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Zurück zu C:> – meine ersten Schritte mit MS-DOS 6.22 und Windows 3.1

Mein erster PC

Es gibt Dinge aus der eigenen Computerzeit, die vergisst man einfach nicht. Bei mir gehört der erste eigene PC definitiv dazu.

Kein Internet, keine Cloud, keine automatische Anmeldung und kein Windows, das beim ersten Start gleich ein Microsoft-Konto sehen möchte. Stattdessen ein schwarzer Bildschirm, ein blinkender Cursor und irgendwann diese vertraute Zeile:

C:\>

Genau dorthin wollte ich noch einmal zurück.

Mit diesem Beitrag starte ich deshalb eine kleine Retro-PC-Serie, in der ich mich durch die Betriebssysteme meiner Kindheit und Jugend arbeiten möchte. Den Anfang machen MS-DOS 6.22 und Windows 3.1.

Mein erster eigener PC

Ungefähr 1995 bekam ich meinen ersten Computer. Ich war damals gerade einmal fünf Jahre alt und der Rechner stammte von meiner älteren Schwester.

Heute klingt ein eigener Computer für ein Kind nicht mehr besonders außergewöhnlich. Mitte der 90er-Jahre sah das noch anders aus. Für mich war dieser Rechner jedenfalls etwas ganz Besonderes

Auf ihm habe ich meine ersten Erfahrungen mit MS-DOS und Windows 3.1 gesammelt. Wahrscheinlich habe ich damals nicht einmal ansatzweise verstanden, was im Hintergrund eigentlich passiert.

Aber genau dort fing für mich vieles an.

Mehr als 30 Jahre später wollte ich wissen: Wie fühlt sich diese alte PC-Welt heute noch an?

Alte Systeme, aber keine alte Hardware

Natürlich hätte ich versuchen können, einen echten Rechner aus den 90er-Jahren aufzubauen.

Das wäre sicherlich reizvoll gewesen, bringt aber auch einige Nachteile mit sich: Platzbedarf, alte Festplatten, Diskettenlaufwerke, vergilbte Gehäuse und Hardware, bei der man nie genau weiß, ob sie morgen noch funktioniert.

Deshalb habe ich mich für 86Box entschieden.

86Box emuliert nicht einfach nur ein Betriebssystem, sondern einen vollständigen IBM-PC-kompatiblen Rechner. Mainboard, Prozessor, Grafikkarte, Soundkarte und weitere Komponenten lassen sich ziemlich frei zusammenstellen.

Man baut sich damit praktisch seinen eigenen Retro-PC – nur eben virtuell.

Mein virtueller Retro-PC

Für die Serie habe ich folgende Hardware konfiguriert:

  • 86Box 5.2
  • ASUS KN97 Mainboard
  • Pentium II Klamath
  • 256 MB RAM
  • Diamond Stealth 3D 2000 Pro
  • Sound Blaster AWE32
  • Realtek RTL8029AS Netzwerkkarte
  • virtuelle IDE-Festplatte mit rund 5,2 GB
  • 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk
  • IDE-CD-ROM

Für MS-DOS 6.22 und Windows 3.1 ist das natürlich völlig übertrieben.

Ein Pentium II gehört ohnehin eher in die späten 90er-Jahre. Die Konfiguration soll deshalb auch keine exakte Nachbildung meines ersten Rechners sein.

Der Grund ist ein anderer: Ich möchte diese virtuelle Hardware möglichst über mehrere Beiträge hinweg verwenden und mich später unter anderem an Windows 95, Windows 98, Windows 2000 und vielleicht sogar Windows XP herantasten.

Ob Windows XP in 86Box irgendwann noch Spaß macht oder eher eine Geduldsübung wird, sehen wir dann.

MS-DOS 6.22: Erst einmal Disketten wechseln

Los ging es mit MS-DOS 6.22.

Schon die Installation erinnert daran, wie anders Computer damals funktionierten. Kein ISO-Download, kein USB-Stick, kein Assistent mit hübschen Animationen.

