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Rufus 4.16 Beta behebt hartnäckigen UEFI-NTFS-Fehler und verbessert USB-Erkennung

KI-Generiertes Foto

Wer regelmäßig Windows oder Linux über einen USB-Stick installiert, dürfte Rufus kennen. Das kostenlose Werkzeug gehört seit Jahren zu den beliebtesten Möglichkeiten, bootfähige Installationsmedien zu erstellen.

Mit Rufus 4.16 Beta hat Entwickler Pete Batard jetzt eine neue Testversion veröffentlicht, die mehrere interessante Verbesserungen mitbringt.

Besonders bemerkenswert ist die Behebung eines hartnäckigen Kompatibilitätsproblems mit bestimmten UEFI-Firmware-Versionen. Der Fehler kann dafür sorgen, dass Dateien auf einem NTFS-formatierten USB-Stick beim Starten desneriertes Foto Rechners nicht korrekt gelesen werden.

Laut Entwickler könnten davon Millionen Computer betroffen sein. Zusätzlich verbessert Rufus die Erkennung moderner USB-Geräte, behebt mehrere Fehler bei der Windows-Installation und erweitert die Anpassungsmöglichkeiten für Windows 11.

Rufus behebt einen Fehler, der Millionen PCs betreffen könnte

Die wichtigste Änderung in Rufus 4.16 betrifft einen Fehler im NTFS-Treiber bestimmter UEFI-Firmware-Versionen.

Konkret geht es um den AMI-UEFI-NTFS-Treiber in der Version 0x10000.

Dieser stammt von American Megatrends und kommt in Firmware-Umgebungen unterschiedlicher PC- und Mainboardhersteller zum Einsatz.

Dazu gehören unter anderem Geräte von ASUS, Gigabyte, Dell und Intel.

Das Problem besteht darin, dass der Treiber unter bestimmten Voraussetzungen falsche Daten aus einer Datei liest.

Besonders kritisch wird das bei bootfähigen USB-Sticks, die mit NTFS formatiert wurden.

Denn während Windows oder Linux die betreffenden Dateien möglicherweise völlig korrekt lesen können, liefert derselbe Datenträger beim Zugriff über die UEFI-Firmware fehlerhafte Ergebnisse.

Dadurch können beispielsweise Prüfsummen nicht mehr übereinstimmen, obwohl die eigentlichen Dateien auf dem USB-Stick gar nicht beschädigt sind.

Genau dieses Verhalten hatte der Rufus-Entwickler bei der Überprüfung bootfähiger Installationsmedien festgestellt.

Warum der NTFS-Treiber falsche Daten liest

Die technische Ursache ist etwas komplizierter, lässt sich aber relativ einfach erklären.

Dateien werden auf einem Datenträger nicht zwangsläufig an einer einzigen zusammenhängenden Stelle gespeichert.

Eine größere Datei kann aus mehreren Datenbereichen bestehen, die an unterschiedlichen Positionen liegen.

Man spricht dann von einer fragmentierten Datei.

Normalerweise stellt das für ein Dateisystem kein Problem dar. Der zuständige Treiber weiß, wo sich die einzelnen Bestandteile befinden, und setzt sie beim Lesen korrekt zusammen.

Der betroffene AMI-Treiber macht dabei allerdings unter bestimmten Bedingungen einen Fehler.

Wenn ein Lesevorgang genau an der Grenze eines solchen Datenbereichs endet, kann der Treiber bei einem anschließenden Lesezugriff an der falschen Stelle fortfahren.

Das Ergebnis ist ziemlich unangenehm: Statt der eigentlich angeforderten Daten werden Informationen aus einem anderen Speicherbereich des Datenträgers geliefert.

Dabei muss nicht einmal eine Fehlermeldung erscheinen.

Die Daten sehen für die lesende Anwendung zunächst wie gewöhnliche Dateiinhalte aus, obwohl sie überhaupt nicht zur betreffenden Datei gehören.

Das kann unter anderem die Überprüfung von Installationsdateien beeinträchtigen.

