Microsoft 365: „Targeted Release“ wird eingestellt – künftig gibt es Frontier, Standard und Deferred

Microsoft räumt bei den Update-Kanälen von Microsoft 365 auf. Der bisherige Targeted Release wird Anfang 2027 eingestellt und durch ein neues, einheitlicheres Modell ersetzt.
Künftig gibt es drei Stufen:
Frontier, Standard und Deferred
Für Administratoren bedeutet das vor allem: Wer heute noch Nutzer im Targeted Release hat, sollte die Umstellung rechtzeitig vorbereiten.
Was war Targeted Release bisher?
Targeted Release war im Grunde der Frühstarter-Kanal für Microsoft 365.
Unternehmen konnten damit bestimmte Nutzer früher mit neuen Funktionen versorgen, bevor diese allgemein verteilt wurden.
Das war praktisch, um:
- neue Funktionen vorab zu testen
- interne Support-Teams vorzubereiten
- mögliche Probleme früh zu erkennen
- Rückmeldungen aus Pilotgruppen zu sammeln
Gerade in größeren Umgebungen war das ein sinnvoller Zwischenschritt zwischen Preview und allgemeinem Rollout.
Künftig gibt es drei neue Release-Stufen
Microsoft ersetzt das alte Modell durch drei sogenannte Unified Release Preferences.
Die unterscheiden sich ziemlich klar voneinander:
Frontier
Hier landen neue Funktionen besonders früh.
Das ist der Kanal für Nutzer, die neue Features bereits in der Vorschau testen sollen.
Für Pilotgruppen, IT, Power-User oder interne Tester dürfte das künftig die erste Wahl sein.
Standard
Standard entspricht im Wesentlichen dem normalen Rollout.
Neue Funktionen werden hier verfügbar, sobald Microsoft sie allgemein freigibt.
Das dürfte für die meisten normalen Benutzer der sinnvollste Kanal sein.
Deferred
Deferred verzögert neue Funktionen um 30 Tage gegenüber Standard.
Das finde ich für produktive Unternehmensumgebungen durchaus interessant.
Man bekommt damit etwas zusätzliche Zeit, um zu beobachten, ob ein neues Feature Probleme verursacht, bevor es auf die eigenen Nutzer losgelassen wird.
Ab November 2026 keine neuen Targeted-Release-Anmeldungen mehr
Microsoft beginnt die Umstellung bereits relativ bald.
Ab November 2026 können keine neuen Benutzer mehr für Targeted Release registriert werden.
Ab dann sollen nur noch die neuen Unified Release Preferences zur Verfügung stehen.
Wer also aktuell mit Targeted Release arbeitet, sollte spätestens jetzt anfangen zu planen, welche Benutzer künftig in:
- Frontier
- Standard
- Deferred
einsortiert werden sollen.
Im Januar 2027 ist endgültig Schluss
Im Januar 2027 wird Targeted Release komplett eingestellt.
Das betrifft dann auch bereits bestehende Zuweisungen.
Ab diesem Zeitpunkt werden keine Microsoft-365-Updates mehr über diesen Kanal verteilt.
Heißt im Klartext:
Wer bis dahin nichts geändert hat, läuft Gefahr, dass die bisherige Update-Strategie einfach nicht mehr funktioniert wie gewohnt.
Was Administratoren jetzt tun sollten
Microsoft empfiehlt, die bestehenden Targeted-Release-Nutzer schon jetzt auf die neuen Optionen umzustellen.
Der Weg führt aktuell über:
Microsoft 365 Admin Center → Einstellungen → Organisationseinstellungen → Organisationsprofil → Release-Einstellungen
Dort lassen sich die neuen Präferenzen zuweisen.
Allerdings soll sich auch diese Oberfläche im November ändern.
Microsoft plant also nicht nur neue Kanäle, sondern auch eine überarbeitete Verwaltungsoberfläche.
Warum Microsoft das umstellt
Ich finde die neue Aufteilung ehrlich gesagt ziemlich nachvollziehbar.
Targeted Release war funktional sinnvoll, aber der Name sagte nicht unbedingt sofort, was konkret dahintersteckt.
Mit:
- Frontier
- Standard
- Deferred
ist die Intention deutlich klarer.
Vor allem Deferred finde ich spannend, weil viele Unternehmen genau so arbeiten:
Nicht sofort alles blockieren, aber eben auch nicht am ersten Tag jeden neuen Microsoft-365-Schalter auf tausende Nutzer loslassen.
30 Tage Verzögerung sind dafür ein brauchbarer Mittelweg.
Frontier dürfte vor allem für Pilotgruppen interessant sein
Frontier wird wahrscheinlich die Rolle übernehmen, die bisher oft Targeted Release hatte – nur etwas expliziter als Vorschaukanal.
Dort könnten Administratoren zum Beispiel bewusst einige:
- IT-Mitarbeiter
- Helpdesk-Nutzer
- Power-User
- Testgruppen
einsortieren.
So sieht man frühzeitig, was kommt und ob interne Prozesse angepasst werden müssen.
Standard bleibt der Normalfall
Für die breite Masse dürfte Standard ausreichend sein.
Wenn ein Unternehmen keine spezielle Pilotstrategie oder Verzögerung braucht, ist Standard wahrscheinlich der einfachste Weg.
Dort kommen neue Funktionen dann, wenn Microsoft sie offiziell allgemein freigibt.
Deferred ist für konservativere Umgebungen wahrscheinlich Gold wert
Gerade in Unternehmen mit sensiblen Workflows oder hohem Änderungsrisiko finde ich Deferred interessant.
30 Tage klingen erstmal nicht nach viel.
Aber bei problematischen Rollouts kann genau dieser Monat reichen, um:
- bekannte Fehler abzuwarten
- Microsoft-Korrekturen abzupassen
- interne Dokumentation anzupassen
- Support vorzubereiten
Das ist deutlich besser, als wenn eine Änderung zeitgleich alle produktiven Benutzer trifft.
Mein Eindruck
Ich halte die Umstellung grundsätzlich für sinnvoll.
Microsoft 365 verändert sich inzwischen so schnell, dass Unternehmen klare Release-Stufen brauchen.
Und drei verständliche Optionen sind meiner Meinung nach besser als ein älteres Modell, das zunehmend weniger gut zu den heutigen Update-Zyklen passt.
Wichtig ist nur, dass Administratoren die Umstellung nicht auf Januar 2027 schieben.
Denn genau solche Änderungen geraten gerne in Vergessenheit, bis plötzlich Nutzer oder Teams in einem nicht mehr unterstützten Kanal hängen.
Fazit
Microsoft stellt den bisherigen Targeted Release für Microsoft 365 ein.
Die wichtigsten Termine sind:
- ab November 2026: keine neuen Targeted-Release-Zuweisungen mehr
- ab Januar 2027: Targeted Release vollständig eingestellt
Künftig gibt es drei neue Optionen:
- Frontier – frühe Vorschau
- Standard – allgemeine Verfügbarkeit
- Deferred – 30 Tage verzögert
Wer heute noch Targeted Release nutzt, sollte die betroffenen Nutzer rechtzeitig auf einen passenden neuen Kanal umstellen.
Für Administratoren ist das keine riesige technische Änderung – aber definitiv eine, die man nicht ignorieren sollte.