WhatsApp bekommt neue KI-Funktion: Fotos lassen sich automatisch erweitern

Wer regelmäßig Fotos über WhatsApp verschickt oder im Status veröffentlicht, kennt das Problem: Das Bild sieht in der Galerie gut aus, passt aber nicht richtig ins gewünschte Format. Entweder entstehen unschöne Ränder oder man muss Teile des Fotos abschneiden.
WhatsApp möchte dieses Problem jetzt mit künstlicher Intelligenz lösen.
Mit einer neuen Funktion können Nutzer ihre Bilder automatisch auf das Hochformat 9:16 erweitern lassen. Die fehlenden Bildbereiche werden dabei nicht einfach gestreckt, sondern mithilfe von Meta AI passend ergänzt.
Besonders praktisch dürfte das für WhatsApp-Statusmeldungen sein, bei denen das Bild möglichst den gesamten Smartphone-Bildschirm ausfüllen soll.
Die Neuerung wird aktuell mit der WhatsApp-Beta für Android 2.26.44.8 eingeführt. Allerdings steht sie zunächst nur ausgewählten Testern zur Verfügung.
WhatsApp erweitert seinen Bildeditor um künstliche Intelligenz
Meta arbeitet schon länger daran, den Bildeditor von WhatsApp um verschiedene KI-Funktionen zu erweitern.
Bereits jetzt lassen sich in unterstützten Versionen Bilder mithilfe von Meta AI verändern.
Dazu gehören beispielsweise neue Hintergründe, unterschiedliche Bildstile und die Möglichkeit, Bilder anhand einer Beschreibung zu erzeugen oder zu bearbeiten.
Mit der neuesten Beta-Version kommt nun eine weitere Funktion hinzu.
Sie ermöglicht es, vorhandene Fotos über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus zu erweitern.
Das klingt zunächst nach einer einfachen Formatänderung, technisch steckt allerdings mehr dahinter.
Denn WhatsApp verändert nicht einfach nur die Größe eines Bildes.
Stattdessen analysiert die KI den vorhandenen Bildinhalt und erzeugt zusätzliche Bereiche, die möglichst natürlich zum Original passen.
Das Ergebnis ist ein neues Bild im vertikalen 9:16-Format.
Wie funktioniert die KI-Bilderweiterung?
Die Technik hinter der neuen Funktion wird häufig als Generative Expand oder Outpainting bezeichnet.
Dabei nutzt eine KI den vorhandenen Bildinhalt als Grundlage, um fehlende Bereiche zu ergänzen.
Ein einfaches Beispiel:
Man fotografiert einen Hund auf einer Wiese. Das ursprüngliche Foto ist quadratisch und zeigt den Hund in der Bildmitte.
Möchte man dieses Bild als WhatsApp-Status veröffentlichen, passt es nicht optimal auf den länglichen Smartphone-Bildschirm.
Bisher musste man das Bild entweder beschneiden oder mit freien Flächen leben.
Die neue KI-Funktion kann stattdessen den Hintergrund erweitern.
Meta AI versucht dabei beispielsweise, zusätzliche Wiesenflächen, Himmel oder andere passende Bildbestandteile zu erzeugen.
Der ursprüngliche Bildausschnitt bleibt erhalten, während die neu entstandenen Bereiche das Bild auf das gewünschte Hochformat bringen.
Wichtig: Die ergänzten Bildbereiche sind künstlich erzeugt. Sie zeigen nicht unbedingt das, was sich tatsächlich außerhalb des ursprünglichen Fotos befunden hat.
Bei gewöhnlichen Urlaubsbildern dürfte das meistens unproblematisch sein.
Bei dokumentarischen Bildern oder Fotos, bei denen es auf eine möglichst unveränderte Darstellung ankommt, sollte man diesen Unterschied allerdings berücksichtigen.
Warum ausgerechnet das Format 9:16?
Das Seitenverhältnis 9:16 gehört inzwischen zu den wichtigsten Formaten auf Smartphones.
