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DB Familienticket 2026: Für wen sich das neue Angebot lohnt

KI-Generiertes Foto

Die Deutsche Bahn bringt das Familienticket zurück – und diesmal soll es nicht nur eine kurze Aktion bleiben.

Seit dem 26. Oktober 2026 kann das Angebot wieder gebucht werden. Die ersten möglichen Reisetage starten am 1. November 2026. Nach aktuellem Stand soll das Familienticket dauerhaft angeboten werden.

Auf den ersten Blick klingt das Angebot ziemlich attraktiv:

Bis zu fünf Personen können gemeinsam reisen, die Sitzplatzreservierungen sind inklusive und eine Hin- und Rückfahrt im Fernverkehr kostet pauschal 99,99 Euro.

Ganz so einfach ist die Rechnung allerdings nicht.

Gerade bei Familien lohnt es sich, vorher kurz zu vergleichen.

Was kostet das neue DB Familienticket?

Für eine reine Fernverkehrsverbindung gelten derzeit folgende Preise:

ReisePreis
Einfache Fahrt59,99 Euro
Hin- und Rückfahrt99,99 Euro

Wer zusätzlich Regionalzüge wie RE oder RB als Teil der gebuchten Verbindung benötigt, zahlt mehr:

ReisePreis
Einfache Fahrt mit Nahverkehrsanteil81,99 Euro
Hin- und Rückfahrt mit Nahverkehrsanteil143,99 Euro

Der Preis gilt jeweils für das komplette Familienticket und nicht pro Person.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Eine berechtigte Gruppe aus fünf Personen zahlt also denselben Grundpreis wie beispielsweise ein Erwachsener mit einem Kind.

Wer darf mit dem Familienticket fahren?

Auf einem Ticket können maximal fünf Personen eingetragen werden.

Mindestens eine davon muss ein Kind bis einschließlich 14 Jahre sein.

Erwachsene sind bei diesem Angebot Personen ab 15 Jahren. Maximal zwei Erwachsene können gemeinsam über ein Familienticket reisen.

Möglich sind beispielsweise:

  • 1 Erwachsener und 1 Kind

  • 1 Erwachsener und 4 Kinder

  • 2 Erwachsene und 1 Kind

  • 2 Erwachsene und 3 Kinder

Nicht möglich ist dagegen ein Familienticket nur für zwei Erwachsene.

Auch drei Erwachsene mit einem Kind passen nicht mehr in die Tarifbedingungen.

Man muss nicht miteinander verwandt sein

Interessant finde ich, dass die Deutsche Bahn den Begriff „Familie“ hier relativ locker auslegt.

Eine tatsächliche Verwandtschaft zwischen Erwachsenen und Kindern ist nicht erforderlich.

Das Angebot kann also beispielsweise auch von:

  • Großeltern und Enkeln

  • Freunden mit Kindern

  • anderen Begleitpersonen

genutzt werden.

Entscheidend ist nicht der Stammbaum, sondern die Zusammensetzung der Reisegruppe.

Das macht das Ticket deutlich flexibler, als der Name zunächst vermuten lässt.

Sonderfall: Kinder bis fünf Jahre

Bei kleinen Kindern gibt es eine Besonderheit.

Kinder bis einschließlich fünf Jahre fahren bei der Deutschen Bahn ohnehin ohne eigene Fahrkarte kostenlos.

Beim Familienticket können sie trotzdem innerhalb der maximal fünf Personen angegeben werden.

Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn für das Kind ein eigener Sitzplatz reserviert werden soll.

Sind bereits fünf Personen auf dem Familienticket eingetragen, dürfen weitere Kinder bis fünf Jahre trotzdem kostenlos mitfahren.

Für diese zusätzlichen Kinder gibt es dann allerdings keine weitere kostenlose Sitzplatzreservierung aus dem Familienticket.

Sitzplatzreservierung inklusive

Genau hier liegt aus meiner Sicht einer der interessantesten Vorteile des Angebots.

Für bis zu fünf Personen sind Sitzplatzreservierungen im Ticketpreis enthalten – vorausgesetzt, entsprechende Plätze sind noch verfügbar.

