WhatsApp

WhatsApp testet eigenen Browser direkt in Chats auf dem iPhone

KI-Generiertes Foto

WhatsApp arbeitet auf iOS an einer Funktion, mit der sich Links künftig direkt innerhalb der App öffnen lassen sollen. Statt jedes Mal zu Safari, Chrome oder einem anderen Browser zu wechseln, könnte eine Webseite direkt aus dem Chat heraus angezeigt werden.

Ganz neu ist die Idee nicht. WhatsApp erlaubt auf dem iPhone bereits das Öffnen bestimmter Business-Links innerhalb der App. Neu ist jetzt aber der deutlich größere Umfang: Künftig soll der integrierte Browser für beliebige Links aus Chats funktionieren.

Die Funktion wurde in Zusammenhang mit WhatsApp Beta für iOS 26.41.10.72 entdeckt. Verfügbar ist sie derzeit allerdings noch nicht. Sie befindet sich weiterhin in Entwicklung.

Aus dem Chat direkt auf die Webseite

Bisher öffnet WhatsApp normale Links in der Regel über den eingestellten Standardbrowser des iPhones.

Mit dem neuen In-App-Browser soll sich das ändern.

Wenn die Funktion aktiviert ist, können Links direkt innerhalb von WhatsApp geöffnet werden. Der Nutzer bleibt also in der App und muss nicht zwischen WhatsApp und Safari wechseln.

Gerade wenn man während einer Unterhaltung mehrere Links öffnet, kann das durchaus angenehmer sein.

Ich kenne das selbst: Ein Link führt zu Safari, dort öffnet man noch einen weiteren Tab, dann zurück zu WhatsApp – und irgendwann fragt man sich, wo man eigentlich angefangen hat.

Die Funktion muss offenbar bewusst aktiviert werden

WhatsApp plant dafür einen neuen Schalter in den Einstellungen.

Die Option soll schlicht:

In-app browser

heißen.

Beim ersten Aktivieren möchte WhatsApp zusätzlich erklären, was sich dadurch ändert.

Danach werden Links aus Chats innerhalb von WhatsApp geöffnet.

Wer das später nicht mehr möchte, kann jederzeit wieder zum normalen Standardbrowser zurückkehren.

Der Standardbrowser bleibt weiterhin erreichbar

WhatsApp möchte den Nutzer offenbar nicht vollständig im eigenen Browser festhalten.

Auch bei aktiviertem In-App-Browser soll es über das Drei-Punkte-Menü weiterhin möglich sein, einen Link im normalen Standardbrowser zu öffnen.

Das finde ich sinnvoll.

Für einen schnellen Blick auf eine Webseite reicht der integrierte Browser wahrscheinlich vollkommen aus.

Wenn ich mich aber irgendwo anmelden, mehrere Tabs öffnen oder eine Webseite länger benutzen möchte, würde ich persönlich vermutlich weiterhin Safari oder einen anderen vollwertigen Browser bevorzugen.

Nicht mehr nur für Business-Links

Bisher war die interne Browserfunktion deutlich eingeschränkter.

WhatsApp konnte bereits bestimmte Links von Unternehmen direkt innerhalb der App öffnen.

Dafür mussten die jeweiligen Webseiten allerdings bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen.

Unter anderem war eine HTTPS-Verbindung erforderlich.

Dadurch funktionierte die interne Darstellung eben nur bei einem Teil der Links.

Mit dem neuen Browser soll diese Einschränkung verschwinden.

Dann spielt es keine Rolle mehr, ob der Link von einem Unternehmen stammt oder von einem Freund im normalen Chat verschickt wurde.

Cookies und Cache lassen sich löschen

WhatsApp plant außerdem eigene Browser-Einstellungen.

Dort sollen Nutzer die lokal gespeicherten Daten des In-App-Browsers verwalten können.

Dazu gehören unter anderem:

  • Cookies
  • Cache
  • gespeicherte Webseitendaten

Diese Daten sollen sich direkt innerhalb von WhatsApp löschen lassen.

Damit bekommt der integrierte Browser zumindest grundlegende Verwaltungsfunktionen, wie man sie auch von normalen Browsern kennt.

WhatsApp spricht von lokaler Speicherung

Ein besonders wichtiger Punkt betrifft den Datenschutz.

Nach den vorliegenden Informationen sollen die Browsing-Daten lokal auf dem Gerät gespeichert werden.

WhatsApp soll nicht sehen können, welche Links ein Nutzer innerhalb des Chats öffnet.

Auch Apple soll laut Beschreibung nicht nachvollziehen können, welche konkreten Links über den In-App-Browser aufgerufen wurden.

