Windows 11 26H2: Microsoft bestätigt SCCM-Unterstützung für Unternehmen

Windows 11 26H2 ist inzwischen offiziell verfügbar. Für Privatanwender ist das Upgrade relativ unkompliziert – über Windows Update, das Enablement Package oder eine ISO.
In Unternehmen sieht die Sache natürlich etwas anders aus. Dort geht es nicht nur darum, ob sich die neue Version installieren lässt, sondern auch darum, ob die vorhandenen Verwaltungs- und Deployment-Werkzeuge damit sauber umgehen können.
Genau dafür hat Microsoft jetzt bestätigt, dass Windows 11 26H2 vom Configuration Manager unterstützt wird.
Für viele Administratoren dürfte das eine wichtige Information sein, bevor größere Rollouts starten.
Welche SCCM-Versionen unterstützen Windows 11 26H2?
Microsoft nennt aktuell zwei Versionen, die Windows 11 26H2 unterstützen:
- Configuration Manager 2603
- Configuration Manager 2609
Wer also noch auf einer älteren ConfigMgr-Version unterwegs ist, sollte vor einem breiten 26H2-Rollout prüfen, ob zunächst ein Update der Management-Umgebung notwendig ist.
ConfigMgr 2603 wurde im März 2026 veröffentlicht.
ConfigMgr 2609 folgte im September 2026 und befindet sich aktuell noch im frühen Update-Ring. Das bedeutet: Administratoren müssen sich gegebenenfalls zunächst dafür anmelden, bevor das Update direkt in der Konsole angeboten wird.
SCCM 2609 ist gleichzeitig eine kleine Zäsur
Interessant ist, dass ConfigMgr 2609 die letzte halbjährliche Version sein soll.
Danach wechselt Microsoft auf einen jährlichen Veröffentlichungszyklus.
Die nächste reguläre Version ist damit:
ConfigMgr 2709
und soll im September 2027 erscheinen.
Das ist für Administratoren durchaus relevant, weil sich damit auch die Planung für zukünftige Upgrade-Zyklen verändert.
Was bringt ConfigMgr 2603?
ConfigMgr 2603 enthält einige Änderungen, die für Unternehmensumgebungen interessant sind.
Dazu gehört unter anderem die Unterstützung für:
SQL Server 2025
einschließlich SQL Server 2025 Express für sekundäre Standorte.
Außerdem entfernt Microsoft die Abhängigkeit vom älteren SQL Server Native Client.
Das ist ein sinnvoller Schritt, weil dieser Bestandteil ohnehin längst nicht mehr zu den modernen SQL-Komponenten gehört.
Mehr Sicherheit bei Netzwerkzugriffen
Microsoft verschärft mit ConfigMgr 2603 außerdem einige Sicherheitsbereiche.
Der Zugriff auf Informationen des Network Access Account wird stärker eingeschränkt.
Zusätzlich werden schwächere DHE-Verschlüsselungssammlungen bei Cloud Management Gateway-Instanzen deaktiviert.
Solche Änderungen fallen im Alltag vielleicht nicht sofort auf, sind aber gerade in größeren Umgebungen wichtiger als irgendeine neue Oberfläche.
Entra-Authentifizierung braucht Internetzugang
Eine weitere Änderung betrifft Management Points.
Wenn dort eine in Microsoft Entra integrierte Authentifizierung verwendet wird, benötigen die Management Points künftig Internetzugang, um Entra-Tokens validieren zu können.
Wer ausschließlich klassische lokale Active-Directory-Authentifizierung verwendet, ist davon laut Microsoft nicht betroffen.
Das ist genau so ein Punkt, den ich vor einem Update lieber vorher prüfe als später während einer Störung.
Was ändert sich mit ConfigMgr 2609?
Mit Version 2609 geht Microsoft noch einen Schritt weiter.
Die Unterstützung endet unter anderem für:
- Windows Server 2012
- Windows Server 2012 R2
- SQL Server 2016
Das heißt: Wer solche Systeme noch im Backend betreibt, muss vor dem Update handeln.
Die Setup-Prüfung soll Upgrades auf nicht unterstützten SQL-Versionen künftig auch blockieren.
Das ist zwar unangenehm, wenn man betroffen ist, aber besser als ein Upgrade, das später in einem nicht unterstützten Zustand endet.