Eine normale Sitzplatzreservierung in der 2. Klasse kostet derzeit 5,50 Euro pro Person und Fahrtrichtung.

Bei einer Familie mit fünf reservierten Personen entspricht das bei Hin- und Rückfahrt einem normalen Gegenwert von:

55 Euro

Allein dadurch kann das Familienticket plötzlich deutlich interessanter werden.

Aber: Plätze nebeneinander sind nicht garantiert

„Reservierung inklusive“ bedeutet allerdings nicht automatisch, dass fünf Personen gemütlich nebeneinander sitzen.

Die Reservierungen erfolgen nach Verfügbarkeit.

Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte deshalb möglichst früh buchen.

In vielen ICEs können außerdem Familienbereiche oder Kleinkindabteile ausgewählt werden, sofern dort noch Plätze frei sind.

Nur zweite Klasse und mit Zugbindung

Das Familienticket gilt ausschließlich für die 2. Klasse.

Auf der Fernverkehrsstrecke können ICE, IC und EC genutzt werden.

Wichtig ist allerdings die Zugbindung.

Man bucht also eine konkrete Verbindung und kann anschließend nicht einfach spontan einen beliebigen anderen ICE nehmen.

Die üblichen Ausnahmen bei größeren Verspätungen oder Zugausfällen bleiben natürlich bestehen.

Mindestens zwei Tage vorher buchen

Spontan am Bahnsteig entscheiden funktioniert mit dem Familienticket ebenfalls nicht.

Die Buchung muss spätestens zwei Tage vor dem ersten Reisetag erfolgen.

Dazu kommt eine weitere Einschränkung:

Das Angebot besitzt ein begrenztes Kontingent.

Nicht jede Verbindung muss deshalb zum Familienticketpreis verfügbar sein.

Das würde ich bei der Reiseplanung definitiv im Hinterkopf behalten.

Regionalzüge machen das Ticket deutlich teurer

Ein Punkt, bei dem man genau hinschauen sollte, ist der Nahverkehr.

Eine reine ICE-, IC- oder EC-Reise kostet hin und zurück 99,99 Euro.

Sobald eine gebuchte Verbindung zusätzlich einen Regionalzug enthält, steigt der Preis auf 143,99 Euro.

Das sind immerhin 44 Euro mehr.

Gerade bei Verbindungen, bei denen nur ein kurzer RE-Zubringer enthalten ist, würde ich deshalb einmal durchrechnen, ob eine andere Ticketkombination günstiger ist.

Nahverkehr ist nicht automatisch überall inklusive

Der Nahverkehrsanteil darf außerdem nicht mit einer allgemeinen Nahverkehrsfreigabe verwechselt werden.

Das Familienticket ist keine kleine Deutschland-Ticket-Version.

Regionalverkehr ist nur Bestandteil des Tickets, wenn er zur konkret gebuchten Verbindung gehört.

Auch Bus, Straßenbahn oder U-Bahn am Zielort sind nicht automatisch kostenlos enthalten.

Je nach Verbindung kann ein kostenpflichtiges City-Ticket hinzukommen.

Vor dem Bezahlen würde ich deshalb immer prüfen, welche Strecke tatsächlich auf dem Ticket steht.

Kein zusätzlicher BahnCard-Rabatt

Wer eine BahnCard besitzt, bekommt auf das Familienticket keinen weiteren Rabatt.

Auch das sollte man beim Preisvergleich berücksichtigen.

Je nach Strecke können normale Sparpreise mit BahnCard möglicherweise günstiger sein.

Kann das Familienticket storniert werden?

Ja – aber nur eingeschränkt.

Das Ticket kann bis einschließlich des Tages vor dem ersten Geltungstag storniert werden.

Dabei werden 10 Euro Bearbeitungsentgelt fällig.

Der verbleibende Betrag wird außerdem nicht einfach auf das ursprüngliche Zahlungsmittel zurückgebucht.

Stattdessen erhält man einen Stornogutschein.

Bei einem Ticket für 99,99 Euro bleiben nach Abzug der Gebühr also:

89,99 Euro als Gutschein

übrig.

