald keine Mails mehr an Exchange Online senden

Microsoft zieht bei der Sicherheit von Exchange Server 2016 und 2019 die Daumenschrauben weiter an.
Ab der zweiten Septemberwoche 2026 sollen veraltete lokale Exchange-Server keine E-Mails mehr an Postfächer in Exchange Online zustellen können, wenn sie nicht mindestens auf dem von Microsoft geforderten Update-Stand sind.
Betroffen sind vor allem Unternehmen, die noch eine Hybrid-Umgebung betreiben und ihre lokale Exchange-Installation mit Microsoft 365 beziehungsweise Exchange Online verbinden.
Welche Exchange-Server sind betroffen?
Microsoft nennt ausdrücklich:
Exchange Server 2016
Exchange Server 2019
Diese Systeme müssen mindestens auf dem finalen öffentlichen Update-Stand vom Oktober 2025 sein.
Microsoft macht dabei ziemlich klar, dass dieser Stand nicht mehr als neu gelten kann. Das entsprechende Update ist inzwischen fast ein Jahr alt.
Aus Sicht von Microsoft gibt es also kaum noch einen Grund, warum produktive Systeme noch darunter liegen sollten.
Was passiert bei veralteten Systemen?
Microsoft arbeitet schon länger mit einem Verfahren aus Drosselung und Blockierung.
Das bedeutet: Stark veraltete Exchange-Server werden nicht unbedingt sofort komplett ausgesperrt. Zunächst kann die Zustellung gedrosselt werden, später kann Microsoft Verbindungen auch vollständig blockieren.
Mit der neuen Änderung wird die akzeptierte Mindestversion nun auf den letzten öffentlichen Update-Stand von Exchange 2016 und 2019 angehoben.
Wer darunter liegt, riskiert, dass E-Mails an Exchange Online nicht mehr zuverlässig zugestellt werden.
Nicht jeder Mailweg ist betroffen
Wichtig ist: Die neue Regel betrifft nicht pauschal jeden lokalen Exchange-Server.
Sie greift laut Microsoft bei Servern, die E-Mails über einen Inbound Connector vom Typ „OnPremises“ an Exchange Online senden.
Andere Zustellwege sind davon zunächst nicht betroffen.
Das ist gerade für größere Umgebungen relevant, weil dort oft mehrere Exchange-Server mit unterschiedlichen Aufgaben betrieben werden.
Ein alter Server irgendwo im Unternehmen bedeutet also nicht automatisch, dass sofort alles blockiert wird.
Microsoft deutet allerdings an, dass sich das künftig ändern könnte.
Warum Microsoft das macht
Der Hintergrund ist ziemlich eindeutig: Sicherheit.
Exchange Server gehört seit Jahren zu den attraktivsten Zielen für Angreifer. Ungepatchte oder deutlich veraltete Systeme sind besonders problematisch, weil bekannte Schwachstellen oft sehr gezielt ausgenutzt werden.
Microsoft versucht deshalb zunehmend, Unternehmen dazu zu zwingen, ihre Systeme auf einem aktuellen Sicherheitsstand zu halten.
Das ist technisch nachvollziehbar, sorgt bei Administratoren aber nicht nur für Begeisterung.
Das Problem aus Sicht der Admins
Updates für Exchange sind nicht immer etwas, das man einfach am Freitagabend installiert und danach abhakt.
Administratoren müssen vorher prüfen:
ob Drittanbieter-Software kompatibel ist
ob Hybrid-Funktionen weiterhin sauber laufen
ob Sicherungen vorhanden sind
ob Wartungsfenster verfügbar sind
und ob das Update selbst bekannte Probleme mitbringt
Gerade bei älteren Exchange-Umgebungen hängt oft mehr dran als nur der eigentliche Mailserver.
Deshalb ist die Kritik mancher Administratoren durchaus nachvollziehbar: Microsoft verlangt schnelles Patchen, hat in der Vergangenheit aber selbst Updates veröffentlicht, die neue Probleme verursacht haben.
Trotzdem bleibt die Richtung klar.
Exchange 2016 und 2019 laufen ohnehin aus
Die neue Mindestanforderung zeigt auch noch einmal, wohin die Reise geht.
Exchange Server 2016 und 2019 sind technisch Altbestand. Wer diese Versionen weiter betreiben möchte, muss sich langfristig mit einer der beiden Optionen beschäftigen:
Wechsel auf Exchange Server Subscription Edition
oder Nutzung eines Extended Security Update-Programms
Für viele Unternehmen dürfte früher oder später ohnehin die Frage kommen, ob ein klassischer lokaler Exchange-Server noch sinnvoll ist oder ob ein vollständiger Wechsel zu Exchange Online einfacher wird.
Was Administratoren jetzt tun sollten
Wer noch Exchange 2016 oder 2019 im Einsatz hat, sollte den Patchstand jetzt prüfen und nicht bis zur Blockierung warten.
Wichtig ist vor allem:
Exchange-Build prüfen
kontrollieren, ob mindestens der öffentliche Update-Stand von Oktober 2025 installiert ist
Hybrid- und Connector-Konfiguration prüfen
fehlende Updates zeitnah einspielen
Zustelltests zu Exchange Online durchführen
Gerade bei Hybrid-Umgebungen sollte man nicht davon ausgehen, dass eine bestehende Konfiguration automatisch dauerhaft akzeptiert bleibt.
Fazit
Microsoft macht bei veralteten Exchange-Systemen ernst.
Ab September 2026 müssen Exchange Server 2016 und 2019 mindestens auf dem finalen öffentlichen Update-Stand von Oktober 2025 sein, wenn sie über einen OnPremises-Connector E-Mails an Exchange Online senden.
Wer darunter liegt, riskiert Drosselung oder vollständige Blockierung.
Für Administratoren ist das unbequem, aber die Botschaft ist eindeutig:
Exchange-Server müssen aktuell gehalten werden.
Und wer Exchange 2016 oder 2019 noch länger einsetzen möchte, sollte sich spätestens jetzt mit dem nächsten Migrationsschritt beschäftigen.