Es wird unter anderem für Instagram Stories, YouTube Shorts und verschiedene andere vertikale Inhalte verwendet.
Auch WhatsApp-Statusmeldungen sind auf dieses Format ausgelegt.
Ein Bild mit 1080 × 1920 Pixeln entspricht beispielsweise genau diesem Seitenverhältnis.
Quadratische Fotos oder Bilder im Querformat nutzen dagegen nur einen Teil der verfügbaren Bildschirmfläche.
Natürlich kann man solche Fotos trotzdem veröffentlichen.
Allerdings sieht die Darstellung häufig weniger harmonisch aus, weil das Bild nicht den gesamten Bildschirm ausfüllt.
Mit der neuen KI-Erweiterung möchte WhatsApp dieses Problem direkt innerhalb der App lösen.
Eine zusätzliche Bildbearbeitungssoftware ist dafür nicht erforderlich.
Gerade für Nutzer, die regelmäßig Fotos im Status teilen, könnte das eine angenehme Erleichterung sein.
So funktioniert die neue Bilderweiterung in WhatsApp
Die Funktion wurde von WABetaInfo in der Android-Beta-Version 2.26.44.8 entdeckt.
Wer bereits Zugriff darauf hat, kann die neue Möglichkeit direkt im WhatsApp-Bildeditor ausprobieren.
Die Bedienung funktioniert nach bisherigen Informationen folgendermaßen:
WhatsApp öffnen und einen Chat oder eine neue Statusmeldung auswählen.
Ein Foto aus der Galerie auswählen.
Den Bildeditor beziehungsweise die KI-Bearbeitungsfunktionen öffnen.
Innerhalb der Bearbeitungsoberfläche nach oben wischen.
Im Bereich „Bearbeiten“ die Option zum Erweitern des Bildes auswählen.
Warten, bis Meta AI die zusätzlichen Bildbereiche erzeugt hat.
Das Ergebnis übernehmen oder eine weitere Variante erstellen lassen.
Die Verarbeitung soll normalerweise nur wenige Sekunden dauern.
Anschließend zeigt WhatsApp das erweiterte Bild an.
Falls das Ergebnis nicht gefällt, kann die KI eine neue Version erzeugen.
Das ist sinnvoll, weil künstlich ergänzte Bildbereiche nicht immer beim ersten Versuch überzeugend aussehen.
Die KI kann auch Fehler machen
So praktisch die neue Funktion klingt, ganz ohne Einschränkungen funktioniert sie natürlich nicht.
Die Qualität des Ergebnisses hängt stark vom ursprünglichen Foto ab.
Enthält das Bild einen einfachen Hintergrund, beispielsweise einen Himmel oder eine gleichmäßige Wand, dürfte die Erweiterung vergleichsweise unkompliziert sein.
Schwieriger kann es bei komplexeren Motiven werden.
Dazu gehören beispielsweise Gebäude mit vielen geometrischen Details, größere Menschenmengen oder Gegenstände, die teilweise am Bildrand abgeschnitten sind.
In solchen Fällen muss die KI gewissermaßen erraten, wie die fehlenden Bereiche aussehen könnten.
Das kann funktionieren, muss aber nicht immer überzeugend sein.
Möglicherweise entstehen unnatürliche Übergänge oder Details, die im ursprünglichen Motiv gar nicht vorhanden waren.
Ich würde deshalb jedes erweiterte Foto vor dem Versenden noch einmal genau anschauen.
Gerade bei Bildern mit Personen oder wichtigen Gegenständen können kleine Fehler schnell auffallen.
Die Funktion steht auch für normale Chats bereit
Die neue Bilderweiterung beschränkt sich nicht ausschließlich auf WhatsApp-Statusmeldungen.
Da sie direkt in den Bildeditor integriert wurde, lässt sie sich grundsätzlich auch beim Versenden von Fotos in normalen Chats verwenden.
Das ist durchaus sinnvoll.
Vielleicht möchte man ein quadratisches Foto an Freunde verschicken, aber vorher das Format etwas anpassen.
