Windows 11: Microsoft zieht geplante PC-zu-PC-Migration wieder zurück

Eigentlich sollte Windows 11 den Umzug auf einen neuen PC deutlich einfacher machen. Microsoft hatte dafür seit 2025 eine direkte PC-zu-PC-Migration getestet, mit der sich Dateien und Einstellungen während der Einrichtung auf einen neuen Rechner übertragen lassen sollten.
Jetzt ist damit offenbar Schluss.
In den aktuellen Windows-11-Release-Preview-Builds 26100.9539 und 26200.9539 hat Microsoft die Funktion wieder entfernt. Im Änderungsprotokoll heißt es schlicht, dass PC-to-PC Migration nicht mehr verfügbar ist.
Direkter Umzug von altem auf neuen PC war lange in Arbeit
Microsoft hatte die Funktion erstmals 2025 innerhalb der Windows-Backup-App getestet.
Die Idee war eigentlich ziemlich sinnvoll: Alter und neuer Rechner sollten miteinander gekoppelt werden können, um Daten und Einstellungen direkt zu übertragen.
Geplant war unter anderem, dass sich während der Einrichtung des neuen PCs Inhalte vom bisherigen Windows-Rechner übernehmen lassen.
Die ersten Bestandteile davon waren bereits sichtbar:
Startseite für die Migration
Kopplung zwischen zwei PCs
Vorbereitung für Dateiübertragungen
Übernahme bestimmter Einstellungen
Teile der Oberfläche landeten später sogar bei normalen Windows-11-24H2-Nutzern.
Eine wirklich vollständige Migrationserfahrung wurde allerdings nie allgemein freigeschaltet.
Microsoft entfernt die Funktion jetzt komplett
Mehr als ein Jahr später scheint Microsoft das Projekt nun beendet zu haben.
In den aktuellen Release-Preview-Versionen wurde die Funktion entfernt und Microsoft verweist stattdessen wieder auf Windows Backup.
Eine Begründung dafür gibt es bislang nicht.
Auch einen Hinweis darauf, dass die PC-zu-PC-Migration später in anderer Form zurückkommen könnte, nennt Microsoft derzeit nicht.
Damit sieht es momentan eher nach einer endgültigen Entscheidung aus als nach einer kurzen Pause.
Windows Backup bleibt die offizielle Lösung
Wer auf einen neuen PC umzieht, soll weiterhin die Windows-Backup-Funktion verwenden.
Damit können je nach Konfiguration unter anderem folgende Dinge gesichert und auf einem neuen Gerät wiederhergestellt werden:
unterstützte Dateien
Windows-Einstellungen
Zugangsdaten
bestimmte App-Informationen
mit dem Microsoft-Konto verknüpfte Daten
Der große Unterschied: Die Daten werden nicht direkt vom alten auf den neuen Rechner übertragen.
Stattdessen läuft vieles über das Microsoft-Konto beziehungsweise die vorhandene Sicherung.
Direkte Übertragung wäre trotzdem praktisch gewesen
Gerade für Nutzer mit vielen lokalen Dateien wäre die direkte PC-zu-PC-Migration durchaus interessant gewesen.
Man hätte nicht erst alles in eine Cloud laden oder manuell über externe Festplatten kopieren müssen.
Auf der anderen Seite hat die klassische Windows-Backup-Lösung auch Vorteile: Beide Rechner müssen nicht gleichzeitig eingeschaltet sein und auch keine stabile Direktverbindung zueinander halten.
Ob genau das der Grund für Microsofts Entscheidung war, ist allerdings reine Spekulation. Microsoft selbst hat dazu nichts gesagt.
Nicht jede Insider-Funktion schafft es in Windows
Die Sache zeigt auch wieder ganz gut, wie Microsoft mit neuen Windows-Funktionen umgeht.
Was in Insider- oder Preview-Builds auftaucht, ist nicht automatisch für die finale Version gesetzt.
Funktionen werden getestet, verändert, verschoben oder manchmal einfach wieder gestrichen.
Zuletzt hatte Microsoft bereits andere experimentelle Windows-Funktionen zurückgezogen.
Fazit
Die direkte PC-zu-PC-Migration für Windows 11 ist vorerst Geschichte.
Microsoft hat die Funktion aus den aktuellen Release-Preview-Builds entfernt und verweist wieder auf Windows Backup.
Für Nutzer bedeutet das: Wer auf einen neuen Rechner wechselt, muss vorerst weiterhin über Windows Backup, Cloud-Dienste, externe Laufwerke oder eine manuelle Datenübertragung arbeiten.
Schade ist das vor allem deshalb, weil die Funktion grundsätzlich sinnvoll klang und bereits länger getestet wurde.
Ob Microsoft irgendwann mit einer überarbeiteten Variante zurückkommt, ist derzeit offen.