WhatsApp bekommt mehr Liquid Glass – und gleich mehrere neue Funktionen

WhatsApp arbeitet weiter kräftig an seiner Oberfläche und bringt den neuen Liquid-Glass-Look jetzt auch an Stellen, an denen man ihn im Alltag ständig sieht: beim Reagieren auf Nachrichten und im Kontextmenü.
Gleichzeitig tut sich auch funktional einiges. In den aktuellen Beta-Versionen werden unter anderem KI-Hinweise für Kanäle, Warnungen vor inoffiziellen Web-Clients, Erinnerungen an Entwürfe, Chats mit Drittanbieter-Agenten und vier angepinnte Nachrichten getestet oder bereits schrittweise verteilt.
Liquid Glass jetzt auch im Nachrichtenmenü
Auf iOS bekommt WhatsApp das neue Design nun auch für die Reaktionsleiste und das Kontextmenü einer Nachricht.
Bisher wirkten diese Bereiche noch deutlich klassischer. Mit der neuen Version setzt WhatsApp stärker auf Transparenz und den typischen glasartigen Look.
Die Unterhaltung bleibt hinter dem Menü sichtbar, allerdings ohne den bisherigen starken Unschärfe-Effekt.
Am Verhalten ändert sich nichts. Nachrichten lassen sich weiterhin genauso beantworten, weiterleiten, löschen oder mit Emojis versehen wie bisher.
Es geht hier also vor allem um das Aussehen.
WhatsApp zieht den neuen Stil durch
Der neue Look soll offenbar nicht nur an einer einzigen Stelle auftauchen.
WhatsApp arbeitet auch daran, weitere Bereiche an Liquid Glass anzupassen, darunter:
den Zeicheneditor
den Videoplayer
die Wiedergabeleiste
weitere Bedienelemente innerhalb von Chats
Damit wirkt die Oberfläche nach und nach einheitlicher.
Ob man den gläsernen Stil mag, ist natürlich Geschmackssache. Immerhin sieht es so aus, als würde WhatsApp die Umstellung konsequent durchziehen und nicht nur einzelne Bereiche halbherzig anpassen.
KI-Inhalte in Kanälen bekommen eine Kennzeichnung
Parallel dazu führt WhatsApp eine neue Kennzeichnung für KI-generierte oder KI-bearbeitete Inhalte in Kanälen ein.
Kanal-Administratoren können entsprechende Beiträge über das Kontextmenü mit einem Hinweis versehen.
Der Vermerk „AI content“ erscheint anschließend direkt am Beitrag.
Interessant ist dabei: Die Kennzeichnung gilt unabhängig davon, mit welchem Werkzeug der Inhalt erstellt wurde. Es spielt also keine Rolle, ob dafür Meta AI, ChatGPT, Gemini oder ein anderes System verwendet wurde.
In einigen Ländern kann eine solche Kennzeichnung sogar gesetzlich vorgeschrieben sein.
Einmal hinzugefügt, lässt sich der Hinweis nicht einfach wieder entfernen.
Warnung vor inoffiziellen WhatsApp-Web-Clients
Auch beim Thema Sicherheit wird nachgebessert.
WhatsApp testet eine Warnung, wenn ein Konto über einen inoffiziellen WhatsApp-Web-Client verbunden wird.
Der Hinweis soll im Bereich „Verknüpfte Geräte“ erscheinen und Nutzer dazu auffordern, auf die offizielle Web-Version zu wechseln.
Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Drittanbieter-Clients können theoretisch Nachrichten, Kontakte oder Medien verarbeiten, ohne dass WhatsApp kontrollieren kann, was mit diesen Daten passiert.
Wer WhatsApp im Browser verwendet, fährt deshalb weiterhin am sichersten mit der offiziellen Variante.
Erinnerung an nicht abgeschickte Nachrichten
Eine kleine, aber praktische Neuerung betrifft Entwürfe.
Wenn man eine Nachricht beginnt, den Chat verlässt und sie nicht abschickt, kann WhatsApp künftig nach kurzer Zeit eine Benachrichtigung über den Entwurf anzeigen.
Der Hinweis erscheint ungefähr eine Minute später und nennt auch den betreffenden Kontakt.
Tippt man darauf, landet man direkt wieder in der Unterhaltung.
Das ist kein großes Feature, dürfte aber genau die Art von Funktion sein, die man erst dann vermisst, wenn man sie einmal genutzt hat.
Externe Agenten direkt in WhatsApp
Deutlich größer ist die neue Unterstützung für Drittanbieter-Agenten.
WhatsApp testet derzeit die Möglichkeit, externe KI-Agenten oder klassische Bots direkt als eigenen Chat einzubinden.
Bis zu fünf solcher Agenten sollen pro Konto möglich sein.
Die Verbindung erfolgt über einen API-Schlüssel, den WhatsApp bei der Einrichtung erzeugt. Danach erscheint der Agent wie ein eigener Kontakt in der Chatliste.
Wichtig ist allerdings: Solche Unterhaltungen sind nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt wie normale persönliche WhatsApp-Chats.
Der Betreiber des jeweiligen Agenten kann die Nachrichten im Rahmen seines Dienstes verarbeiten.
Sensible Informationen würde ich deshalb dort eher nicht hineinschreiben.
Vier statt drei angepinnte Nachrichten
Auch bei den angepinnten Nachrichten gibt es eine kleine Erweiterung.
Bisher konnten maximal drei Nachrichten gleichzeitig oben in einem Chat festgehalten werden.
Künftig sollen es vier sein.
Das gilt sowohl für Einzelchats als auch für Gruppen.
Gerade in größeren Gruppen kann das praktisch sein, etwa für Termine, Regeln, Links oder wichtige Hinweise.
An der Bedienung ändert sich nichts. Die vierte Nachricht wird einfach in die bestehende Pin-Reihenfolge aufgenommen.
Vieles davon ist noch nicht für alle verfügbar
Wichtig ist bei den aktuellen WhatsApp-Neuerungen: Nicht jede Funktion ist bereits allgemein freigeschaltet.
Viele Änderungen werden zunächst über Beta-Versionen getestet oder nur schrittweise an einzelne Konten verteilt.
Das bedeutet: Selbst mit der neuesten Version kann eine Funktion noch fehlen.
In den kommenden Wochen und Monaten dürften aber nach und nach mehr Nutzer Zugriff darauf bekommen.
Fazit
WhatsApp entwickelt sich gerade an mehreren Stellen gleichzeitig weiter.
Optisch steht vor allem Liquid Glass auf iOS im Mittelpunkt. Gleichzeitig kommen aber auch einige praktische Funktionen hinzu: mehr angepinnte Nachrichten, Erinnerungen an Entwürfe, bessere Warnungen bei unsicheren Web-Clients und neue Möglichkeiten mit externen Agenten.
Keine einzelne Neuerung verändert WhatsApp komplett. Zusammengenommen merkt man aber deutlich, dass der Messenger sowohl beim Design als auch bei Sicherheit und Automatisierung weiter ausgebaut wird.