Der Fehler wurde bereits 2024 gemeldet

Besonders ärgerlich ist die Vorgeschichte.

Pete Batard hatte den Fehler nach eigenen Angaben bereits Anfang 2024 an American Megatrends gemeldet.

Das Unternehmen bestätigte den Bericht offenbar, stellte jedoch keine Korrektur bereit.

Da der betreffende NTFS-Treiber Bestandteil verschiedener UEFI-Firmware-Versionen ist, wäre eine vollständige Behebung normalerweise über entsprechende Firmware-Updates der Gerätehersteller möglich.

Batard rechnet allerdings nicht damit, dass für sämtliche betroffenen Systeme solche Aktualisierungen erscheinen werden.

Schließlich sind viele der betroffenen Firmware-Versionen bereits seit längerer Zeit im Umlauf.

Aus meiner Sicht ist das ein gutes Beispiel dafür, wie unangenehm Fehler in grundlegenden Systemkomponenten werden können.

Ein einzelner fehlerhafter Treiber kann über Jahre hinweg in unterschiedlichen Geräten stecken, während Anwender und Softwareentwickler mit den Folgen zurechtkommen müssen.

Rufus 4.16 umgeht das Problem mit einem einfachen Trick

Da eine kurzfristige Korrektur des AMI-Treibers nicht zu erwarten ist, hat der Rufus-Entwickler einen anderen Weg gewählt.

Statt den fehlerhaften Treiber selbst zu verändern, sorgt Rufus beim Schreiben der Dateien dafür, dass deren Daten möglichst zusammenhängend auf dem NTFS-Datenträger abgelegt werden.

Dadurch lässt sich die problematische Situation vermeiden, bei der der UEFI-Treiber zwischen verschiedenen Dateibereichen wechseln muss.

Technisch wird dafür bereits beim Anlegen einer Datei versucht, den benötigten Speicherplatz entsprechend vorzubereiten.

Ein ähnliches Verfahren verwendet auch das bekannte Packprogramm 7-Zip bereits seit Version 17.0.

Ganz neu ist die Idee also nicht.

Für Rufus ist sie allerdings eine wichtige Verbesserung, weil dadurch die Überprüfung bootfähiger UEFI-Installationsmedien zuverlässiger funktionieren soll.

Eine Einschränkung bleibt: Ist ein Datenträger bereits sehr stark fragmentiert, kann möglicherweise nicht genügend zusammenhängender Speicherplatz bereitgestellt werden.

Wichtig ist außerdem, dass Rufus damit nicht den eigentlichen Fehler in der UEFI-Firmware repariert.

Die neue Version verhindert vielmehr, dass dieser Fehler bei entsprechend erstellten Installationsmedien überhaupt ausgelöst wird.

Für Anwender ist das trotzdem eine sinnvolle Lösung.

Rufus erkennt moderne USB-Geräte jetzt genauer

Neben dem NTFS-Problem hat Pete Batard die Erkennung moderner USB-Geräte verbessert.

Rufus kann nun auch neuere USB-Standards korrekt identifizieren und entsprechend anzeigen.

Dazu gehören:

USB-StandardMaximale nominelle Datenrate
USB 3.2 mit 20 Gbit/s20 Gbit/s
USB4 mit 40 Gbit/s40 Gbit/s
USB4 Version 2.080 Gbit/s

Damit lassen sich die gemeldeten Fähigkeiten moderner USB-Geräte besser unterscheiden.

Allerdings sollte man die angegebenen Werte nicht mit den tatsächlich erreichbaren Übertragungsgeschwindigkeiten verwechseln.

Wie schnell ein USB-Stick oder eine externe SSD arbeitet, hängt weiterhin von der verbauten Hardware, dem verwendeten Anschluss und verschiedenen anderen Faktoren ab.

Ein USB4-Anschluss mit einer nominellen Datenrate von 40 Gbit/s bedeutet also nicht automatisch, dass ein angeschlossener USB-Stick auch nur annähernd diese Geschwindigkeit erreicht.

