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Windows 11 Build 29704: Microsoft behebt Update-Fehler und Probleme mit AMD-Audio

KI-Generiertes Foto

Microsoft hat mit Windows 11 Insider Preview Build 29704.1000 eine neue Testversion für den Experimental-Kanal (Future Platforms) veröffentlicht. Das Update vom 6. November 2026 bringt zwar keine großen optischen Veränderungen mit, kümmert sich aber um einige durchaus ärgerliche Probleme.

Neben einer Fehlerbehebung für fehlgeschlagene Windows-Upgrades verbessert Microsoft die Audioausgabe bei bestimmten AMD-Grafikkarten. Außerdem werden die Datenschutzeinstellungen für klassische Desktop-Anwendungen erweitert.

Gerade die neuen Berechtigungen für Kamera, Mikrofon und Standort dürften für viele Windows-Nutzer interessant sein.

Mehr Kontrolle über Kamera, Mikrofon und Standort

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft den Datenschutz unter Windows 11.

Bislang konnten Nutzer den Zugriff klassischer Desktop-Anwendungen auf bestimmte sensible Funktionen nur eingeschränkt verwalten. Während moderne Windows-Apps bereits über individuelle Berechtigungen verfügen, wurden herkömmliche Desktop-Programme häufig über gemeinsame Einstellungen gesteuert.

Mit Build 29704.1000 erweitert Microsoft diese Möglichkeiten.

Künftig lässt sich für einzelne Desktop-Anwendungen festlegen, ob sie auf Kamera, Mikrofon oder Standortdaten zugreifen dürfen.

Die entsprechenden Optionen befinden sich in den Windows-Einstellungen unter:

Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → Kamera, Mikrofon oder Standort

Dort können Nutzer überprüfen, welche Anwendungen Zugriff auf die jeweilige Funktion besitzen, und die Berechtigungen individuell anpassen.

Das ist aus meiner Sicht eine sinnvolle Verbesserung. Gerade bei Programmen, die man nur gelegentlich verwendet, möchte man schließlich nicht unbedingt dauerhaft den Zugriff auf Mikrofon oder Kamera erlauben.

Windows fragt bei neuen Anwendungen nach

Zusätzlich führt Microsoft eine Berechtigungsabfrage für Desktop-Programme ein, die erstmals auf eine der geschützten Funktionen zugreifen möchten.

Fordert eine Anwendung beispielsweise zum ersten Mal Zugriff auf das Mikrofon an, kann Windows künftig eine entsprechende Nachfrage anzeigen.

Nutzer entscheiden dann selbst, ob der Zugriff erlaubt oder verweigert wird.

Wichtig ist allerdings, dass Microsoft bestehende Berechtigungen nicht einfach zurücksetzt.

Bereits erteilte Zugriffsrechte bleiben erhalten. Das gilt ebenso für Anwendungen, denen der Zugriff zuvor ausdrücklich verweigert wurde.

Auch vorhandene Unternehmensrichtlinien sollen weiterhin wie bisher funktionieren.

Für Nutzer bedeutet das, dass die neuen Möglichkeiten schrittweise eingeführt werden, ohne dass die bisherige Konfiguration vollständig neu eingerichtet werden muss.

Vorsicht bei unbekannten Desktop-Anwendungen

Microsoft weist außerdem auf eine Besonderheit bei der Darstellung der Anwendungen hin.

Nicht jedes Programm wird in den Datenschutzeinstellungen zwangsläufig unter dem erwarteten Namen angezeigt.

Das kann beispielsweise passieren, wenn Anwendungen gemeinsam genutzte Windows-Komponenten verwenden oder bestimmte Funktionen über eingebettete Browser-Technologien bereitstellen.

Außerdem kann Windows einzelne Programme als „Unsigned“, also nicht digital signiert, kennzeichnen, wenn sich der Herausgeber nicht zuverlässig überprüfen lässt.

Eine fehlende digitale Signatur bedeutet zwar nicht automatisch, dass ein Programm gefährlich ist. Trotzdem sollte man solchen Anwendungen sensible Berechtigungen nicht leichtfertig erteilen.

Gerade beim Mikrofon- und Kamerazugriff lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Windows-Update-Fehler 0x80070057 wird behoben

Neben den Datenschutzverbesserungen enthält die neue Insider-Version eine wichtige Fehlerkorrektur.

Einige Tester konnten zuvor nicht auf neuere Windows-Builds aktualisieren. Die Installation brach dabei mit folgendem Fehlercode ab:

0x80070057 - 0x20003

Zusätzlich erschien die Meldung:

The installation failed in the SAFE_OS phase with an error during INSTALL_UPDATES operation

Der Fehler trat während einer frühen Phase des Windows-Upgrades auf und verhinderte den erfolgreichen Abschluss der Aktualisierung.

Microsoft hat das Problem nach eigenen Angaben mit Build 29704.1000 behoben.

Betroffene Insider sollten damit wieder auf aktuelle Testversionen wechseln können.

