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Schluss mit nervigen Spam-Anrufen: Diese Tipps helfen auf iPhone und Android

KI-Generiertes Foto

Das Smartphone klingelt, auf dem Display erscheint eine unbekannte Nummer und nach dem Abheben meldet sich entweder niemand oder eine freundliche Computerstimme möchte einem irgendetwas verkaufen. Spam-Anrufe sind lästig und können im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden.

Dabei gibt es inzwischen einige Möglichkeiten, solche Anrufe zu erkennen oder direkt zu blockieren. Und das Beste: Nicht immer braucht man dafür eine zusätzliche App.

In einer Diskussion auf Reddit haben Nutzer ihre Erfahrungen mit verschiedenen Spamfiltern, Anrufassistenten und anderen Lösungen geteilt. Darunter sind einige praktische Tipps, die ich mir genauer angesehen habe.

Warum Spam-Anrufe so nervig sind

Unerwünschte Telefonanrufe sind längst kein neues Problem. Trotzdem wirken manche Methoden mittlerweile ziemlich ausgefeilt.

Mal ruft eine unbekannte Mobilfunknummer an, mal eine scheinbar seriöse Festnetznummer. Gelegentlich klingelt das Telefon nur kurz, manchmal meldet sich nach dem Abheben überhaupt niemand.

Dahinter müssen nicht immer gezielte Betrugsversuche stecken. Auch automatisch arbeitende Callcenter können solche Anrufe verursachen.

Besonders ärgerlich wird es, wenn die angezeigte Rufnummer gefälscht ist. Beim sogenannten Call-ID-Spoofing erscheint auf dem Display eine Nummer, die nicht unbedingt zum tatsächlichen Anrufer gehört.

Deshalb bringt es auch nur begrenzt etwas, jede verdächtige Telefonnummer einzeln zu sperren. Beim nächsten Versuch kann bereits eine andere Nummer angezeigt werden.

Zum Glück gibt es bessere Möglichkeiten.

Das Örtliche: Mehr als nur ein digitales Telefonbuch

Ein interessanter Tipp aus der Reddit-Diskussion betrifft die App von Das Örtliche.

Die meisten kennen den Dienst vermutlich als klassisches Telefonverzeichnis. Tatsächlich bietet die App aber auch Funktionen zur Erkennung unbekannter Rufnummern und zum Schutz vor unerwünschten Anrufen.

Besonders für iPhone-Nutzer kann das interessant sein.

Über die Anruferkennung lassen sich beispielsweise öffentlich gelistete Unternehmen, Geschäfte oder Arztpraxen identifizieren, auch wenn deren Telefonnummer nicht im eigenen Adressbuch gespeichert ist.

Zusätzlich können bekannte Spamnummern als verdächtig gekennzeichnet oder abhängig von den verfügbaren Einstellungen blockiert werden.

Das ist im Alltag durchaus praktisch. Schließlich möchte man nicht jeden unbekannten Anruf ignorieren. Vielleicht steckt dahinter eine Werkstatt, ein Paketdienst oder ein wichtiger Rückruf.

Die App kann solche Anrufe zumindest teilweise besser einordnen.

Unter iOS werden die entsprechenden Listen über die systemeigene Anruferkennung eingebunden. Die App muss deshalb nicht ständig sichtbar geöffnet sein.

Allerdings sollte man bedenken, dass die Erkennung nur so gut sein kann wie die zugrunde liegenden Rufnummerndaten. Unbekannte oder neu verwendete Nummern werden möglicherweise nicht erkannt.

Mein Tipp: Zunächst nur die Anruferkennung und Spamwarnungen aktivieren. Automatisches Blockieren würde ich erst einschalten, wenn klar ist, dass keine wichtigen Anrufe verloren gehen.

Samsung und Google haben bereits eigene Spamfilter

Wer ein Android-Smartphone verwendet, benötigt möglicherweise überhaupt keine zusätzliche Anwendung.

Viele Samsung-Geräte bieten mit Smart Call bereits eine integrierte Anruferkennung. Damit können unbekannte Unternehmen identifiziert und verdächtige Nummern als Spam markiert werden.

Die Funktion findet sich auf unterstützten Geräten in den Einstellungen der Telefon-App unter „Anrufer-ID und Spamschutz“.

Auch Googles Telefon-App verfügt über entsprechende Schutzmechanismen.

Je nach Smartphone und Region können verdächtige Anrufe erkannt, gekennzeichnet oder automatisch gefiltert werden.

Besonders interessant finde ich die Möglichkeit, Spam direkt vom Smartphone aussortieren zu lassen, bevor man selbst reagieren muss.

Welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, hängt allerdings vom verwendeten Gerät, der Telefon-App und der jeweiligen Softwareversion ab.

Google Pixel und iPhone können Anrufer sogar befragen

Noch einen Schritt weiter gehen die intelligenten Anruffilter von Google und Apple.

Auf unterstützten Pixel-Smartphones kann Google Call Screen unbekannte Anrufer automatisch nach ihrem Anliegen fragen. Die Antworten werden anschließend als Text auf dem Smartphone angezeigt.

