Microsoft rudert zurück: Erweiterte Personenkarten bleiben im klassischen Outlook erhalten

Microsoft hat eine geplante Änderung für das klassische Outlook wieder kassiert. Die erweiterten Personenkarten, die eigentlich künftig nur noch im neuen Outlook verfügbar sein sollten, bleiben nun doch im klassischen Outlook erhalten.
Damit reagiert Microsoft offenbar auf die deutliche Kritik vieler Nutzer, die in der geplanten Änderung vor allem eines gesehen haben: eine künstliche Verschlechterung von Outlook Classic, um den Wechsel auf das neue Outlook attraktiver zu machen.
Was Microsoft ursprünglich vorhatte
Microsoft plante seit mehreren Monaten, die Personenkarten im klassischen Outlook zu vereinfachen.
Statt der bisherigen ausführlichen Ansicht mit zusätzlichen Informationen sollte Outlook Classic künftig nur noch eine reduzierte Variante anzeigen.
Die erweiterte Personenkarte sollte dagegen exklusiv dem neuen Outlook vorbehalten bleiben.
Genau das sorgte bei vielen Nutzern für Unverständnis.
Denn hier ging es nicht darum, eine veraltete Funktion zu ersetzen oder technisch neu aufzubauen. Vielmehr sollte eine bestehende Funktion bewusst aus dem klassischen Outlook entfernt werden.
Nutzer sahen darin vor allem Druck zum Wechsel
Microsoft begründete die geplante Änderung damit, Outlook Classic vereinfachen und stärker an andere Office-Anwendungen angleichen zu wollen.
Viele Anwender glaubten diese Begründung allerdings nicht so recht.
Der Vorwurf war ziemlich naheliegend: Wenn das neue Outlook mehr Funktionen haben soll, wirkt es natürlich attraktiver – besonders dann, wenn Microsoft diese Funktionen vorher aus der klassischen Variante entfernt.
Gerade weil das neue Outlook bei vielen Administratoren und Power-Usern weiterhin nicht besonders beliebt ist, kam dieser Schritt entsprechend schlecht an.
Microsoft hatte die Änderung bereits pausiert
Bereits im Juli hatte Microsoft die Einführung gestoppt.
Damals war allerdings noch nicht klar, ob die Änderung nur verschoben oder wirklich aufgegeben wird.
Jetzt hat Microsoft die zugehörige Mitteilung MC1269210 aktualisiert und erklärt, dass man die Änderung derzeit nicht weiterverfolgen wird.
Das klingt zwar bewusst etwas vorsichtig formuliert, dürfte in der Praxis aber bedeuten, dass die geplante Einschränkung vorerst vom Tisch ist.
Outlook Classic behält die detaillierte Personenansicht
Für Nutzer des klassischen Outlook bedeutet das:
Die ausführlichen Personenkarten bleiben erhalten.
Damit stehen weiterhin zusätzliche Informationen zu Kontakten und Personen direkt in Outlook zur Verfügung, ohne dass dafür zwingend auf das neue Outlook gewechselt werden muss.
Für viele Nutzer ist das sicherlich die angenehmere Lösung.
Der Druck Richtung neues Outlook bleibt trotzdem
Wer jetzt hofft, dass Microsoft seine Strategie beim neuen Outlook grundsätzlich geändert hat, dürfte allerdings enttäuscht werden.
Microsoft versucht weiterhin, möglichst viele Nutzer zum Wechsel auf das neue Outlook zu bewegen.
Das Unternehmen hebt regelmäßig neue Funktionen hervor, passt das Design an und versucht, klassische Outlook-Nutzer schrittweise an die neue Anwendung heranzuführen.
Der Unterschied ist nur: In diesem Fall hat Microsoft offenbar eingesehen, dass das Entfernen einer bestehenden Funktion im klassischen Outlook nicht besonders gut ankommt.
Das ist eigentlich eine gute Entscheidung
Ganz unabhängig davon, welches Outlook man bevorzugt: Eine neue Anwendung sollte Nutzer durch bessere Funktionen, bessere Bedienung und echten Mehrwert überzeugen.
Bestehende Funktionen aus einer alten Version zu entfernen, nur damit die neue Variante attraktiver wirkt, ist dagegen selten eine gute Idee.
Deshalb ist es positiv, dass Microsoft hier zurückrudert.
Fazit
Die erweiterten Personenkarten bleiben im klassischen Outlook erhalten.
Microsoft hatte ursprünglich geplant, die ausführliche Ansicht zu entfernen und exklusiv im neuen Outlook anzubieten. Nach deutlicher Kritik wurde die Änderung zunächst pausiert und nun offenbar ganz aufgegeben.
Für Nutzer von Outlook Classic ist das eine gute Nachricht.
Der Wechsel auf das neue Outlook bleibt damit weiterhin eine Entscheidung, die aufgrund echter Vorteile getroffen werden kann – und nicht, weil Microsoft dem klassischen Outlook Stück für Stück Funktionen wegnimmt.