Windows 11

Windows 11 26H2: Diese Neuerungen kommen auf uns zu

KI-Generiertes Foto

Bei Windows 11 tut sich aktuell einiges. Microsoft arbeitet an mehreren Änderungen, die das System an vielen kleinen Stellen angenehmer machen sollen – von einer überarbeiteten Suche über mehr Kontrolle bei Datenschutz und Updates bis hin zu einer flexibleren Taskleiste.

Dabei ist allerdings wichtig: Nicht alles davon gehört ausschließlich zu Windows 11 26H2. Microsoft verteilt viele Neuerungen inzwischen unabhängig vom großen Versionswechsel über monatliche Updates und sogenannte Controlled Feature Rollouts. Einige Funktionen sind deshalb schon verfügbar, andere stecken noch im Insider-Test und wiederum andere werden erst nach und nach freigeschaltet.

Windows 11 26H2 ist kein klassisches großes Upgrade

Windows 11 26H2 wird als Enablement Package verteilt und verwendet dieselbe Servicing-Basis wie Windows 11 24H2 und 25H2. Deshalb gibt es diesmal keinen einzelnen Tag, an dem plötzlich sämtliche neuen Funktionen gleichzeitig auf dem Rechner landen.

Wer sich Windows 11 26H2 schon jetzt genauer ansehen möchte, findet bei mir bereits eine ausführliche Anleitung:

Windows 11 26H2: Upgrade auf Build 26300.9278 und eigene ISO erstellen

Dort zeige ich, wie man sich Windows 11 26H2 herunterladen beziehungsweise eine eigene ISO erstellen kann und wie das Upgrade durchgeführt wird.

Das Kontextmenü wird endlich wieder praktischer

Eine der interessanteren Änderungen betrifft das Rechtsklick-Menü.

Microsoft arbeitet an einem überarbeiteten Kontextmenü, bei dem die häufig kritisierte Schaltfläche „Weitere Optionen anzeigen“ standardmäßig verschwinden soll. Die wichtigsten Befehle sind dadurch wieder direkt erreichbar.

Zusätzlich soll sich das Menü stärker anpassen lassen. Nutzer können beispielsweise entscheiden, welche integrierten Befehle angezeigt werden oder ob Erweiterungen von Programmen direkt im Hauptmenü oder lieber in einem Untermenü landen.

Gerade wer sich seit Windows 11 über den zusätzlichen Klick im Kontextmenü ärgert, dürfte diese Änderung begrüßen.

Mehr Datenschutz für klassische Windows-Programme

Auch beim Datenschutz geht Microsoft einen sinnvollen Schritt weiter.

Bisher werden klassische Win32-Programme bei Berechtigungen wie Kamera oder Mikrofon relativ grob behandelt. Microsoft testet nun eine Steuerung pro Anwendung. Dadurch soll künftig beispielsweise Discord Zugriff auf das Mikrofon bekommen können, während ein anderes Desktop-Programm blockiert bleibt.

Das kennt man im Prinzip bereits von Smartphones – und eigentlich ist es erstaunlich, dass Windows bei klassischen Desktop-Programmen erst jetzt stärker in diese Richtung geht.

Die Taskleiste wird wieder flexibler

Microsoft arbeitet außerdem weiter an der Windows-11-Taskleiste.

Geplant beziehungsweise bereits in Entwicklung sind unter anderem mehr Möglichkeiten bei der Positionierung. Die Taskleiste soll sich wieder an verschiedenen Bildschirmrändern platzieren lassen. Außerdem kann sie kleiner dargestellt werden, um weniger Platz auf dem Bildschirm zu verbrauchen.

Damit bekommt Windows 11 langsam einige Anpassungsmöglichkeiten zurück, die viele Nutzer seit dem Wechsel von Windows 10 vermisst haben.

Windows-Suche wird deutlich aufgeräumter

Auch die Windows-Suche wurde in den vergangenen Jahren häufig kritisiert. Vor allem Web-Ergebnisse, Werbung und die teilweise mäßige Geschwindigkeit waren für viele Nutzer eher störend.

Microsoft hat die Suche inzwischen überarbeitet. Lokale Dateien, Programme und Einstellungen sollen bei passenden Treffern stärker in den Vordergrund rücken. Außerdem lassen sich Web-Vorschläge komplett deaktivieren, sodass die Suche wieder stärker als lokale Windows-Suche funktioniert.