Auch Apple bietet auf unterstützten iPhones eine Funktion an, bei der unbekannte Anrufer zunächst ihren Namen und den Grund ihres Anrufs nennen müssen.

So lässt sich besser einschätzen, ob man das Gespräch überhaupt annehmen möchte.

Das klingt zunächst nach einer ziemlich guten Lösung gegen Telefonspam.

Ganz ohne Nachteile ist sie allerdings nicht.

In der Reddit-Diskussion berichten einige Nutzer davon, dass auch seriöse Anrufer wieder auflegen, sobald sie mit einem automatischen Assistenten sprechen müssen.

Gerade Arztpraxen, Behörden oder andere Einrichtungen haben möglicherweise weder die Zeit noch die Möglichkeit, einem Sprachassistenten ausführlich zu antworten.

Auch die automatische Umwandlung von Sprache in Text funktioniert nicht immer fehlerfrei.

Deshalb würde ich solche Funktionen vor allem dann verwenden, wenn wirklich regelmäßig unerwünschte Anrufe eingehen.

Wer häufig wichtige Rückrufe von unbekannten Nummern erwartet, sollte vorsichtiger sein.

PhoneBlock: Interessant für die FRITZ!Box

Eine weitere Lösung, die in der Diskussion mehrfach angesprochen wird, heißt PhoneBlock.

Der Dienst setzt auf eine gemeinschaftlich gepflegte Datenbank mit Telefonnummern, die durch unerwünschte Anrufe aufgefallen sind.

Besonders interessant ist PhoneBlock für Nutzer einer FRITZ!Box.

Dort lassen sich entsprechende Sperrlisten einbinden, sodass bekannte Spamnummern bereits am Router abgefangen werden können.

Das hat einen angenehmen Vorteil: Das Telefon klingelt bei blockierten Nummern im besten Fall gar nicht erst.

Es gibt auch Möglichkeiten, PhoneBlock auf Smartphones zu nutzen. Allerdings sind nicht alle Varianten gleich komfortabel.

Bei einer Methode für das iPhone werden beispielsweise größere Mengen bekannter Spamnummern als Kontakte synchronisiert.

Das kann das Adressbuch unnötig aufblähen und bei einer Synchronisierung über mehrere Geräte schnell unübersichtlich werden.

Für eine FRITZ!Box würde ich PhoneBlock durchaus näher anschauen. Auf dem iPhone wären für mich zunächst die integrierten Funktionen und eine normale Anruferkennungs-App die einfachere Wahl.

SpamBlocker: Mehr Kontrolle für Android-Nutzer

Wer sein Smartphone gerne bis ins Detail konfiguriert, könnte mit SpamBlocker glücklich werden.

Die Open-Source-App ist unter anderem über F-Droid verfügbar und bietet deutlich mehr Möglichkeiten als einfache Spamwarnungen.

Beispielsweise lassen sich Rufnummern anhand bestimmter Muster filtern. Auch Regeln für Nummernbereiche, wiederholte Anrufe und weitere Kriterien sind möglich.

Zusätzlich können externe Spam-Datenbanken eingebunden werden.

Gerade für technisch versierte Android-Nutzer oder Menschen, die GrapheneOS verwenden, ist das eine interessante Alternative.

Allerdings muss man sich mit den Einstellungen beschäftigen.

Außerdem bedeutet Open Source nicht automatisch, dass eine App keinerlei Berechtigungen benötigt. Je nach genutzten Funktionen kann Zugriff auf Anrufinformationen, Kontakte oder andere Smartphone-Daten erforderlich sein.

Für jemanden, der nur gelegentlich einen Werbeanruf bekommt, wäre mir eine solche Lösung persönlich etwas zu aufwendig.

Auch der Mobilfunkanbieter kann Spam erkennen

Bevor man mehrere Apps ausprobiert, lohnt sich ein Blick auf den eigenen Mobilfunkanbieter.

Einige Netzbetreiber bieten inzwischen Funktionen an, die auffällige Telefonnummern erkennen und vor möglichen Spamanrufen warnen.

In der Reddit-Diskussion werden unter anderem Telekom und Vodafone genannt.

Wie zuverlässig diese Erkennung arbeitet, lässt sich allerdings nicht pauschal sagen.

Einige Nutzer berichten von guten Ergebnissen, andere finden die Erkennung zusätzlicher Apps deutlich besser.

Solche Erfahrungen sind interessant, ersetzen aber keinen unabhängigen Vergleich.

Trotzdem ist der Schutz auf Netzebene eine sinnvolle zusätzliche Möglichkeit, gerade weil dafür nicht unbedingt eine weitere App installiert werden muss.

Sollte man unbekannte Nummern grundsätzlich blockieren?

Hier wäre ich vorsichtig.

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen einer unbekannten und einer unterdrückten Rufnummer.

Eine unbekannte Nummer wird ganz normal angezeigt, ist aber nicht im eigenen Adressbuch gespeichert.

Bei einer unterdrückten Nummer wird dagegen überhaupt keine Telefonnummer übermittelt.