Stattdessen:

Setup starten, Einstellungen auswählen und irgendwann erscheint die Aufforderung, die nächste Diskette einzulegen.

Und natürlich dauert es nicht lange, bis die Meldung kommt:

„Legen Sie die folgende Diskette in Laufwerk A: ein: Setup-Diskette 2“

Heute klickt man bei einer Installation meistens auf „Weiter“ und wartet.

Damals musste man wenigstens noch körperlich beschäftigt bleiben.

In 86Box sind es natürlich nur virtuelle Diskettenabbilder. Das Gefühl kommt trotzdem erstaunlich gut rüber.

Deutschland, deutsches Tastaturlayout – und nur 2 GB

Im Setup habe ich Deutschland als Land sowie das deutsche Tastaturlayout eingestellt.

Danach kopiert MS-DOS seine Dateien auf die virtuelle Festplatte.

Dabei stößt man direkt auf einen Unterschied zur heutigen Zeit: MS-DOS 6.22 verwendet FAT16 und kann maximal 2 GB pro Partition verwalten.

Meine virtuelle Festplatte ist mit gut 5 GB also für DOS geradezu verschwenderisch groß.

Das komplette Laufwerk steht deshalb nicht einfach als ein großes C: zur Verfügung.

Heute diskutieren wir über Terabyte-SSDs. Damals war bereits die Verwaltung einiger Gigabyte ein Thema.

Und dann ist es wieder da: C:>

Nach dem letzten Diskettenwechsel ist die Installation abgeschlossen.

Neustart.

Schwarzer Bildschirm.

Weiße Schrift.

Kein Desktop, keine Taskleiste, kein Startmenü.

Nur:

C:\>

Und erstaunlicherweise fühlt sich genau das sofort wieder vertraut an.

Mit:

DIR

lasse ich mir den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses anzeigen.

Dort tauchen unter anderem alte Bekannte wie:

COMMAND.COM
CONFIG.SYS
AUTOEXEC.BAT

auf.

Gerade CONFIG.SYS und AUTOEXEC.BAT gehörten damals zum Alltag, wenn man etwas am System konfigurieren wollte.

Auch HIMEM.SYS meldet sich beim Start und kümmert sich um den erweiterten Arbeitsspeicher.

Damals musste man wissen, was der Rechner macht

Das ist wahrscheinlich einer der größten Unterschiede zu heutigen Systemen.

Unter DOS bekommt man relativ direkt mit, was passiert.

Programme werden über Befehle gestartet. Verzeichnisse werden von Hand gewechselt. Konfigurationen stehen in Textdateien.

Natürlich war das nicht besonders komfortabel.

Man konnte auch ziemlich schnell Dinge kaputtkonfigurieren.

Aber man lernte zwangsläufig etwas über den Rechner.

Heute übernimmt Windows unglaublich viel automatisch – was meistens angenehm ist. Gleichzeitig ist dadurch vieles unsichtbarer geworden.

Unter DOS war der Weg zwischen Benutzer und System deutlich kürzer.

Windows 3.1: Endlich wieder eine Maus

MS-DOS war für mich aber nur die halbe Zeitreise.

Zu meinen ersten Erinnerungen an einen PC gehört genauso Windows 3.1.

Windows 3.1 war noch kein eigenständiges Betriebssystem in dem Sinne, wie wir Windows heute kennen. Es setzte auf DOS auf und wurde von dort gestartet.

Auch die Installation beginnt deshalb zunächst unter MS-DOS.

Nach einigen Schritten wechselt das Setup in eine grafische Oberfläche und plötzlich fühlt sich alles schon deutlich mehr nach Windows an.

Nach abgeschlossener Installation reicht unter DOS:

WIN

Und dann erscheint der Programm-Manager.

Programm-Manager statt Startmenü

Ein Startmenü gibt es noch nicht.

Das kam erst später mit Windows 95.

