WhatsApp testet Warnung vor inoffiziellen Web-Clients

WhatsApp arbeitet an einer neuen Sicherheitsfunktion für Android. Künftig soll die App deutlicher warnen, wenn ein Konto über einen inoffiziellen WhatsApp-Web-Client verbunden wurde.
Die Warnung taucht im Bereich „Verknüpfte Geräte“ auf und soll Nutzer darauf hinweisen, besser auf die offizielle Web-Version von WhatsApp zu wechseln.
Das klingt zunächst nach einer kleinen Änderung, ist sicherheitstechnisch aber durchaus sinnvoll.
Worum geht es genau?
WhatsApp erkennt offenbar bereits heute, wenn ein Konto nicht über den offiziellen Web-Client verbunden wurde.
Neu ist die geplante Warnmeldung.
Wird ein Drittanbieter-Client oder eine veränderte Web-Version erkannt, erscheint im Bereich der verknüpften Geräte ein Hinweis, dass man zur offiziellen WhatsApp-Web-Version wechseln sollte.
Die Meldung kann zwar geschlossen werden, soll aber erneut erscheinen, solange weiterhin ein nicht offizieller Client verwendet wird.
Entdeckt wurde die Funktion in der Android-Beta 2.26.35.1. Noch ist sie allerdings in Entwicklung und deshalb nicht bei allen Beta-Nutzern sichtbar.
Was gilt als inoffizieller WhatsApp-Web-Client?
Damit sind nicht nur komplett eigenständige Programme gemeint.
Auch Browser-Erweiterungen oder andere Anwendungen, die WhatsApp Web in eine eigene Oberfläche einbauen oder verändern, können darunter fallen.
Solche Tools wirken auf den ersten Blick oft praktisch. Manche versprechen zusätzliche Funktionen, eine andere Oberfläche oder eine bequemere Bedienung.
Das Problem: Sobald eine fremde Software zwischen Nutzer und WhatsApp sitzt, muss man darauf vertrauen, dass diese Software verantwortungsvoll mit Nachrichten, Kontakten und anderen Daten umgeht.
WhatsApp selbst kann das bei einem Drittanbieter nicht kontrollieren.
Warum solche Clients problematisch sein können
Beim offiziellen WhatsApp Web ist klar, wer die Anwendung entwickelt und wie sie in das WhatsApp-System eingebunden ist.
Bei einem Drittanbieter sieht das anders aus.
Je nach Umsetzung könnte ein solcher Client theoretisch Daten abgreifen, bevor sie verschlüsselt werden oder nachdem sie wieder entschlüsselt wurden.
Betroffen sein könnten dann beispielsweise:
Nachrichten
Kontakte
Bilder und andere Medien
Sitzungsdaten
Informationen über das eigene WhatsApp-Konto
Selbst wenn eine fremde Anwendung optisch exakt wie WhatsApp Web aussieht, sagt das nichts darüber aus, was sie im Hintergrund macht.
Besonders vorsichtig bei Links und Erweiterungen
Dass WhatsApp bei diesem Thema vorsichtiger wird, kommt nicht ganz überraschend.
In der Vergangenheit gab es bereits Fälle, bei denen Nutzer über gefälschte oder inoffizielle WhatsApp-Versionen angegriffen wurden. Solche Anwendungen können beispielsweise über Phishing-Links oder außerhalb der offiziellen App-Stores verteilt werden.
Deshalb ist es grundsätzlich eine gute Idee, WhatsApp nur aus offiziellen Quellen zu verwenden.
Das gilt nicht nur für das Smartphone, sondern auch für Web- und Desktop-Versionen.
So erkennt man das offizielle WhatsApp Web
Die offizielle Web-Version ist unter folgender Adresse erreichbar:
Wer WhatsApp im Browser verwendet, sollte deshalb einen kurzen Blick auf die Adresszeile werfen.
Steht dort eine andere Domain oder wird WhatsApp über eine unbekannte Erweiterung oder einen Drittanbieter-Dienst geöffnet, sollte man genauer hinschauen.
Alternativ kann die offizielle Desktop-App von WhatsApp verwendet werden.
Die Warnung ist noch nicht für alle verfügbar
Auch wenn WhatsApp inoffizielle Web-Clients bereits erkennen kann, wird die neue Warnmeldung derzeit offenbar noch nicht breit ausgerollt.
Die Funktion befindet sich weiterhin in Entwicklung.
Einen offiziellen Termin für die Veröffentlichung gibt es bisher nicht.
Es ist aber gut möglich, dass die Warnung mit einem kommenden WhatsApp-Update nach und nach für mehr Nutzer freigeschaltet wird.
Fazit
Die neue Warnung ist keine spektakuläre Funktion, aber eine sinnvolle.
Viele Nutzer können auf den ersten Blick kaum erkennen, ob sie wirklich den offiziellen WhatsApp-Web-Client verwenden oder ob sich eine Erweiterung beziehungsweise ein Drittanbieter dazwischengeschaltet hat.
Wenn WhatsApp künftig direkt im Bereich „Verknüpfte Geräte“ darauf hinweist, dürfte das einige unnötige Risiken vermeiden.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich an die einfache Regel halten:
WhatsApp Web direkt über web.whatsapp.com verwenden und bei unbekannten Erweiterungen oder Drittanbieter-Clients vorsichtig sein.