Trotzdem ist die verbesserte Erkennung eine willkommene Ergänzung.

Gerade wenn mehrere USB-Laufwerke angeschlossen sind, ist eine möglichst genaue Geräteinformation durchaus hilfreich.

Verbesserungen bei der Windows-11-Installation

Rufus 4.16 Beta bringt außerdem verschiedene Fehlerkorrekturen für die Erstellung und Anpassung von Windows-Installationsmedien.

Dazu gehört eine Korrektur bei der optionalen unbeaufsichtigten Installation.

In bestimmten Fällen konnte die entsprechende Silent-Option aktiviert werden, obwohl nicht sämtliche erforderlichen Voraussetzungen erfüllt waren.

Dieses Verhalten wurde korrigiert.

Gerade bei dieser Funktion ist das wichtig, denn eine unbeaufsichtigte Windows-Installation kann automatisch Änderungen an vorhandenen Datenträgern vornehmen.

Man sollte deshalb genau wissen, welche Einstellungen aktiviert sind, bevor man einen entsprechend vorbereiteten USB-Stick verwendet.

Auch bei der Übernahme regionaler Windows-Einstellungen hat Microsofts Installationsumgebung in Verbindung mit Rufus gelegentlich Schwierigkeiten verursacht.

Rufus 4.16 korrigiert unter anderem doppelte Zeitzoneneinträge bei nicht englischsprachigen Installationen.

Außerdem können Punkte in lokalen Windows-Benutzernamen wieder berücksichtigt werden.

Das sind zwar keine besonders spektakulären Änderungen, sie können bei der Vorbereitung individueller Windows-11-Installationsmedien aber durchaus relevant sein.

Klassisches Windows-11-Kontextmenü lässt sich wiederherstellen

Eine interessante Neuerung betrifft die Anpassungsmöglichkeiten von Windows 11.

Rufus bietet bereits verschiedene Optionen, um eine Windows-Installation nach persönlichen Vorstellungen vorzubereiten.

In Version 4.16 Beta kommt eine weitere Möglichkeit hinzu.

Über die sogenannten Quality-of-Life-Verbesserungen lässt sich künftig auch das klassische Rechtsklick-Kontextmenü von Windows wiederherstellen.

Damit kann das ältere Kontextmenü verwendet werden, ohne dass man nach der Installation selbst entsprechende Änderungen vornehmen muss.

Gerade diese Option dürfte einige Nutzer freuen.

Das modernisierte Kontextmenü von Windows 11 ist zwar optisch aufgeräumter, versteckt aber bestimmte Funktionen hinter einem zusätzlichen Menüpunkt.

Wer regelmäßig mit Dateien arbeitet, empfindet das nicht unbedingt als Verbesserung.

Ich persönlich finde solche optionalen Anpassungen sinnvoll. Schließlich sollte jeder selbst entscheiden können, welche Bedienoberfläche für den eigenen Arbeitsalltag am besten funktioniert.

Weitere Fehlerkorrekturen in Rufus 4.16 Beta

Neben den größeren Neuerungen enthält das Update eine Reihe zusätzlicher Verbesserungen.

Dazu gehören unter anderem:

  • UEFI-Prüfung: Aktualisierte Zertifikatsdateien aus dem Jahr 2023 werden bei der Laufzeitüberprüfung von Installationsmedien korrekt berücksichtigt.

  • EFI-Systempartition: Ein Fehler wurde behoben, bei dem die Option „Write as ESP“ versehentlich das gesamte Laufwerk statt der vorgesehenen 1-GB-Partition verwendete.

  • USB-Laufwerke: Die Einbindung und erneute Bereitstellung von Partitionen bei RAW-Abbildern wurde verbessert.

  • Windows-Formatierungsdialog: Rufus verzichtet auf einen problematischen Eingriff über Gruppenrichtlinien, wenn die Windows-Nachfrage zum Formatieren eines Laufwerks unterdrückt werden soll.

  • GRUB: Der integrierte Bootloader wurde auf Version 2.16 aktualisiert.