Änderungen beim Cloud Management Gateway
Auch beim Cloud Management Gateway gibt es Anpassungen.
Microsoft deaktiviert den Zugriff über gemeinsame Schlüssel für den CMG-Speicher.
Zusätzlich werden bestehende CMG-Bereitstellungen auf neuere NAT-Regeln des Azure Load Balancers migriert.
Das geschieht nicht ohne Grund:
Die alten Regeln sollen im September 2027 abgeschaltet werden.
Außerdem migriert Microsoft bestehende CMGs auf virtuelle Maschinen mit mehr CPU- und Arbeitsspeicherleistung.
Voraussetzungen für das Upgrade
Vor einem Update auf ConfigMgr 2603 oder 2609 gibt es einige Anforderungen.
Für 2603 benötigt ihr mindestens:
ConfigMgr 2409
Für 2609 mindestens:
ConfigMgr 2503
Zusätzlich werden benötigt:
- .NET Framework 4.8
- ein unterstütztes Windows ADK
- Microsoft ODBC Driver for SQL Server
Für ConfigMgr 2609 kommt noch hinzu:
SQL Server 2017 CU2 oder neuer
Vorher Replikation und Standortstatus prüfen
Microsoft empfiehlt außerdem ausdrücklich, vor dem Update die Umgebung zu überprüfen.
Dazu gehört insbesondere:
- Standortstatus
- Datenbankreplikation
- Site-Replikation
- Setup-Prerequisite-Check
Das klingt selbstverständlich, wird aber im Alltag gerne übersprungen.
Gerade bei ConfigMgr würde ich kein größeres Upgrade einfach „mal eben“ durchklicken.
Wenn Replikation oder Datenbankzustand vorher schon Probleme haben, wird ein Plattform-Upgrade selten besser.
Windows 11 26H2 wird damit für Unternehmen deutlich realistischer
Für mich ist die SCCM-Unterstützung ein wichtiger Meilenstein.
Solange die zentrale Verwaltungsplattform eine neue Windows-Version nicht offiziell unterstützt, würde ich in einer größeren Umgebung keinen breiten Rollout starten.
Mit ConfigMgr 2603 und 2609 ist dieser Punkt jetzt zumindest geklärt.
Das bedeutet aber nicht, dass man sofort überall auf 26H2 gehen sollte.
Wie immer gilt:
Erst Pilotgruppe, dann breiter Rollout.
Intune ist ebenfalls vorbereitet
Parallel dazu hat Microsoft auch den Intune Settings Catalog für Windows 11 26H2 aktualisiert.
Damit sind sowohl klassische ConfigMgr-Umgebungen als auch modernere Intune-basierte Verwaltungsmodelle auf die neue Windows-Version vorbereitet.
Gerade in hybriden Umgebungen ist das wichtig, weil viele Unternehmen inzwischen beide Welten parallel betreiben.
Mein Eindruck
Die eigentliche Nachricht ist weniger spektakulär, als sie klingt.
Aber genau solche Bestätigungen sind für Administratoren oft wichtiger als große Feature-Ankündigungen.
Windows 11 26H2 ist jetzt da, und Microsoft zieht die Verwaltungswerkzeuge entsprechend nach.
Spannender finde ich fast die Änderungen rund um ConfigMgr selbst:
Der Wechsel zum jährlichen Release-Zyklus, das Ende alter Server- und SQL-Versionen und die strengeren Anforderungen zeigen ziemlich deutlich, dass Microsoft die Plattform weiter modernisiert.
Fazit
Microsoft bestätigt die Unterstützung von Windows 11 26H2 in Configuration Manager 2603 und 2609.
Wer die neue Windows-Version in einer Unternehmensumgebung verteilen möchte, sollte daher prüfen, ob die eigene ConfigMgr-Installation bereits auf einem unterstützten Stand ist.
Besonders wichtig sind dabei:
- ConfigMgr 2603 oder 2609
- passende SQL-Version
- aktuelles Windows ADK
- .NET Framework 4.8
- ODBC-Treiber
- saubere Replikation und Standortgesundheit
Und bei 2609 zusätzlich:
Windows Server 2012/2012 R2 und SQL Server 2016 sind raus.
Für Administratoren ist das also nicht nur ein Windows-11-Thema, sondern gleichzeitig ein guter Anlass, die eigene Management-Infrastruktur einmal komplett auf Aktualität zu prüfen.