Manche Mobilfunkanbieter ermöglichen es, solche anonymen Anrufe grundsätzlich abzuweisen.

Das kann hilfreich sein, wenn man besonders häufig entsprechende Spam-Anrufe erhält.

Allerdings verwenden auch seriöse Einrichtungen gelegentlich unterdrückte Rufnummern. Dazu können beispielsweise Krankenhäuser, Arztpraxen oder Behörden gehören.

Eine vollständige Sperre kann deshalb dazu führen, dass wichtige Rückrufe nicht mehr ankommen.

Ähnliches gilt für das pauschale Blockieren internationaler Vorwahlen.

Wer beispielsweise sämtliche Anrufe aus Großbritannien sperrt, verhindert damit nicht nur mögliche Spam-Anrufe, sondern auch legitime Gespräche aus diesem Land.

Außerdem können Betrüger die angezeigte Rufnummer manipulieren.

Manchmal reicht es, einfach nicht abzuheben

Nicht jede technische Lösung muss besonders kompliziert sein.

Eine der einfachsten Methoden gegen unerwünschte Anrufe besteht darin, unbekannte Nummern zunächst nicht anzunehmen.

Wer ein wichtiges Anliegen hat, kann gegebenenfalls eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen oder auf anderem Weg Kontakt aufnehmen.

Natürlich funktioniert das nicht in jeder Situation. Manche seriösen Anrufer hinterlassen keine Nachricht und versuchen es auch nicht erneut.

Trotzdem kann diese Vorgehensweise helfen, vor allem wenn man nur gelegentlich verdächtige Anrufe erhält.

Wichtig ist auch, unbekannte Rufnummern nicht vorschnell zurückzurufen.

Besonders bei ungewöhnlichen internationalen Nummern sollte man zunächst prüfen, ob der Anruf plausibel erscheint. Hinter bestimmten Rückrufmaschen können kostenpflichtige Verbindungen stecken.

Und wenn man doch einmal abhebt, gilt: Keine Passwörter, TANs oder anderen sensiblen Informationen an unbekannte Anrufer weitergeben.

Welche Lösung würde ich empfehlen?

Das hängt vor allem davon ab, welches Smartphone verwendet wird und wie häufig unerwünschte Anrufe auftreten.

Auf einem Samsung-Gerät würde ich zunächst Smart Call aktivieren. Bei einem Google Pixel wären der integrierte Spamschutz und gegebenenfalls Call Screen meine erste Wahl.

Auf einem iPhone würde ich die eingebauten Filtermöglichkeiten prüfen und bei Bedarf Das Örtliche als zusätzliche Anruferkennung ausprobieren.

Wer eine FRITZ!Box besitzt und besonders am Festnetz regelmäßig Werbeanrufe bekommt, sollte sich PhoneBlock ansehen.

Für technisch versierte Android-Nutzer bietet SpamBlocker deutlich mehr Kontrolle.

Ich würde allerdings nicht sofort mehrere Schutzlösungen gleichzeitig installieren. Besser ist es, zunächst mit den vorhandenen Möglichkeiten zu beginnen und anschließend zu schauen, ob überhaupt noch zusätzlicher Bedarf besteht.

Fazit: Weniger Spam-Anrufe ohne unnötig komplizierte Einstellungen

Die Reddit-Diskussion zeigt ziemlich gut, dass es inzwischen viele Möglichkeiten gibt, sich gegen unerwünschte Telefonanrufe zu schützen.

Vom einfachen Spamfilter über gemeinschaftlich gepflegte Sperrlisten bis hin zu intelligenten Anrufassistenten ist einiges möglich.

Eine hundertprozentige Lösung gibt es allerdings nicht.

Neue Spamnummern können zunächst unerkannt bleiben, angezeigte Telefonnummern lassen sich manipulieren und besonders strenge Filter können auch seriöse Anrufer aussortieren.

Mein Fazit: Der beste Schutz ist eine vernünftige Kombination aus automatischer Spam-Erkennung und etwas gesundem Misstrauen.

Ich würde zuerst die vorhandenen Funktionen des Smartphones nutzen, danach bei Bedarf eine zusätzliche Anruferkennung aktivieren und erst bei wirklich hartnäckigem Spam zu strengeren Sperren greifen.

Denn am Ende soll das Smartphone wieder das tun, wofür es eigentlich gedacht ist: erreichbar sein, wenn jemand tatsächlich etwas Wichtiges möchte – und ansonsten möglichst seine Ruhe geben.

Quellen

Reddit – Diskussion in r/de_EDV: Kleiner Tipp gegen Telefonspam und unbekannte Anrufer

https://www.reddit.com/r/de_EDV/comments/1xlh0lv/kleiner_tipp_gegen_telefonspam_und_unbekannte/

Das Örtliche – Telefonbuch und Anruferkennung

https://www.dasoertliche.de/

PhoneBlock – Communitybasierter Schutz gegen Spam-Anrufe

https://phoneblock.net/phoneblock/

F-Droid – SpamBlocker für Android

https://f-droid.org/packages/spam.blocker/