Microsoft

Microsoft Edge: IE-Modus hat nur noch bis mindestens Ende 2029 garantierte Unterstützung

KI-Generiertes Foto

Der Internet Explorer ist längst Geschichte – ganz verschwunden ist seine Technik aber noch nicht. Viele Unternehmen nutzen in Microsoft Edge weiterhin den sogenannten IE-Modus, um alte interne Webseiten und Anwendungen am Leben zu halten.

Microsoft erinnert Administratoren jetzt erneut daran, dass diese Übergangslösung nur bis mindestens Ende 2029 garantiert unterstützt wird.

Das klingt zunächst noch weit weg. Für größere Unternehmen mit alten Fachanwendungen kann die Zeit aber schneller knapp werden, als man denkt.

Wofür gibt es den IE-Modus überhaupt?

Der IE-Modus in Microsoft Edge ist im Grunde eine Brücke für alte Anwendungen.

Er ermöglicht es, Webseiten innerhalb von Edge mit der alten Internet-Explorer-Technik darzustellen. Dabei kommt weiterhin die aus dem Internet Explorer 11 bekannte Trident-/MSHTML-Engine zum Einsatz.

Dadurch funktionieren teilweise noch sehr alte Unternehmensanwendungen, die auf Technologien wie:

  • ActiveX

  • alte Intranet-Anwendungen

  • spezielle IE-Komponenten

  • ältere Web-Oberflächen

angewiesen sind.

Der eigentliche Internet Explorer muss dafür nicht mehr verwendet werden.

Nicht jede alte IE-Funktion wird unterstützt

Ganz gleichwertig mit dem früheren Internet Explorer ist der IE-Modus allerdings nicht.

Bestimmte Funktionen wie beispielsweise individuelle Browser-Toolbars werden nicht unterstützt.

Für viele Unternehmen reicht der Modus trotzdem aus, um ältere Anwendungen weiter zu betreiben, ohne sofort eine komplette Neuentwicklung durchführen zu müssen.

Microsoft garantiert Unterstützung nur bis mindestens Ende 2029

Microsoft hatte bereits 2021 angekündigt, den IE-Modus mindestens bis zum Ende des Jahres 2029 zu unterstützen.

Außerdem soll es mindestens ein Jahr vorher eine Ankündigung geben, falls die Funktion tatsächlich eingestellt wird.

Das bedeutet also nicht automatisch, dass am 1. Januar 2030 plötzlich alles nicht mehr funktioniert.

Aber:

Ab diesem Zeitpunkt gibt es keine langfristige Garantie mehr.

Und genau darauf weist Microsoft jetzt noch einmal deutlich hin.

Warum Microsoft schon jetzt zur Migration drängt

Microsoft schreibt im Microsoft-365-Admin-Center sinngemäß, dass Unternehmen mit der Modernisierung ihrer alten Anwendungen beginnen sollten.

Der Grund ist ziemlich nachvollziehbar:

Solche Migrationsprojekte können Jahre dauern.

Gerade bei alten Unternehmensanwendungen hängen oft noch viel mehr Dinge daran als nur eine Webseite.

Zum Beispiel:

  • alte Datenbanken

  • Schnittstellen zu anderen Systemen

  • spezielle Benutzerrechte

  • Abhängigkeiten zu Office oder ERP-Systemen

  • proprietäre ActiveX-Komponenten

  • sehr alte Fachanwendungen

  • interne Prozesse, die seit Jahren unverändert laufen

Wenn man erst kurz vor dem Supportende mit der Umstellung beginnt, kann es schnell unangenehm werden.

2029 ist für manche Unternehmen gar nicht mehr so weit weg

Für einen normalen PC-Nutzer wirken drei Jahre natürlich noch relativ komfortabel.

In einem Unternehmen sieht das anders aus.

Wenn eine kritische Anwendung seit 15 oder 20 Jahren läuft und auf mehreren Abteilungen basiert, kann eine saubere Ablösung sehr lange dauern.

Oft reicht es eben nicht, eine Webseite einfach „modern zu machen“.

Man muss eventuell:

  • die Anwendung komplett neu entwickeln

  • Schnittstellen anpassen

  • Daten migrieren

  • Benutzer schulen

  • Sicherheitsprüfungen durchführen

  • neue Infrastruktur aufbauen

  • alte Abhängigkeiten entfernen

Solche Projekte ziehen sich schnell über mehrere Jahre.

Was passiert nach dem Supportende?

Selbst wenn Microsoft den IE-Modus irgendwann offiziell einstellt, dürfte die Funktion nicht zwingend am nächsten Tag technisch komplett verschwinden.

Das eigentliche Problem ist eher:

Wenn Microsoft keine Unterstützung mehr zusichert, steigt das Risiko.

Dann können unter anderem auftreten:

  • Sicherheitsprobleme

  • Kompatibilitätsfehler

  • Schwierigkeiten bei neuen Windows- oder Edge-Versionen

  • Compliance-Probleme

  • fehlende Unterstützung durch Microsoft

Gerade in regulierten Unternehmensumgebungen kann das schnell relevant werden.

Internet Explorer bleibt trotzdem noch erstaunlich lange erhalten

Ganz weg ist Internet Explorer-Technik übrigens auch nach 2029 möglicherweise noch nicht.

Internet Explorer 11 ist beispielsweise weiterhin Bestandteil von Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021, das noch bis 2032 unterstützt wird.

Das zeigt ganz gut, wie lange solche Altlasten in Unternehmensumgebungen überleben können.

Trotzdem heißt das nicht, dass der Edge-IE-Modus genauso lange garantiert weiterläuft.

Was Administratoren jetzt tun sollten

Microsoft verlangt nicht, dass morgen alle alten Anwendungen abgeschaltet werden.

Aber jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um zumindest eine Bestandsaufnahme zu machen.

Ich würde prüfen:

  • Welche Anwendungen benötigen aktuell noch den IE-Modus?

  • Welche davon sind geschäftskritisch?

  • Welche verwenden ActiveX oder alte Browser-Technik?

  • Gibt es bereits moderne Alternativen?

  • Wer ist für die jeweilige Anwendung verantwortlich?

  • Wie lange würde eine Migration realistisch dauern?

  • Welche Systeme hängen davon ab?

Gerade größere Unternehmen sollten solche Abhängigkeiten jetzt dokumentieren, bevor sie später unter Zeitdruck reagieren müssen.

Der IE-Modus ist eine Übergangslösung – keine Dauerstrategie

Microsoft hat den IE-Modus nie als langfristige Zukunftstechnologie gedacht.

Er ist eine Kompatibilitätsbrücke, damit Unternehmen ihre alten Anwendungen nicht von heute auf morgen verlieren.

Genau darin liegt aber auch die Gefahr: Solange alles funktioniert, wird die Modernisierung gerne aufgeschoben.

Und irgendwann steht man plötzlich vor einem festen Enddatum.

Fazit

Microsoft erinnert Unternehmen erneut daran, dass der IE-Modus in Edge nur bis mindestens Ende 2029 garantiert unterstützt wird.

Das bedeutet nicht, dass Administratoren sofort handeln müssen.

Aber wer heute noch geschäftskritische Anwendungen betreibt, die auf alter Internet-Explorer-Technik basieren, sollte die Migration nicht mehr jahrelang vor sich herschieben.

Denn das eigentliche Problem ist weniger 2029 selbst.

Das Problem sind Anwendungen, deren Modernisierung mehrere Jahre dauern kann.

Und genau deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, damit anzufangen.