  • libcdio: Die verwendete Bibliothek wurde aktualisiert.

  • UEFI-Sicherheit: Die offiziellen DBX-Adressen wurden an Änderungen von Microsoft angepasst.

Darüber hinaus hat der Entwickler mehrere gemeldete Sicherheitslücken innerhalb von Rufus behoben.

Damit ist das Update nicht nur für Nutzer interessant, die regelmäßig Windows-11-Installationsmedien erstellen.

Auch bei Linux-Installationen und anderen bootfähigen USB-Medien können die Anpassungen relevant sein.

Ist Rufus 4.16 bereits als stabile Version verfügbar?

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung am 30. Oktober 2026 handelt es sich bei Rufus 4.16 noch um eine Betaversion.

Die neue Version trägt die Buildnummer 4.16.2434 Beta.

Sie kann bereits über das offizielle GitHub-Projekt heruntergeladen und ausprobiert werden.

Wer die beschriebenen Verbesserungen benötigt, kann die Testversion verwenden.

Allerdings sollte man berücksichtigen, dass Betaversionen noch Fehler enthalten können, die erst vor der endgültigen Veröffentlichung behoben werden.

Gerade bei einem Werkzeug, das Partitionen verändert und Datenträger formatiert, ist etwas Vorsicht sinnvoll.

Ich würde deshalb grundsätzlich kontrollieren, ob tatsächlich das richtige USB-Laufwerk ausgewählt wurde.

Außerdem sollte man wichtige Dateien vorher sichern, da beim Erstellen eines bootfähigen Installationsmediums vorhandene Daten auf dem ausgewählten Laufwerk gelöscht werden können.

Wer Rufus nur gelegentlich verwendet und aktuell keine Probleme hat, kann auch auf die finale Version 4.16 warten.

Fazit: Rufus verbessert vor allem die Zuverlässigkeit

Mit Rufus 4.16 Beta veröffentlicht Pete Batard ein Update, das auf den ersten Blick eher unspektakulär wirkt.

Tatsächlich steckt aber eine wichtige technische Verbesserung dahinter.

Der Workaround für den fehlerhaften AMI-UEFI-NTFS-Treiber kann verhindern, dass bootfähige Installationsmedien aufgrund falsch gelesener Dateien bei der Überprüfung Probleme verursachen.

Dass ein solcher Fehler offenbar seit 2024 bekannt ist und von Rufus nun auf Anwendungsebene umgangen werden muss, ist schon bemerkenswert.

Positiv finde ich außerdem die genauere Erkennung moderner USB-Geräte und die zusätzlichen Anpassungsmöglichkeiten für Windows 11.

Besonders die Wiederherstellung des klassischen Kontextmenüs dürfte für einige Nutzer interessant sein.

Rufus 4.16 Beta ist damit ein sinnvolles Wartungsupdate, das vor allem die Zuverlässigkeit und Kompatibilität bootfähiger USB-Medien verbessert.

Wer regelmäßig eigene Windows- oder Linux-Installationssticks erstellt, sollte die Entwicklung im Auge behalten.

Für den produktiven Einsatz ohne besonderen Zeitdruck bleibt die endgültige Version allerdings die vernünftigere Wahl.

Quellen

Rufus – GitHub, 30. Oktober 2026
Rufus 4.16 Beta – offizielle Versionshinweise und Änderungen
https://github.com/pbatard/rufus/releases/tag/v4.16_BETA

Pete Batard – Technische Analyse des AMI-NTFS-Fehlers
AmiNtfsBug – Beschreibung, Reproduktion und technische Hintergründe des Firmwarefehlers
https://github.com/pbatard/AmiNtfsBug

Neowin – 30. Oktober 2026
Rufus brings improved USB reporting, fixes NTFS bug affecting millions of PCs
https://www.neowin.net/news/rufus-brings-improved-usb-reporting-fixes-ntfs-bug-affecting-millions-of-pcs/

Rufus – Offizielle Projektwebseite
https://rufus.ie/de/