WhatsApp arbeitet an neuer Bezahlfunktion für Android – auch Deutschland könnte profitieren

WhatsApp könnte in Zukunft deutlich mehr sein als nur ein Messenger. Meta arbeitet offenbar daran, die Bezahlfunktionen der App auf weitere Länder auszuweiten. Nachdem bereits Hinweise in der iOS-Version aufgetaucht sind, zeigt sich die geplante Erweiterung jetzt auch unter Android.
In der aktuellen WhatsApp-Beta 2.26.43.7 für Android haben die Entwickler einen neuen Bereich entdeckt, über den Nutzer künftig Zahlungsmethoden und Versandinformationen verwalten können. Besonders interessant: Auch Deutschland taucht bereits in der Länderauswahl auf.
Eine offizielle Ankündigung für den deutschen Markt gibt es allerdings noch nicht.
WhatsApp bekommt einen eigenen Bereich für Zahlungen
Die Neuerung wurde von den WhatsApp-Experten von WABetaInfo entdeckt. Demnach arbeitet Meta an einem zusätzlichen Menüpunkt innerhalb der WhatsApp-Einstellungen, über den sich Zahlungsinformationen verwalten lassen.
Nutzer sollen dort beispielsweise Kredit- und Debitkarten hinterlegen können. Die eigentliche Verwaltung erfolgt über die Meta-Kontenübersicht, die bereits verschiedene Einstellungen und Dienste des Unternehmens zusammenführt.
Ziel ist es offenbar, Bezahlvorgänge innerhalb der Meta-Apps einfacher zu gestalten. Wer seine bevorzugte Zahlungsmethode einmal gespeichert hat, müsste die entsprechenden Daten bei späteren Einkäufen nicht erneut eingeben.
Das wäre zumindest eine praktische Erleichterung, gerade wenn man häufiger Produkte direkt über Unternehmen oder Händler innerhalb der Meta-Plattformen kauft.
Auch Versandadressen lassen sich speichern
Neben Zahlungsmethoden plant WhatsApp einen eigenen Bereich für Versandinformationen.
Hier sollen Nutzer ihre E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Lieferanschrift hinterlegen können. Die Angaben lassen sich bei Bedarf jederzeit ändern oder ergänzen.
Bei einem späteren Einkauf könnten diese Informationen automatisch übernommen werden.
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, könnte im Alltag aber durchaus praktisch sein. Wer schon einmal auf dem Smartphone eine vollständige Lieferadresse inklusive Postleitzahl und Telefonnummer eingeben musste, dürfte den Vorteil kennen.
Hinzu kommt eine weitere geplante Funktion: Nutzer sollen ihre gespeicherten Zahlungsinformationen herunterladen können.
Damit ließe sich nachvollziehen, welche Daten hinterlegt sind. Auch nach dem Entfernen einer Zahlungsmethode soll eine entsprechende Datenabfrage möglich sein.
Laut den bisherigen Informationen werden Zahlungsdaten verschlüsselt und getrennt von den gewöhnlichen WhatsApp-Profildaten gespeichert.
Kommt WhatsApp Payments bald nach Deutschland?
Spannend wird es bei der möglichen internationalen Einführung.
Bislang stehen die direkten Zahlungsfunktionen von WhatsApp nur in ausgewählten Ländern zur Verfügung. Dazu gehören Indien, Brasilien, Singapur und Mexiko.
Die verwendeten Bezahlsysteme unterscheiden sich dabei je nach Land. In Indien setzt WhatsApp beispielsweise auf das dort verbreitete UPI-System, während in Brasilien unter anderem Pix zum Einsatz kommt.
Bereits bei der Untersuchung der WhatsApp-Beta für iOS 26.33.10.70 hatten sich Hinweise auf eine größere internationale Ausrichtung gezeigt.
In der Auswahl für Rechnungsadressen tauchten unter anderem Deutschland, Österreich, Italien, die Niederlande, Kanada, Australien und die USA auf.
Dass Meta nun auch unter Android an einer entsprechenden Verwaltungsoberfläche arbeitet, könnte darauf hindeuten, dass die technische Grundlage für weitere Märkte vorbereitet wird.
Wichtig ist allerdings: Eine auswählbare deutsche Rechnungsadresse bedeutet nicht automatisch, dass WhatsApp Payments bald in Deutschland startet.