Ab dem ersten Reisetag ist eine normale freiwillige Stornierung nicht mehr vorgesehen.

Auch nur die Rückfahrt separat zu erstatten, funktioniert grundsätzlich nicht.

Wenn das einzige Kind krank wird, entsteht ein Problem

Eine interessante Besonderheit betrifft die Voraussetzung, dass mindestens ein Kind mitreisen muss.

Kann das einzige gebuchte Kind plötzlich nicht mitfahren, dürfen die Erwachsenen das Familienticket nicht einfach allein nutzen.

Dann erfüllt die Reisegruppe die Tarifbedingungen nicht mehr.

Gerade bei Reisen mit nur einem Kind ist das durchaus ein Punkt, den man vor der Buchung kennen sollte.

Die normalen Fahrgastrechte bleiben bestehen

Unabhängig davon gelten weiterhin die gesetzlichen Fahrgastrechte.

Bei entsprechenden Verspätungen oder Zugausfällen gelten deshalb andere Regeln als bei einer freiwilligen Stornierung.

Bei einer erwarteten Verspätung von mindestens 20 Minuten kann beispielsweise die Zugbindung einer innerdeutschen Verbindung aufgehoben werden.

Ab 60 Minuten erwarteter Verspätung bestehen unter den entsprechenden Voraussetzungen weitere Erstattungsmöglichkeiten.

Lohnt sich das Familienticket?

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Frage.

Meine Antwort wäre:

Oft ja – aber nicht automatisch.

Der Grund dafür ist relativ einfach.

Kinder bis einschließlich 14 Jahre fahren im deutschen Fernverkehr ohnehin kostenlos, wenn sie von einer Person ab 15 Jahren begleitet werden.

Das Familienticket spart deshalb nicht plötzlich fünf normale Fahrkarten.

Der Vergleich muss vielmehr lauten:

Normale Tickets für die Erwachsenen + gewünschte Sitzplatzreservierungen

gegen:

Familienticket inklusive Reservierungen

Beispiel: Zwei Erwachsene und zwei Kinder

Nehmen wir eine Familie mit:

  • zwei Erwachsenen

  • einem achtjährigen Kind

  • einem elfjährigen Kind

Die normalen Hin- und Rückfahrkarten der Erwachsenen kosten zusammen beispielsweise 90 Euro.

Die beiden Kinder fahren kostenlos mit.

Reserviert man für alle vier Personen auf Hin- und Rückfahrt Sitzplätze, kommen normalerweise weitere 44 Euro hinzu.

Dann sieht die Rechnung so aus:

VarianteGesamtpreis
Normale Tickets inkl. Reservierungen134,00 Euro
Familienticket99,99 Euro

In diesem Beispiel beträgt die Ersparnis:

34,01 Euro

Das ist allerdings nur eine Beispielrechnung und kein konkreter Fahrpreis für eine bestimmte Verbindung.

Wer keine Reservierungen braucht, sollte besonders vergleichen

Der Vorteil schrumpft natürlich deutlich, wenn keine Sitzplatzreservierungen benötigt werden.

Dann muss man die 99,99 Euro praktisch direkt mit dem normalen Sparpreis der Erwachsenen vergleichen.

Gerade bei früh gebuchten günstigen Verbindungen kann der reguläre Sparpreis deshalb trotzdem attraktiver sein.

Ich würde das Familienticket deshalb nie einfach blind auswählen, nur weil „Familie“ draufsteht.

Zwei Minuten Preisvergleich können sich lohnen.

Stiftung Warentest hat mehrere Verbindungen verglichen

Stiftung Warentest hat zum Start des Angebots verschiedene Verbindungen für eine vierköpfige Familie untersucht.

Darunter waren unter anderem:

  • München – Leipzig

  • Stuttgart – Frankfurt

  • Hannover – Kiel

  • Berlin – Chemnitz

Bei den getesteten reinen Fernverkehrsverbindungen lagen die normalen Sparpreise zum jeweiligen Buchungszeitpunkt über dem Familienticketpreis.

Bei Verbindungen mit Regionalverkehr war der Vorteil teilweise deutlich kleiner.