Diese Aussage gehört natürlich zu dem Funktionskonzept, wie es derzeit beschrieben wird. Da sich die Funktion noch in Entwicklung befindet, kann sich bis zur Veröffentlichung technisch noch etwas ändern.

Der Browser läuft getrennt vom Chat

Die Browsing-Sitzung soll unabhängig von der eigentlichen Unterhaltung funktionieren.

Man kann also eine Webseite öffnen, ohne dass der Chat selbst davon beeinflusst wird.

Das ist wichtig, weil der integrierte Browser dadurch eher wie eine zusätzliche Ebene über WhatsApp funktioniert und nicht wie ein Teil der Unterhaltung selbst.

Nach dem Schließen der Webseite landet man wieder dort, wo man vorher war.

Warum WhatsApp überhaupt einen eigenen Browser braucht

Die Antwort ist ziemlich einfach:

Bequemlichkeit.

Viele Messenger versuchen seit Jahren, Nutzer möglichst wenig aus der App herauszuschicken.

Wenn jemand während einer Unterhaltung einen Nachrichtenartikel, ein Produkt, eine Karte oder irgendeine andere Webseite teilt, kann der Inhalt direkt geöffnet werden.

Danach geht es sofort zurück zum Chat.

Für WhatsApp passt diese Entwicklung gut zu dem Versuch, immer mehr Funktionen direkt innerhalb der App anzubieten.

Praktisch – aber nicht unbedingt für alles

Ich finde die Funktion grundsätzlich sinnvoll.

Gerade für einen schnellen Blick auf einen Link kann ein eingebauter Browser angenehm sein.

Ich würde ihn aber wahrscheinlich nicht für alles verwenden.

Bei Logins, Online-Banking, größeren Einkäufen oder Seiten, auf denen ich länger unterwegs bin, bevorzuge ich weiterhin meinen normalen Browser.

Nicht weil der WhatsApp-Browser automatisch unsicher wäre, sondern weil ein vollwertiger Browser schlicht mehr Funktionen, Erweiterungen, Passwortverwaltung und Kontrolle bietet.

Für „mal eben diesen Link anschauen“ sieht die Sache anders aus.

Dafür könnte die neue Funktion ziemlich praktisch werden.

Noch nicht für Beta-Tester verfügbar

Auch wenn die Funktion mit der WhatsApp-Beta 26.41.10.72 entdeckt wurde, können Beta-Tester sie derzeit noch nicht regulär verwenden.

Sie befindet sich intern in Entwicklung.

WhatsApp muss sie also zunächst fertigstellen und anschließend für ausgewählte Tester freigeben.

Erst danach könnte ein breiterer Rollout folgen.

Wann kommt der In-App-Browser?

Einen Termin gibt es bislang nicht.

WhatsApp hat weder angekündigt, wann erste Beta-Nutzer Zugriff bekommen, noch wann die Funktion in der normalen App erscheinen könnte.

Da sie noch nicht einmal regulär getestet wird, dürfte die Veröffentlichung noch etwas entfernt sein.

Und wie immer bei solchen Entwicklungsfunktionen gilt:

Bis zur fertigen Version kann sich die Oberfläche oder sogar das Verhalten noch verändern.

Mein Eindruck

Der eigene Browser ist keine spektakuläre Neuerung, aber vermutlich eine, die man im Alltag tatsächlich bemerken würde.

Viele WhatsApp-Funktionen der letzten Jahre drehen sich um kleine Verbesserungen im täglichen Umgang mit der App.

Genau in diese Kategorie fällt auch der In-App-Browser.

Man klickt einen Link an, schaut kurz hinein und landet danach wieder im Chat.

Kein großer technischer Umbruch.

Aber genau solche Kleinigkeiten können eine App angenehmer machen.

Fazit

WhatsApp entwickelt für iOS einen vollwertigeren In-App-Browser, mit dem sich künftig beliebige Links direkt aus Chats heraus öffnen lassen sollen.

Die Funktion soll optional sein und über die Einstellungen aktiviert werden können.

Cookies und Cache lassen sich separat verwalten, während Nutzer weiterhin jederzeit zum normalen Standardbrowser wechseln können.

Der bisherige Browser für ausgewählte Business-Links wird damit deutlich erweitert.

Aktuell befindet sich die Funktion noch in Entwicklung und ist noch nicht für Beta-Tester freigegeben.

Für mich ist das eine typische Komfortfunktion:

Nicht revolutionär – aber wahrscheinlich genau dann praktisch, wenn man sie ständig benutzt.

Quelle

WABetaInfo:
WhatsApp is testing an in-app browser for chats on iOS
https://wabetainfo.com/whatsapp-is-testing-an-in-app-browser-for-chats-on-ios/