Unter Windows 3.1 organisiert man seine Programme über den Programm-Manager und verschiedene Programmgruppen.

Dort finden sich beispielsweise:

  • Datei-Manager
  • Systemsteuerung
  • MS-DOS-Eingabeaufforderung
  • Zwischenablage
  • Zubehör
  • Spiele

Optisch ist das heute natürlich ein kleiner Kulturschock.

Grauer Hintergrund.

Eckige Fenster.

Einfache Symbole.

Kaum grafischer Schnickschnack.

Und irgendwie hat genau das seinen eigenen Charme.

Vieles wirkt erstaunlich vertraut

Interessant finde ich, wie viele grundlegende Bedienkonzepte bereits vorhanden sind.

Fenster werden verschoben und in der Größe verändert.

Programme starten über Symbole.

Einstellungen findet man in einer Systemsteuerung.

Dort gibt es bereits Bereiche für:

  • Maus
  • Tastatur
  • Farben
  • Schriftarten
  • Drucker
  • Sound

Man erkennt ziemlich gut, woher sich viele Dinge entwickelt haben, die wir heute noch in Windows finden.

Natürlich sieht inzwischen alles anders aus.

Die grundlegende Idee ist aber erstaunlich vertraut.

Windows 3.1 ist heute vor allem angenehm ruhig

Was mir beim erneuten Ausprobieren besonders auffällt, ist die Ruhe.

Keine Benachrichtigungszentrale.

Keine Widgets.

Keine Cloud-Synchronisation im Hintergrund.

Kein Assistent, der einem während der Einrichtung noch drei zusätzliche Dienste anbieten möchte.

Man startet ein Programm und arbeitet damit.

Natürlich möchte ich deshalb nicht behaupten, früher sei alles besser gewesen.

War es nicht.

Viele Dinge waren umständlicher, instabiler oder schlicht nicht möglich.

Aber diese Einfachheit hat heute trotzdem etwas Angenehmes.

Eine kleine Zeitreise, die gerade erst anfängt

Für mich ist das Ganze mehr als nur das Ausprobieren alter Software.

MS-DOS 6.22 und Windows 3.1 gehören zu meinen ersten Erinnerungen an Computer überhaupt.

Damals saß ich als Kind vor einem Rechner und fand schon einen blinkenden Cursor spannend.

Heute beschäftige ich mich beruflich und privat täglich mit moderner IT – und sitze plötzlich wieder vor genau diesem schwarzen Bildschirm.

Das ist schon ein merkwürdiges, aber schönes Gefühl.

Wie es mit der Retro-PC-Serie weitergeht

MS-DOS 6.22 und Windows 3.1 laufen jetzt.

Damit ist aber eigentlich erst die Grundlage geschaffen.

Als Nächstes möchte ich mich genauer mit der Einrichtung beschäftigen.

Interessant werden unter anderem:

  • Treiber
  • Sound Blaster AWE32
  • CD-ROM-Unterstützung
  • Netzwerk
  • Programme
  • Spiele

Und irgendwann geht die Reise natürlich weiter zur nächsten Windows-Generation.

Windows 95 und Windows 98 dürften dabei besonders spannend werden.

Fazit

Mein virtueller Retro-PC läuft – und mit MS-DOS 6.22 sowie Windows 3.1 bin ich tatsächlich wieder ziemlich nah an meinen eigenen PC-Anfängen angekommen.

86Box macht es angenehm einfach, diese alten Systeme noch einmal auszuprobieren, ohne dafür einen Keller voller Retro-Hardware anzulegen.

Natürlich würde ich heute nicht mehr ernsthaft mit Windows 3.1 arbeiten wollen.

Darum geht es aber auch gar nicht.

Es geht darum, sich noch einmal anzusehen, wo alles angefangen hat.

Und manchmal reichen dafür tatsächlich ein schwarzer Bildschirm, ein blinkender Cursor und:

C:\>

um sich für einen Moment wieder wie fünf Jahre alt zu fühlen.