Das bestätigt aus meiner Sicht ziemlich gut:

Besonders interessant ist das Ticket für längere reine Fernverkehrsstrecken.

Finanztip empfiehlt ebenfalls den Vergleich

Auch Finanztip kommt zu dem Ergebnis, dass man vor der Buchung die normalen Spar- und Supersparpreise vergleichen sollte.

Das halte ich ebenfalls für den besten Ansatz.

Das Familienticket ist kein Tarif, der automatisch immer die günstigste Lösung darstellt.

Es ist eher ein zusätzliches Angebot, das bei der richtigen Reisegruppe und Verbindung sehr attraktiv werden kann.

So würde ich buchen

Ich würde bei einer geplanten Familienreise folgendermaßen vorgehen:

  1. Gewünschte Verbindung auf bahn.de oder im DB Navigator suchen.

  2. Alle Reisenden mit korrektem Alter eintragen.

  3. Prüfen, ob das Familienticket angeboten wird.

  4. Sitzplatzreservierungen kontrollieren.

  5. Dieselbe Verbindung anschließend noch einmal mit normalen Sparpreisen vergleichen.

  6. Dabei die Kosten der gewünschten Reservierungen mitrechnen.

  7. Prüfen, ob Regionalverkehr oder zusätzliche Stadtverkehrstickets benötigt werden.

Das Familienticket kann über bahn.de, den DB Navigator sowie personenbediente Verkaufsstellen gebucht werden.

Mein Eindruck

Ich finde das neue Familienticket grundsätzlich interessant.

Vor allem der feste Preis von 99,99 Euro für Hin- und Rückfahrt und die enthaltenen Reservierungen machen das Angebot auf längeren ICE-Verbindungen attraktiv.

Gerade mit vier oder fünf Reisenden können allein die normalen Reservierungskosten einen ordentlichen Betrag ausmachen.

Man sollte sich vom Pauschalpreis aber nicht zu schnell überzeugen lassen.

Sobald Regionalverkehr benötigt wird, steigt der Preis deutlich.

Dazu kommen Zugbindung, begrenzte Kontingente und die eingeschränkte Stornierung.

Das ist also kein „einmal kaufen und sorglos durch Deutschland fahren“-Ticket.

Aber das soll es auch gar nicht sein.

Fazit

Das DB Familienticket 2026 ist seit dem 26. Oktober wieder buchbar und soll diesmal dauerhaft im Angebot bleiben. Die ersten möglichen Reisetage beginnen am 1. November 2026.

Für reine Fernverkehrsreisen kostet es:

  • 59,99 Euro einfach

  • 99,99 Euro hin und zurück

Bis zu fünf Personen können gemeinsam reisen, darunter mindestens ein Kind bis einschließlich 14 Jahre. Sitzplatzreservierungen für bis zu fünf Personen sind nach Verfügbarkeit inklusive.

Besonders interessant dürfte das Angebot für zwei Erwachsene mit zwei oder drei Kindern auf längeren ICE- oder IC-Strecken sein.

Weniger attraktiv kann es bei kurzen Fahrten, sehr günstigen Sparpreisen oder Verbindungen mit Regionalverkehr werden.

Mein Rat wäre deshalb ziemlich einfach:

Familienticket anschauen, normale Sparpreise danebenlegen und die Sitzplatzreservierungen nicht vergessen.

Dann sieht man meistens recht schnell, welche Variante wirklich günstiger ist.

Quellen

Deutsche Bahn – Familienticket
https://www.bahn.de/angebot/kinder/familienticket

Deutsche Bahn – Beförderungsbedingungen / Tarifbedingungen
https://www.bahn.de/agb

Deutsche Bahn – Neue Angebote 2026/27
https://www.bahn.de/info/neue-angebote

Stiftung Warentest – Das Familienticket kommt zurück: Lohnt es sich?
https://www.test.de/Angebot-der-Deutschen-Bahn-Das-Familienticket-kommt-zurueck-lohnt-es-sich-6343695-0/

Finanztip – DB Familienticket: Wann sparst du damit wirklich?
https://www.finanztip.de/daily/db-ticket-jetzt-dauerhaft-wann-sparst-du-damit-wirklich/