WhatsApp: Neue Datenschutzeinstellung soll die eigene Telefonnummer besser schützen

WhatsApp arbeitet weiter daran, die Privatsphäre seiner Nutzer zu verbessern. Nachdem bereits bekannt wurde, dass der Messenger künftig Benutzernamen unterstützen soll, folgt jetzt die nächste Neuerung. Nutzer sollen selbst entscheiden können, wer ihre Telefonnummer bei WhatsApp sehen darf und wer nicht.
Die neue Funktion wurde in der WhatsApp-Beta für Android 2.26.45.1 entdeckt. Sie befindet sich allerdings noch in der Entwicklung und kann derzeit auch von Beta-Testern nicht regulär verwendet werden.
Besonders interessant ist die Änderung für Menschen, die WhatsApp künftig über einen Benutzernamen verwenden möchten, ohne dabei automatisch ihre private Handynummer weiterzugeben.
WhatsApp-Benutzernamen sollen die Telefonnummer ersetzen
Bisher ist WhatsApp eng mit der eigenen Telefonnummer verbunden. Wer jemanden über den Messenger kontaktieren möchte, benötigt normalerweise dessen Nummer.
Mit der geplanten Einführung von Benutzernamen möchte WhatsApp diese Einschränkung aufheben.
Künftig soll es möglich sein, andere Nutzer über einen individuellen Benutzernamen zu finden und anzuschreiben. Die persönliche Telefonnummer muss dafür nicht mehr zwingend weitergegeben werden.
Standardmäßig soll WhatsApp die Telefonnummer vor Personen verbergen, die einen Nutzer über seinen Benutzernamen kontaktieren und dessen Nummer noch nicht kennen.
Das ist aus meiner Sicht längst überfällig. Gerade bei neuen Bekanntschaften, Online-Kontakten oder beruflichen Gesprächen möchte man schließlich nicht immer gleich seine private Handynummer herausgeben.
Mit den jetzt entdeckten Datenschutzeinstellungen geht WhatsApp noch einen Schritt weiter.
Vier Einstellungen für die Sichtbarkeit der Telefonnummer
Wie WABetaInfo berichtet, plant WhatsApp einen eigenen Bereich für die Sichtbarkeit der Telefonnummer.
Dieser soll in den Datenschutzeinstellungen erscheinen, wo sich bereits andere Optionen wie das Profilbild oder der Zuletzt-online-Status verwalten lassen.
Geplant sind insgesamt vier Auswahlmöglichkeiten:
Jeder: Die Telefonnummer kann grundsätzlich auch für Personen sichtbar sein, die nicht zu den eigenen Kontakten gehören.
Meine Kontakte: Nur gespeicherte Kontakte sollen die Telefonnummer sehen können.
Meine Kontakte außer …: Einzelne Kontakte können gezielt von der Anzeige ausgeschlossen werden.
Niemand: Die Telefonnummer bleibt gegenüber neuen Kontakten verborgen, die sie noch nicht kennen.
Wer einen WhatsApp-Benutzernamen eingerichtet hat, soll automatisch die Einstellung „Niemand“ erhalten.
Damit bleibt die Telefonnummer zunächst geschützt, ohne dass Nutzer selbst Änderungen vornehmen müssen.
Wichtig ist allerdings eine Einschränkung: Personen, die die eigene Telefonnummer bereits kennen, verlieren durch diese Einstellung nicht automatisch den Zugriff darauf.
Die neue Funktion kann also verhindern, dass die Nummer über den Benutzernamen offengelegt wird. Eine bereits bekannte Telefonnummer lässt sich damit aber nicht nachträglich geheim halten.
Mehr Kontrolle über private und berufliche Kontakte
Besonders praktisch finde ich, dass WhatsApp nicht einfach nur zwischen sichtbar und unsichtbar unterscheidet.
Wer seine Telefonnummer beispielsweise für Freunde und Familie freigeben möchte, kann dies künftig weiterhin tun. Gleichzeitig lässt sich die Nummer vor anderen Personen verbergen.
Auch die Möglichkeit, einzelne Kontakte auszuschließen, dürfte im Alltag hilfreich sein.
