Verstecktes Administrator-Konto in Windows aktivieren – wann es wirklich sinnvoll ist

Windows besitzt neben dem normalen Benutzerkonto noch ein eingebautes Administrator-Konto, das standardmäßig deaktiviert ist. Im normalen Alltag braucht man dieses Konto eigentlich nicht. Bei Reparaturen, Problemen mit Benutzerrechten oder einem beschädigten Administratorkonto kann es aber ausgesprochen hilfreich sein.
Wichtig ist dabei der Unterschied: Ein normales Windows-Konto kann zwar Mitglied der Gruppe Administratoren sein, arbeitet durch die Benutzerkontensteuerung (UAC) aber nicht permanent mit vollen administrativen Rechten. Das eingebaute Administrator-Konto verhält sich anders. Trotzdem steht auch dieses Konto nicht über allem – SYSTEM und TrustedInstaller besitzen weiterhin weitergehende Rechte.
Wann braucht man das eingebaute Administrator-Konto?
Im normalen Betrieb würde ich es deaktiviert lassen.
Interessant wird es beispielsweise, wenn:
ein Benutzerkonto seine Administratorrechte verloren hat
Programme oder Systemeinstellungen nicht mehr verändert werden können
ein Rechner repariert werden muss
Benutzerrechte durcheinandergeraten sind
man bei der Fehlersuche ein separates Administratorkonto benötigt
Gerade bei älteren oder länger genutzten Windows-Installationen kann so ein zusätzliches Konto manchmal sehr hilfreich sein.
Administrator-Konto über die Eingabeaufforderung aktivieren
Der einfachste Weg führt über eine administrative Eingabeaufforderung.
Dazu im Startmenü nach:
cmdoder nach Eingabeaufforderung suchen und anschließend:
Als Administrator ausführen
wählen.
Danach folgenden Befehl eingeben:
net user administrator /active:yesMit Enter bestätigen.
Das eingebaute Administrator-Konto ist anschließend aktiviert.
Nach einer Abmeldung oder über das Benutzer-Menü im Startmenü sollte das zusätzliche Konto auftauchen.
Direkt ein Passwort vergeben
Wer das Administratorkonto aktiviert, sollte es nicht dauerhaft ohne Passwort verwenden.
Mit folgendem Befehl lässt sich das Konto direkt aktivieren und gleichzeitig ein Passwort festlegen:
net user administrator * /active:yesWindows fordert anschließend zweimal zur Eingabe des neuen Kennworts auf.
Das ist meiner Meinung nach die sinnvollere Variante, wenn das Konto länger als nur für eine kurze Reparatur benötigt wird.
Aktivierung über die Computerverwaltung
Unter Windows 10 Pro und höher gibt es noch einen komfortableren Weg.
Die Computerverwaltung öffnen und anschließend zu:
Lokale Benutzer und Gruppen → Benutzer
wechseln.
Dort den Benutzer Administrator öffnen und den Haken bei:
„Konto ist deaktiviert“
entfernen.
Bei Home-Editionen fehlt die Verwaltung „Lokale Benutzer und Gruppen“, weshalb die Kommandozeile dort meist der einfachere Weg ist.
Besonders praktisch: Kein Administratorkonto mehr vorhanden
Ein unangenehmer Sonderfall ist, wenn man versehentlich das einzige Konto mit Administratorrechten entfernt oder zu einem Standardkonto gemacht hat.
Dann kann man plötzlich:
keine Programme mehr installieren
keine systemweiten Einstellungen ändern
keine administrative Eingabeaufforderung mehr starten
Laut dem zugrunde liegenden Leitfaden kann in diesem Fall der abgesicherte Modus helfen. Dort wird das eingebaute Administrator-Konto automatisch aktiviert, sodass sich das eigene Benutzerkonto wieder der Administratorengruppe hinzufügen lässt.
Das ist ein ziemlich nützlicher Rettungsweg, bevor man aus Frust gleich Windows neu installiert.
Wichtig: Mindestens ein Administratorkonto behalten
Einen Fehler sollte man unbedingt vermeiden:
Es muss immer mindestens ein aktives Benutzerkonto mit Administratorrechten vorhanden sein.
Wer alle Administratorkonten deaktiviert oder entfernt und nur noch mit einem Standardkonto arbeitet, kann viele Systemänderungen nicht mehr durchführen.
Deshalb bei Änderungen an Benutzerkonten lieber zweimal hinschauen.
Administratorkonto nach der Reparatur wieder deaktivieren
Ist die Reparatur abgeschlossen, würde ich das eingebaute Konto wieder abschalten.
Dazu erneut eine Eingabeaufforderung als Administrator öffnen und ausführen:
net user administrator /active:noDanach wird das Konto wieder ausgeblendet.
Das Administratorkonto dauerhaft aktiviert zu lassen, bringt normalen Nutzern kaum Vorteile und vergrößert nur unnötig die Angriffsfläche.
Administrator heißt trotzdem nicht „alle Rechte“
Ein Punkt wird häufig missverstanden.
Auch das eingebaute Administrator-Konto besitzt nicht automatisch Zugriff auf jede Systemdatei.
Windows verwendet weitere Sicherheitsstufen wie:
SYSTEM
TrustedInstaller
Deshalb kann auch ein Administrator bei besonders geschützten Dateien weiterhin an Berechtigungsgrenzen stoßen.
Das ist kein Fehler, sondern Teil des Windows-Sicherheitsmodells.
Gilt das auch für Windows 11?
Der zugrunde liegende Leitfaden ist ursprünglich für Windows 10 geschrieben. Dort wird allerdings ausdrücklich darauf hingewiesen, dass einige der beschriebenen Anleitungen auch unter Windows 11 gelten.
Die Aktivierung über:
net user administrator /active:yesist daher auch unter aktuellen Windows-Versionen ein bekannter und praktischer Weg.
Mein Fazit
Das eingebaute Administrator-Konto ist kein Konto, mit dem man Windows jeden Tag benutzen sollte.
Als Notfall- und Reparaturkonto ist es aber sehr nützlich.
Gerade wenn:
Administratorrechte verloren gegangen sind
ein Benutzerprofil Probleme macht
Windows repariert werden muss
Berechtigungen geprüft werden sollen
kann das zusätzliche Konto viel Arbeit sparen.
Mein Rat wäre deshalb: Nur aktivieren, wenn man es wirklich braucht, ein Passwort setzen und anschließend wieder deaktivieren.
So bleibt es das, wofür es gedacht ist: ein Werkzeug für besondere Fälle und kein normales Alltagskonto.