Oder man möchte aus einem vorhandenen Bild eine längliche Variante erstellen, ohne dafür eine separate App zu öffnen.
Allerdings testet WhatsApp derzeit offenbar unterschiedliche Freigaben.
Einige Beta-Nutzer können die Funktion bereits in Chats verwenden.
Andere sehen sie zunächst nur beim Erstellen einer Statusmeldung.
Das bedeutet, dass zwei Personen mit derselben WhatsApp-Version möglicherweise unterschiedliche Funktionen angezeigt bekommen.
Bei Beta-Updates ist das nichts Ungewöhnliches.
Warum wird mir die neue Option nicht angezeigt?
Wer die aktuelle WhatsApp-Beta installiert hat und die Bilderweiterung trotzdem nicht findet, muss nicht zwangsläufig etwas falsch gemacht haben.
Es gibt zwei mögliche Erklärungen.
1. Das Foto besitzt bereits das richtige Format
WhatsApp zeigt die Erweiterungsfunktion nur dann an, wenn das ausgewählte Bild überhaupt erweitert werden muss.
Ein Foto, das bereits im Format 9:16 vorliegt, benötigt normalerweise keine zusätzliche Anpassung.
In diesem Fall wird die entsprechende Option möglicherweise gar nicht eingeblendet.
Zum Testen empfiehlt WABetaInfo deshalb ein quadratisches Bild im Format 1:1.
Bei einem solchen Foto besteht grundsätzlich die Möglichkeit, den Bildausschnitt nach oben und unten zu erweitern.
2. Die Funktion ist noch nicht für das eigene Konto freigeschaltet
Der zweite Grund hängt mit der schrittweisen Veröffentlichung zusammen.
WhatsApp verteilt neue Funktionen häufig zunächst an kleinere Nutzergruppen.
Dadurch kann Meta die Bedienung und technische Zuverlässigkeit testen, bevor weitere Nutzer Zugriff bekommen.
Deshalb reicht es nicht unbedingt aus, einfach die neueste Beta-Version zu installieren.
Die Funktion muss zusätzlich für das jeweilige Konto freigeschaltet sein.
Wer sie aktuell noch nicht sieht, kann deshalb zunächst nur auf die weitere Verteilung warten.
Wann erscheint die Bilderweiterung für alle Nutzer?
Einen offiziellen Termin für die allgemeine Veröffentlichung gibt es bislang nicht.
Nach Angaben von WABetaInfo wird die Funktion seit dem 5. November 2026 schrittweise für ausgewählte Android-Betatester freigeschaltet.
Weitere Nutzer sollen im Laufe der kommenden Wochen Zugriff erhalten.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Funktion innerhalb weniger Wochen auch in der normalen WhatsApp-Version verfügbar sein wird.
Meta hat bislang keinen konkreten Zeitpunkt dafür genannt.
Ebenso gibt es noch keine bestätigte Ankündigung, wann die neue Bilderweiterung auf iPhones verfügbar sein könnte.
Die aktuelle Meldung betrifft ausdrücklich die Android-Version.
Was bedeutet die neue KI-Funktion für den Datenschutz?
Bei KI-gestützter Bildbearbeitung stellt sich natürlich auch die Frage, wie mit den verwendeten Fotos umgegangen wird.
Schließlich muss Meta AI den Bildinhalt analysieren, um passende Ergänzungen erzeugen zu können.
Aus dem bisherigen Bericht geht allerdings nicht eindeutig hervor, welche Verarbeitungsschritte lokal auf dem Smartphone stattfinden und welche Daten dafür gegebenenfalls an Meta-Dienste übertragen werden.
Deshalb lässt sich derzeit keine abschließende Aussage über die konkrete Datenverarbeitung dieser neuen Funktion treffen.
Ich würde bei besonders persönlichen oder sensiblen Bildern zunächst vorsichtig sein.
Das gilt beispielsweise für Ausweisdokumente, medizinische Unterlagen oder andere Fotos mit vertraulichen Informationen.