Allerdings gilt die Korrektur ausdrücklich für das beschriebene Problem innerhalb der Insider-Entwicklung. Wer denselben Fehlercode auf einer regulären Windows-Installation erhält, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass die Ursache identisch ist.

AMD-Grafikkarten: HDMI- und DisplayPort-Audio funktioniert wieder

Auch Nutzer bestimmter AMD-Grafikkarten profitieren von einer Fehlerbehebung.

Nach der Installation einiger vorheriger Insider-Builds konnte es vorkommen, dass die Tonwiedergabe über HDMI oder DisplayPort nicht mehr richtig funktionierte.

Das betrifft beispielsweise Rechner, bei denen der Ton über einen angeschlossenen Monitor oder Fernseher ausgegeben wird.

In solchen Fällen konnte Windows zwar weiterhin eine Bildausgabe bereitstellen, die Audiowiedergabe über die entsprechende Verbindung funktionierte jedoch nicht zuverlässig.

Mit Build 29704.1000 soll dieses Problem nun behoben sein.

Gerade solche Fehler sind im Alltag ziemlich lästig. Schließlich erwartet man nach einem Windows-Update normalerweise nicht, dass plötzlich der Ton über den Monitor verschwindet.

Für betroffene Insider dürfte die Korrektur deshalb deutlich interessanter sein als so manche neue Funktion.

Was ist der Experimental-Kanal „Future Platforms“?

Die neue Windows-Version gehört zum Experimental-Kanal innerhalb des Windows-Insider-Programms, der auch als Future Platforms bezeichnet wird.

Dieser Bereich richtet sich vor allem an technisch interessierte Nutzer und Entwickler, die besonders frühe Änderungen an Windows ausprobieren möchten.

Microsoft testet dort Funktionen, die sich teilweise noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden.

Das bedeutet allerdings auch, dass solche Builds instabil sein können. Einzelne Funktionen können wieder verschwinden oder sich bis zur späteren Veröffentlichung deutlich verändern.

Außerdem weist Microsoft ausdrücklich darauf hin, dass die dort getesteten Neuerungen nicht automatisch einer bestimmten zukünftigen Windows-Version zugeordnet werden dürfen.

Es wäre deshalb verfrüht, die Änderungen aus Build 29704.1000 bereits fest für Windows 11 27H2 einzuplanen.

Hinzu kommt, dass manche Funktionen schrittweise freigeschaltet werden. Selbst wenn die aktuelle Build installiert ist, müssen daher nicht sofort sämtliche Neuerungen verfügbar sein.

Lohnt sich die Installation?

Wer bereits am Experimental-Kanal teilnimmt, bekommt mit Build 29704.1000 einige sinnvolle Verbesserungen.

Besonders die Korrekturen für Windows-Upgrades und die Audioausgabe über AMD-Grafikkarten dürften für betroffene Tester hilfreich sein.

Auch die individuellen Datenschutzberechtigungen für Desktop-Anwendungen sind eine interessante Weiterentwicklung.

Auf einem produktiv genutzten Rechner würde ich diese frühe Testversion allerdings nicht installieren.

Dafür ist der Experimental-Kanal schlicht zu stark auf die Erprobung neuer Windows-Technologien ausgerichtet.

Wer einen zuverlässigen PC für die tägliche Arbeit benötigt, sollte weiterhin bei einer regulären Windows-Version bleiben.

Fazit: Kleine Verbesserungen, die im Alltag durchaus wichtig sind

Windows 11 Build 29704.1000 ist sicherlich kein Update, das mit besonders auffälligen Neuerungen für Schlagzeilen sorgt.

Trotzdem enthält die Version einige Änderungen, die ich durchaus begrüße.

Die individuellen Berechtigungen für klassische Desktop-Anwendungen schließen eine Lücke bei den Datenschutzeinstellungen. Gleichzeitig behebt Microsoft Probleme, die manchen Insider-Nutzern zuletzt die Installation neuer Builds oder die Audioausgabe erschwert haben.

Besonders positiv finde ich, dass Microsoft neben neuen Funktionen auch weiterhin an bestehenden Problemen arbeitet.

Denn ein Betriebssystem wird nicht allein dadurch besser, dass ständig neue Funktionen hinzukommen.

Manchmal sind es gerade die unscheinbaren Fehlerbehebungen, die den größten Unterschied machen.

Wann die neuen Datenschutzoptionen und die weiteren Änderungen außerhalb des Insider-Programms verfügbar sein werden, ist derzeit noch offen.

Quellen

Microsoft Learn – 6. November 2026
Windows 11 Insider Experimental (Future Platforms) Preview Build 29704.1000
https://learn.microsoft.com/en-us/windows-insider/release-notes/experimental-future-platforms/preview-build-29704-1000

Neowin – Ivan Jenic, 6. November 2026
Windows 11 Future Platforms build 29704.1000 fixes upgrade and AMD audio issues
https://www.neowin.net/news/windows-11-future-platforms-build-297041000-fixes-upgrade-and-amd-audio-issues/