Meta hat eine entsprechende Erweiterung bislang nicht offiziell bestätigt.
Was bedeutet das für deutsche WhatsApp-Nutzer?
Sollte WhatsApp seine Bezahlfunktionen tatsächlich nach Deutschland bringen, könnten Nutzer künftig möglicherweise direkt innerhalb der App einkaufen oder Zahlungen abwickeln.
Gerade im Kontakt mit Unternehmen wäre das interessant. Statt nach einer Produktanfrage auf eine externe Shopseite wechseln zu müssen, könnte ein vollständiger Kauf direkt über den Messenger möglich werden.
Allerdings muss man zwischen dem Speichern einer Zahlungsmethode und einer tatsächlich verfügbaren Zahlungsfunktion unterscheiden.
Die neue Verwaltungsoberfläche allein bedeutet noch nicht, dass sich damit bereits Geld an Freunde überweisen oder jeder Einkauf innerhalb von WhatsApp bezahlen lässt.
Für einen solchen Dienst wären außerdem entsprechende Zahlungsdienstleister und regulatorische Voraussetzungen erforderlich.
Die neue Funktion ist noch nicht verfügbar
Wer jetzt in seinen WhatsApp-Einstellungen nach dem neuen Zahlungsbereich sucht, wird derzeit noch nicht fündig.
Die Funktion befindet sich weiterhin in der Entwicklung und ist selbst für gewöhnliche Beta-Tester noch nicht freigeschaltet.
Auch einen konkreten Veröffentlichungstermin gibt es bislang nicht.
Es ist daher offen, wann die neuen Einstellungen erstmals getestet werden und in welchen Ländern sie anschließend zur Verfügung stehen.
Meine Einschätzung: Praktisch, aber nicht unbedingt notwendig
Dass Meta WhatsApp stärker zu einer Plattform für Einkäufe und Zahlungen ausbauen möchte, überrascht mich wenig.
In einigen Ländern gehört das Bezahlen per Messenger längst zum Alltag. In Deutschland sieht die Situation allerdings etwas anders aus. Hier sind bereits etablierte Lösungen wie PayPal, Bank-Apps und kontaktloses Bezahlen weit verbreitet.
Persönlich finde ich die Möglichkeit, Einkäufe direkt innerhalb eines Chats abzuschließen, durchaus interessant. Gerade bei Bestellungen über kleinere Unternehmen könnte das einige Schritte sparen.
Allerdings möchte ich WhatsApp auch weiterhin in erster Linie als Messenger nutzen.
Eine zusätzliche Bezahlfunktion ist für mich deshalb nur dann sinnvoll, wenn sie freiwillig bleibt, übersichtlich umgesetzt wird und Nutzer selbst entscheiden können, welche Zahlungsdaten sie bei Meta hinterlegen möchten.
Noch mehr Einstellungen und Funktionen machen eine App schließlich nicht automatisch besser.
Fazit: WhatsApp bereitet möglicherweise den nächsten großen Schritt vor
Mit dem neuen Zahlungsbereich für Android verdichten sich die Hinweise darauf, dass Meta seine Bezahlfunktionen langfristig international ausbauen könnte.
Die geplante Verwaltung von Kreditkarten, Rechnungsadressen und Versandinformationen zeigt jedenfalls, dass WhatsApp technisch auf weitere Einkaufsmöglichkeiten vorbereitet wird.
Für Deutschland wäre eine solche Erweiterung durchaus interessant. Bislang gibt es aber weder eine offizielle Bestätigung noch einen konkreten Starttermin.
Es bleibt deshalb abzuwarten, ob aus den aktuellen Vorbereitungen tatsächlich ein flächendeckender Bezahldienst wird oder Meta zunächst nur die Verwaltung von Zahlungsinformationen innerhalb seiner Apps vereinheitlicht.
Quellen
WABetaInfo (29. Oktober 2026): WhatsApp may expand payments to more countries on Android. Informationen zur Android-Beta 2.26.43.7 und zum geplanten Zahlungsbereich.
https://wabetainfo.com/whatsapp-may-expand-payments-to-more-countries-on-android/
WABetaInfo (24. August 2026): WhatsApp may expand payments to more countries. Frühere Erkenntnisse zur Entwicklung der Zahlungsverwaltung unter iOS.
https://wabetainfo.com/whatsapp-may-expand-payments-to-more-countries/