Darüber hatte ich bereits separat berichtet. Für mich gehört das zu den sinnvolleren Änderungen, weil eine Windows-Suche in erster Linie schnell das finden sollte, was auf dem eigenen Rechner liegt.

Auch Tippfehler soll die Suche künftig besser verkraften.

Windows soll sich schneller anfühlen

Mit dem sogenannten Low Latency Profile arbeitet Microsoft außerdem an der gefühlten Reaktionsgeschwindigkeit von Windows.

Dabei werden bestimmte Aktionen im Vordergrund höher priorisiert, wenn Windows erkennt, dass der Nutzer gerade auf eine Reaktion wartet. Das betrifft beispielsweise das Startmenü oder Benachrichtigungen.

Die Funktion wurde zwar bereits veröffentlicht, ist aufgrund des schrittweisen Rollouts aber noch nicht auf jedem System verfügbar.

Gerade daran sieht man wieder gut, wie unübersichtlich Microsofts aktuelles Update-Modell geworden ist: Eine Funktion kann offiziell veröffentlicht sein und trotzdem Monate brauchen, bis sie wirklich bei allen ankommt.

Programme automatisch maximiert öffnen

Eine kleine Funktion, die im Alltag durchaus praktisch sein kann, ist „Apps maximiert öffnen“.

Die Einstellung befindet sich im Bereich:

Einstellungen → Barrierefreiheit → Visuelle Effekte

Ist die Option aktiviert, öffnet Windows neue Programmfenster automatisch maximiert.

Gedacht ist die Funktion unter anderem für Nutzer von Bildschirmvergrößerungen und anderen Hilfsmitteln. Sie kann aber natürlich jeder verwenden, der seine Programme ohnehin grundsätzlich im Vollbild beziehungsweise maximiert nutzt.

Windows-Updates länger pausieren

Microsoft arbeitet außerdem daran, die bisherige Begrenzung beim Pausieren von Windows Update aufzuweichen.

Aktuell lassen sich Updates normalerweise nur für einen begrenzten Zeitraum aussetzen. Künftig soll die Pause immer wieder verlängert werden können und damit praktisch ohne feste Obergrenze funktionieren.

Gerade für Nutzer, die mit einem bestimmten Update bewusst warten möchten, wäre das eine interessante Änderung.

Allerdings befindet sich diese Funktion weiterhin in Entwicklung. Wann sie tatsächlich bei allen Nutzern landet, ist derzeit noch nicht klar.

Emoji 17.0 kommt ebenfalls

Etwas weniger spektakulär, aber trotzdem erwähnenswert: Windows 11 erhält Unterstützung für Emoji 17.0.

Damit kommen neue Unicode-Emoji hinzu und einige bestehende Symbole werden optisch angepasst.

Keine Funktion, wegen der man Windows aktualisieren muss – aber eben eine der vielen kleinen Änderungen, die mit den kommenden Updates Einzug halten.

Warum sehe ich manche Funktionen noch nicht?

Das ist momentan wahrscheinlich die wichtigste Frage.

Microsoft verteilt neue Funktionen häufig über Controlled Feature Rollout (CFR). Dadurch werden Änderungen schrittweise für immer mehr Geräte freigeschaltet. Selbst wenn das benötigte Windows-Update bereits installiert ist, kann eine Funktion deshalb noch fehlen.

Bei einigen Funktionen lässt sich der Rollout mit Werkzeugen wie ViVeTool umgehen. Das würde ich allerdings nur Nutzern empfehlen, die genau wissen, was sie tun. Wer keine Eile hat, wartet besser auf die reguläre Freischaltung.

Fazit

Windows 11 25H2 und 26H2 bringen nicht unbedingt die eine große Neuerung, die alles verändert.

Stattdessen bessert Microsoft an vielen Stellen nach, über die sich Nutzer seit Jahren beschweren: Kontextmenü, Suche, Taskleiste, Datenschutz und Windows Update bekommen mehr Kontrolle und teilweise wieder mehr Flexibilität. Insgesamt geht die Entwicklung damit durchaus in die richtige Richtung.

Etwas nervig bleibt weiterhin Microsofts komplizierter Rollout. Manche Funktionen sind schon da, andere nur für Insider und wieder andere werden monatelang schrittweise verteilt.

Wer Windows 11 26H2 bereits herunterladen oder ausprobieren möchte, findet hier meine Anleitung mit ISO-Erstellung und Upgrade:

➡️ Windows 11 26H2 herunterladen, eigene ISO erstellen und Upgrade durchführen

Dort habe ich den kompletten Ablauf Schritt für Schritt beschrieben.