Solche Bilder würde ich nicht ohne Weiteres einer generativen KI zur Bearbeitung überlassen.
Für ein gewöhnliches Landschaftsfoto oder ein unverfängliches Urlaubsbild dürfte die Funktion dagegen vor allem eine praktische Ergänzung sein.
Braucht WhatsApp wirklich immer mehr KI?
Diese Frage stelle ich mir bei solchen Neuerungen inzwischen häufiger.
Meta integriert künstliche Intelligenz in immer mehr Bereiche seiner Anwendungen.
Nicht jede dieser Funktionen ist automatisch notwendig oder bringt einen erkennbaren Mehrwert.
Bei der neuen Bilderweiterung sehe ich allerdings einen durchaus nachvollziehbaren Nutzen.
Bisher musste man für solche Anpassungen häufig eine zusätzliche Bildbearbeitungs-App verwenden.
Alternativ konnte man sich mit einem unpassenden Bildformat zufriedengeben.
Wenn WhatsApp diese Aufgabe künftig direkt innerhalb des Bildeditors erledigt, spart das Zeit und ein paar zusätzliche Arbeitsschritte.
Mir gefällt dabei vor allem, dass die KI hier ein konkretes Problem lösen soll.
Man muss keinen Chatbot starten, komplizierte Eingaben formulieren oder sich erst mit einer neuen Oberfläche beschäftigen.
Im Idealfall reicht es, ein Foto auszuwählen und auf eine Schaltfläche zu tippen.
Genau solche unauffälligen KI-Funktionen halte ich im Alltag für sinnvoll.
Natürlich nur dann, wenn die Ergebnisse auch zuverlässig aussehen.
Fazit: Eine kleine WhatsApp-Neuerung mit praktischem Nutzen
Mit der neuen KI-Bilderweiterung bekommt WhatsApp eine interessante Funktion zur Bearbeitung von Fotos.
Statt Bilder für Statusmeldungen einfach zuzuschneiden oder zu strecken, erzeugt Meta AI zusätzliche Bildbereiche.
Damit lassen sich beispielsweise quadratische Fotos automatisch in das vertikale 9:16-Format bringen.
Besonders praktisch ist, dass die Funktion direkt im bestehenden WhatsApp-Bildeditor verwendet werden kann.
Auch die Möglichkeit, bei Bedarf eine weitere Variante erzeugen zu lassen, ist sinnvoll.
Allerdings befindet sich die Neuerung noch in einer frühen Testphase und ist bisher nicht für alle Android-Nutzer verfügbar.
Außerdem bleibt abzuwarten, wie überzeugend die KI bei schwierigen Motiven arbeitet.
Mein Fazit: Die Bilderweiterung gehört für mich zu den sinnvolleren KI-Neuerungen bei WhatsApp.
Sie löst ein alltägliches Problem, ohne die Bedienung unnötig kompliziert zu machen.
Ob daraus tatsächlich eine dauerhaft nützliche Funktion wird, hängt vor allem von der Qualität der generierten Bilder ab.
Wenn Meta AI die Übergänge sauber hinbekommt, dürfte man sich künftig zumindest bei manchen Statusmeldungen den Umweg über eine zusätzliche Bildbearbeitungs-App sparen können.
Quellen
WABetaInfo – WhatsApp is rolling out AI photo expansion on Android (5. November 2026)
Bericht über die Einführung der KI-Bilderweiterung in WhatsApp Beta für Android 2.26.44.8, einschließlich Bedienung, Funktionsweise und Verfügbarkeit.
https://wabetainfo.com/whatsapp-is-rolling-out-ai-photo-expansion-on-android/
WABetaInfo – WhatsApp is exploring a new AI-powered tool to expand photos (19. August 2026)
Frühere Berichterstattung über die Entwicklung der KI-Funktion und ihre geplante Integration in den WhatsApp-Bildeditor.
https://wabetainfo.com/whatsapp-is-exploring-a-new-ai-powered-tool-to-expand-photos/