Man könnte WhatsApp beispielsweise über einen Benutzernamen für neue Kontakte erreichbar machen, ohne dabei jedes Mal entscheiden zu müssen, ob man seine private Nummer weitergeben möchte.
Gerade bei der zunehmenden Vermischung von privaten und beruflichen Kontakten ist das eine sinnvolle Ergänzung.
Natürlich ersetzt diese Einstellung keine vollständige Trennung zwischen privater und geschäftlicher Kommunikation. Sie gibt Nutzern aber zumindest etwas mehr Kontrolle darüber, welche persönlichen Daten sichtbar sind.
WhatsApp warnt beim Ändern der Privatsphäre
Eine weitere interessante Besonderheit betrifft den Wechsel zwischen den einzelnen Einstellungen.
Wer die Sichtbarkeit seiner Telefonnummer verändert, soll künftig einen entsprechenden Hinweis erhalten.
Der Grund: Beim Wechsel der Datenschutzeinstellung kann WhatsApp die bisher festgelegten Ausnahmen zurücksetzen.
Das bedeutet beispielsweise, dass zuvor ausgeschlossene Kontakte möglicherweise wieder Zugriff auf die Telefonnummer erhalten könnten, wenn anschließend eine weniger restriktive Einstellung gewählt wird.
Deshalb soll WhatsApp vor der Änderung einen Bestätigungsdialog anzeigen.
Nutzer müssen ausdrücklich bestätigen, dass sie die Sichtbarkeit ihrer Telefonnummer verändern möchten.
Das halte ich für wichtig. Gerade bei Datenschutzeinstellungen sollte möglichst deutlich werden, welche Auswirkungen eine Änderung tatsächlich hat.
Schließlich dürfte kaum jemand begeistert sein, wenn die eigene Telefonnummer plötzlich wieder für Personen sichtbar wird, die man zuvor bewusst ausgeschlossen hatte.
Wann kommen die neuen Datenschutzeinstellungen?
Entdeckt wurden die neuen Optionen in der WhatsApp-Beta für Android 2.26.45.1.
Das bedeutet allerdings nicht, dass sie bereits genutzt werden können.
Die Funktion befindet sich aktuell noch in einer internen Entwicklungsphase. Selbst Teilnehmer des offiziellen Beta-Programms haben derzeit noch keinen regulären Zugriff darauf.
Einen konkreten Termin für die Freigabe hat WhatsApp bislang nicht genannt.
Es ist denkbar, dass die neuen Datenschutzeinstellungen zusammen mit der breiteren Einführung der Benutzernamen veröffentlicht werden. Bestätigt ist dieser Zusammenhang beim Zeitplan allerdings noch nicht.
Auch die genaue Gestaltung und Funktionsweise können sich bis zur endgültigen Veröffentlichung verändern.
Fazit: Ein wichtiger Schritt für mehr Privatsphäre bei WhatsApp
Die geplanten Einstellungen zur Telefonnummer gehören für mich zu den sinnvollsten Neuerungen, an denen WhatsApp derzeit arbeitet.
Benutzernamen allein sind bereits eine gute Idee. Wirklich interessant werden sie aber erst dann, wenn Nutzer auch selbst bestimmen können, welche persönlichen Informationen andere Menschen sehen dürfen.
Genau hier setzt die neue Funktion an.
Besonders die Möglichkeit, die Telefonnummer nur für bestimmte Kontakte freizugeben oder einzelne Personen auszuschließen, könnte im Alltag nützlich werden.
Dass WhatsApp standardmäßig die Einstellung „Niemand“ verwenden möchte, ist ebenfalls eine gute Entscheidung.
Unterm Strich entwickelt sich WhatsApp damit ein Stück weiter in Richtung eines Messengers, bei dem nicht mehr automatisch die private Telefonnummer im Mittelpunkt steht.
Jetzt muss WhatsApp die Funktionen nur noch veröffentlichen. Denn gerade die Einführung von Benutzernamen wird bereits seit längerer Zeit vorbereitet.
Quelle
WABetaInfo – 7. November 2026
WhatsApp is testing new phone number privacy for usernames
https://wabetainfo.com/whatsapp-is-testing-new-phone-number-privacy-for-usernames/


